Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- Paget-Krankheits. Osteodystrophia deformans
- PalmarerythemBezeichnung für eine dauerhafte Rötung der Handinnenfläche, besonders am Daumen- und Kleinfingerballen. Das Palmarerythem tritt auf als sog. Leberhautzeichen z. B. bei chronischer Leberentzündung und Schrumpfleber auf.
- PalpitationenHerzklopfen oder Herzrasen aufgrund einer erhöhten Kontraktionsstärke des Herzens
- PandemieAusbreitung einer Infektionskrankheit über Länder und Kontinente; z. B. Grippe-Pandemie. Vgl. Endemie, Epidemie.
- Pankreasauch Bauchspeicheldrüse genannt
15-20 cm lange Drüse mit einem Gewicht von ca. 70-80 g. Der Hauptausführungsgang (Ductus pancreaticus) mündet gemeinsam mit dem Gallenausführungsgang (Ductus choledochus) in den Dünndarm. Das Pankreas besteht aus einem exokrinen (Enzym produzierenden) und endokrinen (Hormon produzierenden) Anteil. Das endokrine Pankreas wird von der Gesamtheit der Langerhans-Inseln (so genannter Inselapparat) gebildet.
Funktion
1. Exokrine (sekretorische) Funktion: Produktion von enzymhaltigem Verdauungssaft. Die 24-Stunden-Produktion beträgt ca. 1-1,5 l, die Steuerung erfolgt über Nerven (Vagus-Sympathikus) und Hormone. Die wichtigsten Enzyme sind a) Proteine spaltende Enzyme (Proteasen), vor allem Trypsin und Chymotrypsin, sowie Peptide spaltende Enzyme (Peptidasen); b) Lipide spaltende Enzyme (Esterasen), besonders Pankreaslipase, ausserdem Lecithinase A und B, Phosphatase und Cholinesterase; c) Kohlenhydrate spaltende Enzyme wie Amylasen und Maltase; d) Nukleinsäuren spaltende Enzyme (Nukleasen); 2. endokrine Funktion: s. Langerhans-Inseln. Vgl. Typ 2 Diabetes. - PankreaskarzinomBösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse und dritthäufigster Tumor des Verdauungstraktes. Der Häufigkeitsgipfel liegt im 5. und 6. Lebensjahrzehnt, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Ursachen: Die genauen Ursachen sind unbekannt, Risikofaktoren sind Rauchen, Alkoholmissbrauch, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sowie das Vorkommen von Pankreaskarzinomen in der Familie (können genetisch bedingt sein). Das Pankreaskarzinom bildet frühzeitig Metastasen.
Symptome: Es gibt fast keine typischen Frühsymptome. Später kommt es zu in den Rücken ausstrahlenden Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Blutarmut (Anämie), Gelbsucht (s. Ikterus), vergrösserter Gallenblase, seltener zu Verdauungsstörungen durch Mangel an Verdauungsenzymen.
Diagnose: Laboruntersuchung auf Stoffe, die von den Krebszellen produziert werden, so genannte Tumormarker (z. B. CA 19-9, CA 50), Untersuchung der Gallen- und Bauchspeichelgänge mithilfe eines kleinen Schlauches mit Kamera (so genannte ERCP = endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie), Kernspintomographie, Ultraschalluntersuchung.
Therapie: Nur in 20% der Fälle ist eine Operation möglich. Oft sind nur noch Operationen möglich, die die Lebensqualität der Patienten verbessern, indem sie Schmerzen vermindern oder die Verdauungsfähigkeit wieder herstellen. Eine Heilung ist selten möglich.
Prognose: Nach fünf Jahren leben noch 5% der Patienten. - PankreastumoreGutartige und bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse. Zu den bösartigen Tumore s. Pankreaskarzinom. Die gutartige Tumore entstehen in der Regel aus den Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse und produzieren auch die entsprechenden Hormone: Glukagon (hebt den Blutzuckerspiegel), Insulin (senkt den Blutzuckerspiegel,vgl. Inselzellkarzinom), Gastrin (regt die Verdauung an). Seltener entstehen die gutartigen Tumore aus Bindegewebs- oder Lymphgefässzellen.
Diagnose: Ultraschalluntersuchung, Computertomographie, Kernspintomographie, Probenentnahme aus dem Tumor und Untersuchung de Zellen, evtl. Hormonuntersuchungen.
Therapie: Operation. - Panzytopenieeine Abnahme der Anzahl Blutzellen, alle Typen betreffend
- Parainfluenza-VirusGruppe von RNA-Viren, bei der man 15 Serotypen bei Mensch, Rind, Schaf, Affe, Hund und Maus unterscheidet . Beim Menschen sind vier krankmachende Serotypen bekannt. Die Verbreitung ist weltweit. Es kann zu sporadischen Erkrankungen, auch kleineren Epidemien unterschiedlichen Schweregrades (besonders im Winterhalbjahr) kommen. Entzündungen im Rachenbereich, Schnupfen, akute Bronchitis und Lungenentzündung. Betroffen sind vor allem Kleinkinder und ältere Menschen. Schwere Verläufe sind bei Ersterkrankung und bei Erkrankungen von Säuglingen zu beobachten. Wiederholte Infektionen verlaufen meist symptomlos bis milde.
- ParathormonAbkürzung PTH; auch Parathyrin genannt
Parathormon ist ein in der Nebenschilddrüse gebildetes Hormon des Calciumstoffwechsels, das in Abhängigkeit von der Calciumkonzentration im Blutserum ausgeschüttet wird. Eine erniedrigte Calciumkonzentration steigert, eine erhöhte senkt die Produktion und Freisetzung von Parathormon.
Angriffspunkte und Stoffwechselwirkungen
1. Skelett: Steigerung des Knochenabbaus; die Knochen abbauenden Osteoklasten werden durch Parathormon stimuliert. Durch die Aktivität der Osteoklasten wird Calcium aus den Knochen freigesetzt, wodurch die Calciumkonzentration im Blutserum ansteigt; 2. Niere: Steigerung der Phosphatausscheidung und Hemmung der Wiederaufnahme von Phosphat, Erhöhung der Calciumwiederaufnahme; 3. Parathormon begünstigt die Umsetzung von 25-Hydroxycolecalciferol zum Hormon Calcitriol in der Niere. Folge: Anstieg der Calcium- und Absinken der Phosphatkonzentration im Blut und Aktivitätszunahme der alkalischen Phosphatase. Das Hormon Calcitonin wirkt als Gegenspieler des Parathormons. - PCRS. Polymerasekettenreaktion.
- Peptid, atriales natriuretischesein Hormon, das von den Herzzellen produziert wird und eine gesteigerte Ausscheidung von Natrium bewirkt
- PerikardergussAnsammlung von Flüssigkeit oder Blut im Herzbeutel (Perikard), der das Herz umgibt
- Periphere arterielle VerschlusskrankheitErkrankung der Blutgefäße außerhalb von Herz und Gehirn; häufig eine Verengung der Blutgefäße, weche die Arm- und Beinmuskulatur mit Blut versorgen
- Peritonealdialyseein in der Bauchfellhöhle durchgeführtes Verfahren, bei dem das Bauchfell als halbdurchlässige Membran dient
- permeabeldie Durchlässigkeit einer Membran betreffend
- Perniziöse AnämieDie perniziöse Anämie (perniziös = bösartig) ist eine Form der Anämie, die auf einem Mangel an Vitamin B12 beruht. Vitamin B12 spielt eine bedeutende Rolle in der Blutbildung.
Diese durch Mangel an Vitamin B12 bedingte Blutarmut muss durch Verabreichung von Vitamin B12 behandelt werden. Sie kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern und tritt überwiegend bei älteren Patienten in Erscheinung. Vitamin B12 findet sich nur in tierischen Nahrungsmitteln, insbesondere in der Leber. Der tägliche Bedarf beträgt 23 Mikrogramm. Das Vitamin wird aus der Nahrung im Darm mithilfe eines speziellen im Magen ausgeschütteten Eiweißmoleküls (s. Intrinsic Factor) aufgenommen, welches das Vitamin bindet und es so vor einer Zerstörung schützt. - Personalised HealthcareDie Personalisierten Medizin verwendet neue molekulare Erkenntnisse sowie molekulardiagnostische Tests, die eine pr亩sere Abstimmung der Therapie und eine bessere Kontrolle der Krankheit erlauben.
- PfortaderGroße Vene, die das gesamte aus der Bauchhöhle stammende Blut sammelt und der Leber zuführt. In die Pfortader fliesst Blut aus dem Magen, dem Darm, der Milz und der Bauchspeicheldrüse. Mit den Bestandteilen dieses Blutes finden in den Leberzellen bestimmte Stoffwechselvorgänge statt (s. Leberfunktionen).
- pH-WertEinheit, mit welcher der Säuregrad einer Lösung angegeben wird.
pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung) - PhagozytoseZellfressen
- PharynxkarzinomBösartiger Tumor der Rachenschleimhaut.
- PhosphatasenHäufig relativ unspezifische Enzyme, die organische Phosphorsäuremonoester spalten. Phosphatasen sind Gegenspieler zu Phosphatgruppen übertragenden Enzymen.
Einteilung
Die Einteilung der Phosphatasen erfolgt nach den Substanzen, welche die jeweilige Phosphatase spaltet (z. B. Glukose-6-Phosphatase, Fruktose-1,6-Bisphosphatase, Nukleotidasen) und dem für die Funktion der Phosphatase günstigsten Säuremilieu (pH-Optimum).
Saure Phosphatase
Abkürzung SP (pH-Optimum bei 5). Sie kommt vor allem in Prostata, roten Blutkörperchen und Blutplättchen, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz vor. Eine erhöhte Konzentration im Blutserum ist vor allem bei Prostatakarzinom, Tochtergeschwülsten bösartiger Tumoren in den Knochen und verschiedenen Knochenerkrankungen festzustellen.
Alkalische Phosphatase
Abkürzung AP (pH-Optimum bei 7-8). Sie kommt vor allem in Leber, Knochen, Dünndarmschleimhaut und Gallenwegepithel vor. Die Konzentration ist erhöht vor allem bei mit gesteigerter Aktivität der Osteoblasten einhergehenden Knochenerkrankungen (z. B. als Frühsymptom bei Rachitis) und Tochtergeschwülsten bösartiger Tumoren in den Knochen, bei Leber- und Gallenwegerkrankungen. - PhosphateSalze, die sich von der Orthophosphorsäure herleiten. Je nachdem, ob ein, zwei oder drei Wasserstoffatome durch Metalle ersetzt sind, unterscheidet man primäre, sekundäre und tertiäre Phosphate.
- Pickwick-Syndromauch kardiopulmonales Syndrom genannt
Nach der Romanfigur "Little Joe" in Dickens' Die Pickwickier benanntes Syndrom bei stark übergewichtigen Personen. Erkrankung mit Schlafapnoesyndrom, hochgradigem Übergewicht, Sauerstoffmangel im arteriellen Blut (Hypoxämie) bei einem erhöhten Kohlendioxidwert (Hyperkapnie), Überlastung des Herzens und respiratorischer Azidose. Verursacht werden diese Symptome durch eingeschränkte Atmung wegen exzessiver Fettablagerung in der Umgebung der Lungen. Es kommt zur vermehrten Produktion sauerstoffbindender roter Blutkörperchen und dadurch zur Zähflüssigkeit mit verminderter Durchblutung der feinen Gefässabschnitte. Infolge der Hyperkapnie kommt es zu Schläfrigkeit und anfallsweise auftretenden Schlafzuständen (Kohlendioxid-Autonarkose). - PilzinfektionenAuch Mykosen.
Zu den Pilzen, die den Menschen infizieren können, gehören die Dermatophyten (Hautpilze), Hefen und Schimmelpilze. Bestimmte Pilze infizieren nur Menschen mit gestörtem Immunsystem (Tumoren, HIV-Erkankung, Schwächung des Immunsystems durch Medikamente z.B. nach Transplantationen) oder breiten sich bei ihnen besonders massiv aus. Beispiele für Pilzerkrankungen sind: Dermatomykose: Pilzinfektion von Haut, Haaren und Nägeln; Soor: Infektion der Schleimhaut von Mund und Speiseröhre durch den Hefepilz Candida albicans; Aspergillose: Infektion meist der Lunge durch den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus bei Patienten mit gestörtem Immunsystem.
Therapie: Gabe von Antimykotika örtlich (z.B. als Salbe) oder den gesamten Körper betreffend (z.B. als Tabletten, Spritzen). - Plasmaproteineim Blutplasma gelöste Proteine
- PlasmazellePlasmazellen zählen zu den weissen Blutkörperchen. Sie entstehen aus den B-Zellen und haben die Aufgabe, Antikörper zu bilden, wenn der menschliche Organismus auf fremde Stoffe (z.B. Krankheitserreger) trifft.
- PlasmazytenS. Plasmazelle.
- PleuramesotheliomSeltener, bösartiger Tumor des Lungenfells, der als einzelner Tumor und als mehrere verstreute Herde im Bereich der Rippen, des Zwerchfells und des inneren Brustraums wachsen kann. Er wird häufig durch Asbest verursacht und tritt dann 20-40 Jahre nach der Asbestbelastung auf (s. Berufskrebs).
Symptome: Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Flüssigkeitsansammlung zwischen den Lungenfellblättern (Pleuraerguss), Husten, Gewichtsabnahme, Fieber.
Diagnose: Röntgenuntersuchung des Brustkorbes, Computertomographie, Flüssigkeitsentnahme aus dem Raum zwischen den Lungenfellblättern (Pleurapunktion), Untersuchung des Inneren des Brustkorbes mithilfe einer Kamera, die über ein Röhrchen in den Brustkorb eingeführt wird (Thorakoskopie).
Therapie: Operation, Strahlen- und Chemotherapie. Das Pleuramesotheliom hat eine sehr schlechte Heilungsaussicht. - pluripotentin Bezug auf Entwicklungspotenziale nicht festgelegt; Fähigkeit der Weiterentwicklung zu einem von vielen Zelltypen
- Pneumocystis-carinii-PneumonieBei der Pneumocystis-carinii-Pneumonie handelt es sich um eine Form der Lungenentzündung, die durch den Erreger Pneumocystis carinii verursacht wird. Die Erkrankung tritt vor allem bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem auf (insbesondere bei HIV-Erkrankungen hier führt der Nachweis zur Diagnose AIDS). Die Erkrankung kann entweder schleichend mit lange bestehenden allgemeinen Krankheitszeichen wie z.B. Husten oder Luftnot verlaufen oder vor allem bei geschwächtem Immunsystem plötzlich und massiv auftreten und dann häufig zum Tode führen. Typisch ist das Missverhältnis zwischen der Schwere des Krankheitsbildes und den häufig unauffälligen Röntgenbefunden, was zur Fehleinschätzungen führen kann.
- PneumoniePneumonie ist der medizinische Fachausdruck für eine Lungenentzündung. Seit der Einführung der Antibiotikatherapie treten schwer verlaufende Lungenentzündungen (z.B. mit Schüttelfrost und schnellem Temperaturanstieg, Herzrasen, beschleunigter Atmung, starkem Hustenreiz und blutigem Auswurf) nur noch selten auf. Üblicherweise kommt es zu einem meist unregelmässigen, langsam ansteigenden Fieber mit schleimig-eitrigem Auswurf. Die Krankheit wird vorwiegend durch Röntgenuntersuchungen nachgewiesen. Ferner treten Blutbildveränderungen auf. Der Erreger kann in Körperflüssigkeiten (z.B. Auswurf) nachgewiesen werden. Die Behandlung erfolgt den Krankheitszeichen entsprechend mit allgemeinen Massnahmen wie körperlicher Schonung, Befeuchtung der Atemluft, Flüssigkeitszufuhr etc.
- PollenPollen ist ein anderes Wort für Blütenstaub. Pollen lösen bei einer zunehmenden Anzahl von Menschen Allergien aus. Diese Allergien treten in Form von Heuschnupfen, gelegentlich in Verbindung mit einer Bindehautentzündung der Augen auf. In einigen Fällen kann es zu einem Auftreten von Asthma oder auch von Hautausschlägen kommen.
- PolygenieAbhängigkeit eines Erbmerkmals von mehreren Genen. Die meisten in der Ausprägung variablen Eigenschaften des Körpers sind polygen, d. h. durch mehrere Gene bedingt. Die beteiligten Gene werden auch als Polygene bezeichnet. Additive Polygenie liegt vor, wenn Abstufungen der Ausprägung eines Merkmals durch eine unterschiedliche Anzahl von aktivierten Genen bewirkt werden (z. B. Körpergrösse, Hautfarbe).
- PolymerasekettenreaktionBei der Polymerasekettenreaktion handelt es sich um ein molekularbiologisches Verfahren, das in der Gentechnik und Gendiagnostik verwendet wird. Dabei werden durch spezielle Techniken bekannte Gene oder Genabschnitte (z.B. von Viren oder auf den Chromosomen von Krebszellen) identifiziert. Mit Hilfe eines Enzyms (Polymerase) werden sie so stark vermehrt, dass man sie messen oder für andere gentechnische Zwecke nutzen kann.
Anwendung: Diagnose erblich bedingter Erkrankungen bereits vor der Geburt, Diagnose bestimmter Infektionskrankheiten und Krebserkrankungen.
Durch die Polymerasekettenreaktion können innerhalb von wenigen Stunden Milliarden von Kopien von genetischen Material erstellt werden und so ist der Nachweis von DNA und RNA, sogar vor der Bildung von Antikörpern möglich. Durch die Polymerasekettenreaktion kann zudem nicht nur eine Krankheit extrem frühzeitig erkannt werden, sondern auch die Krankheitsentwicklung und das Ansprechen auf eine Therapie hervorragend verfolgt werden.
- PolymerisationChemische oder biochemische Reaktion, bei der viele gleiche oder gleichartige Moleküle (Monomere) zu einem so genannten Makromolekül (Polymer) verbunden werden; z. B. Glukose zu Glykogen oder Stärke.
- PolyneuropathieErkrankung peripherer, d. h. nicht in Gehirn und Rückenmark liegender Nerven aus nicht verletzungsbedingter Ursache.
Einteilung
Nach der Ursache, z. B.: 1. genetisch bedingte Polyneuropathie; 2. Polyneuropathie bei Stoffwechselstörungen, z. B. bei Typ 2 Diabetes, Vergiftung des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen (Urämie) z. B. bei Nierenversagen; 3. Polyneuropathie bei krankhaft gestörter Verdauung oder Fehl- bzw. Mangelernährung; 4. Polyneuropathie bei Infektionskrankheit; 5. Polyneuropathie bei Erkrankungen des Hormonsystems; 6. Polyneuropathie durch von aussen zugeführte Gifte (z. B. Alkohol, Medikamente)
Symptome
Strumpfförmige sensible Reiz- bzw. Ausfallerscheinungen, z. B. als Missempfindungen wie Kribbeln oder (ziehende) Schmerzen bzw. herabgesetzte Empfindlichkeit. Beginn meist an den unteren Gliedmassen, im weiteren Verlauf schlaffe Lähmung, fehlende Reflexantwort, Muskelschwund und Störungen des vegetativen Nervensystems (Herz-Kreislauf-System, Blase, Mastdarm, Sexualfunktion, Haut). Typisch ist ein symmetrisches, d. h. beide Körperseiten betreffendes Verteilungsmuster der Symptome. Bei Typ 2 Diabetes und Typ 1 Diabetes kommt es jedoch meist zu einem asymmetrischen Befall.
Therapie
Behandlung der Grundkrankheit bzw. Ausschaltung der schädigenden Ursache; Physiotherapie. - Polypeptideine Aminosäurenkette (Bausteine der Proteine)
- PolysaccharideMehrfachzucker
Polysaccharide sind hochmolekulare Kohlenhydrate, die durch Verknüpfung von mehr als 20 Monosacchariden (Einfachzucker) entstanden sind.
Einteilung
Sie erfolgt nach der Funktion in 1. Strukturpolysaccharide (z. B. Zellulose, Chitin); 2. Wasser bindende Polysaccharide; 3. Reservepolysaccharide (z. B. Inulin, Stärke, Glykogen). - PolyurieKrankhaft erhöhtes Harnvolumen (mehr als 1,5 ml/Minute bzw. 2 l/24 Stunden). Polyurie kommt z. B. bei Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Diabetes insipidus und Nierenerkrankung vor.
- Polyzystische Nierenerkrankungeine angeborene progressive Krankheit, die gekennzeichnet ist durch die Bildung von zahlreichen Zysten unterschiedlicher Größe, die über beide Nieren verstreut sind und zur Zerstörung des Nierengewebes, zu Bluthochdruck, Blut im Urin und Urämie führen
- Polyzythämieein Krankheitsbild, bei dem die Anzahl der im Kreislauf befindlichen roten Blutkörperchen über dem Normalwert liegt, wodurch sich die Viskosität oder Dicke des Blutes erhöht
- Porose1. Verringerung der Knochensubstanz (s. Osteoporose); 2. Höhlenbildung in Organen (z. B. Porenzephalie als Bildung von Hohlräumen im Gehirn).
- Porphyrieeine Reihe genetischer Störungen, bei denen Porphyrine genannte Substanzen im Blut gebildet werden, die häufig Hautausschläge bei der Einwirkung von Sonnenlicht und Reaktionen auf bestimmte Medikamente verursachen
- PostexpositionsprophylaxeVorbeugung gegen eine Infektion direkt nachdem man mit dem Erreger in Kontakt gekommen ist. Bei HIV wird eine Postexpositionsprophylaxe empfohlen, wenn es z.B. im Krankenhaus zu einer Verletzung mit einer infizierten Nadel gekommen ist. Ob eine solche Prophylaxe z.B. auch nach sexuellem Kontakt sinnvoll ist, wird momentan in Studien untersucht.
- PrädiabetesStadium zwischen normalem Glukosestoffwechsel und Diabetes mellitus. Vgl. Typ 2 Diabetes.
- PräkanzeroseVeränderungen im Körper, die sich möglicherweise zu einem Karzinom weiterentwickeln. Zur Beurteilung der statistischen Wahrscheinlichkeit, mit der eine Präkanzerose in einen bösartigen Tumor übergeht werden sichtbare Krankheitszeichen ebenso als Kriterien herangezogen wie Gewebeveränderungen. Man unterscheidet fakultative Präkanzerosen, die nur eine niedrige Entartungsfrequenz haben und obligate Präkanzerosen, Veränderungen mit hohem Entartungsrisiko in einem relativ kurzem Zeitraum.
- Prävalenzdie Anzahl auftretender spezifischer Ereignisse oder Erkrankungen innerhalb einer Population in einem bestimmten Zeitraum
- PrimärtumorDer zuerst entstandene Tumor; vgl. Metastase.
- Probucols. Lipidsenker
- ProgenitorVorläufer einer Abstammungsreihe
- Progesteronauch Luteohormon, Corpus-luteum-Hormon oder Gelbkörperhormon genannt
Progesteron ist das wichtigste der natürlichen Gestagene, wird vor allem in Gelbkörper, Plazenta und Nebennierenrinde (auch beim Mann) gebildet und ist wichtiger Vorläufer vieler Steroidhormone (zu denen Östrogene, Glukokorticoide, Calciferole und andere gehören).
Biologische Wirkungen
Progesteron bewirkt als Gegenspieler zu Östrogenen z. B. den Abbau von Proteinen und ist im Zusammenwirken mit Östrogenen auf die Fortpflanzungsorgane an der Regulation nahezu aller weiblichen Fortpflanzungsfunktionen beteiligt. Zusammen mit Östrogenen reguliert Progesteron den Menstruationszyklus (Periode der Frau). Progesteron bewirkt eine Erhöhung der Körpertemperatur (um ca. 0,6 °C einen Tag nach dem Eisprung bis zur nächsten Regelblutung), fördert das zyklische Wachstum der Gebärmutterschleimhaut sowie die Einnistung und Weiterentwicklung der befruchteten Eizelle. In der Schwangerschaft verhindert es die Reifung weiterer Eizellen und stimuliert die Enwicklung der Milchdrüsen. Eine mangelhafte Bildung von Progesteron führt während einer Schwangerschaft zur Fehlgeburt. Beim Mann fördert Progesteron die Beweglichkeit und Eindringfähigkeit von Spermien in die Eizelle. - Progressive multifokale LeukenzephalopathieKrankhafte Veränderung der Nervenfasern des Gehirns, die v. a. bei Patienten mit gestörter Immunabwehr durch HIV-Erkrankung, bösartige Tumoren, Behandlung mit Medikamenten, die die Immunabwehr hemmen, auftritt.
Ursache: Vireninfektion (Polyomaviren).
Symptome: Meist kommt es zu Wesensveränderung, Bewegungsstörungen oder Sehstörungen (Gesichtsfeldausfälle). Seltener treten Inkontinenz oder Koordinationsstörungen auf. Die Erkrankung führt durchschnittlich 3-6 Monate nach Erkrankungsbeginn zum Tod. - prospektivbezieht sich auf eine im Voraus festgelegte Studie, bei der die Studienteilnehmenden nach einem bestimmten Versuchsplan ausgewählt, in Gruppen eingeteilt und untersucht werden
- ProstatakarzinomBösartiger Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata). Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor beim Mann und tritt meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Es breitet sich zunächst innerhalb der Prostata aus und wächst dann in die Bläschendrüsen, das Beckenbindegewebe, seltener in die Harnblase, den Dickdarm und die Harnröhre ein. Metastasen entstehen durch Verschleppung von Tumorzellen durch Lymphgefässe und das Blut in den Beckenbereich, das Skelett, Leber oder Lunge. Manche Prostatakarzinome sind so genannte latente Prostatakarzinome, die nie Symptome verursachen und auch nicht in erster Linie zum Tod führen. Meist versterben die Betroffenen aus anderer Ursache und das Karzinom wird nur zufällig bei einer Obduktion entdeckt.
Symptome: Erst im fortgeschrittene Stadium kann es zu Blasenentleerungsstörungen, Schmerzen beim Wasserlassen, blutigem Urin, Kreuz- und Rückenschmerzen ähnlich dem Ischiassyndrom kommen.
Diagnose: Rektale Untersuchung und Abtasten der Prostata durch den Darm (Teil der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen). Bei einem auffälligen Tastbefund können vom Darm aus Zellen aus der Prostata mithilfe einer dünnen Nadel entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Weiterhin werden Ultraschalluntersuchungen, Laboruntersuchungen. Um nach Metastasen zu suchen, können Röntgenuntersuchungen des Skeletts, Computertomographie und Kernspintomographie durchgeführt werden, evtl. auch eine Entnahme von Lymphknoten aus dem Becken.
Therapie: Je nach Art des Tumors operative Entfernung der Prostata mitsamt der angrenzenden Lymphknoten, Strahlentherapie, Verminderung der männlichen Sexualhormone, die das Tumorwachstum fördern können (durch Entfernung der Hoden oder Gabe hormonblockierender Medikamente). Bei sehr alten Patienten und Tumoren mit geringer Bösartigkeit kann auch auf eine Therapie verzichtet werden.
Prognose: Bei einer Therapie in frühen Stadien kann in 90% der Fälle eine Heilung erreicht werden. - ProteasehemmerArzneimittel, das die Virusvermehrung durch die Hemmung eines bestimmten Enzyms (Protease) behindert. Das Virus kann so nicht alle notwendigen Eiweissstoffe für den Aufbau der Virusstruktur bilden. Mit der Einführung des ersten Proteasehemmers 1995 konnte die Therapie der HIV-Erkrankung deutlich verändert werden. Besonders die Kombination von Proteasehemmern und reversen Transkriptase-Hemmern hat die Überlebensrate erhöht und die Zahl opportunistischer Infektionen gesenkt.
- Protein-Energie-MangelernährungMangelernährung aufgrund einer unzureichenden Aufnahme von Kalorien oder Proteinen oder von beidem
- Proteineauch Eiweisse genannt
Proteine sind miteinander verbundene Aminosäuren und bestehen aus mehr als 100 Aminosäureresten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Biosynthese entstanden sind und Naturstoffe bilden mit jeweils charakteristischer Abfolge von Aminosäuren und räumlicher Molekülstruktur. Durch Hitze, organische Lösungsmittel, Salz und extreme pH-Werte können sie (vorübergehend oder unumkehrbar) ihre Strukturen und damit Eigenschaften verlieren. Einfache Proteine bestehen ausschliesslich aus peptidartig verknüpften Aminosäureresten, im Gegensatz zu zusammengesetzten Proteinen, die zusätzlich einen Nichtproteinanteil haben (z. B. Glykoproteine: Proteine mit einem gebundenen Kohlenhydratanteil und Lipoproteine).
Bedeutung
Proteine wirken im Organismus vor allem als 1. Enzyme; 2. Hormone; 3. Zellmembranproteine; 4. Stütz- bzw. Gerüstproteine (z. B. Kollagen, Keratin); 5. Proteine mit der Fähigkeit, sich in Muskeln zusammenzuziehen (z. B. Aktin, Myosin); 6. Plasmaproteine (z. B. Albumine); 7. Transportproteine (z. B. Hämoglobin); 8. Antikörper; 9. Faktoren der Blutgerinnung; 10. Alloantigene (z. B. Blutgruppenantigene); 11. so genannte Reservesubstanzen für die Energieversorgung beim Hungern. Vgl. Verdauung von Proteinen. - Proteinuriedas Vorhandensein von Protein im Urin
- ProteomikUntersucht die Proteine, die das Resultat der in den Genen vorhandenen Informationen sind. Im Gegensatz zum Genom, das eine definierte, prinzipiell statische Größe darstellt, zeichnet sich das Proteom durch seine von Temperatur, Nährstoffmilieu, Einwirkungen von Stress oder Medikamenten abhängige Veränderlichkeit aus.
Es umfasst demnach die Gesamtheit der Proteine, die von den Genen einer Zelle oder eines Organismus unter bestimmten Umweltbedingungen in verschiedenen Wachstumsphasen synthetisiert werden. Diese Proteine können aufgetrennt und mithilfe der Massenspektrometrie den jeweiligen einzelnen Genen zugeordnet werden.
Wissenschaftler bei Roche haben bereits mehrere Proteomkarten hergestellt, auf denen in der Zwischenzeit einige Tausend Proteine den entsprechenden Genen zugeordnet werden konnten. Es ist denkbar, die Auswirkungen von biologischen, pharmazeutischen und toxischen Einflüssen auf den Organismus mit derartigen Analysen zu untersuchen sowie beispielsweise den Wirkmechanismus oder die Effizienz von Medikamenten während bestimmter Krankheitsstadien zu beobachten - ProtozoeninfektionProtozoen sind einzellige Lebewesen, von denen viele den menschlichen Organismus infizieren können. Man unterscheidet Geisseltierchen (z.B. Trichomonaden), Wurzelfüssler (z.B. Amöben), Sporentierchen (z.B. Toxoplasma) und Wimperntierchen.
- PTCAAbkürzung für perkutane transluminale k(c)oronare Angioplastie
Verfahren zur Aufdehnung von Herzkranzgefässen, bei dem im Rahmen einer arteriellen Herzkatheterisierung und Koronarangiographie vor allem im Anfangsteil kurzstreckig verengte Herzkranzarterien aufgeweitet werden. Zur Anwendung kommen Ballonkatheter, Laser und Ultrafräsen, ggf. in Kombination mit Implantation eines Stents (scherengitterartige Prothese, die sich nach Einbringen ins Gefäss selbst entfaltet und das Gefäss offen hält). Vgl. Herzkrankheit, koronare. - PTHs. Parathormon
- PufferSubstanzen (wie Bikarbonate und einige Proteine in biologischen Flüssigkeiten), die Säuren und Basen neutralisieren, um einen bestimmten pH-Bereich s. ph-Wert aufrechtzuerhalten
- PyelonephritisNierenbeckenentzündung
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin