Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- SüssstoffeNatürliche oder synthetische Verbindungen mit wesentlich stärkerer Süsskraft als Saccharose, die keinen oder nur einen zu vernachlässigenden Nährwert besitzen (z. B. Saccharin, Acesulfam, Cyclamate, Aspartam). Verwendung insbesondere in der Diätkost für Diabetiker und Übergewichtige als Ersatzstoffe für Zucker (s. Diabetes mellitus, Übergewicht). Vgl. Sorbitol.
- SaccharinSaccharin gehört zu den künstlich hergestellten Süssstoffen mit einer Süsskraft, die das ca. 300fache des Rohrzckers (Saccharose) beträgt. Das als Zuckerersatz für Diabetiker verwendete Saccharin-Natrium wird unverändert mit dem Harn ausgeschieden. Möglicherweise ist Saccharin krebsauslösend.
- Saccharoseauch Rohrzucker oder Rübenzucker genannt
Saccharose gehört zu den Disacchariden und setzt sich aus Glukose und Fruktose zusammen. Sie kommt im Pflanzensaft als Transportform löslicher Kohlenhydrate vor. Die Spaltung der Saccharose in Glukose und Fruktose erfolgt im Organismus durch Enzyme (Disaccharidasen). - SarkomBösartiger Tumor von Stütz- und Bindegeweben, der quergestreiften Muskulatur, fast aller glatten Muskelzellen, der Herzmuskulatur, gefässauskleidenden Zellen und Blutzellen. Sarkome bilden schon früh im Krankheitsverlauf (meist vor der Diagnosestellung) Metastasen in anderen Organe (entlang der Blutbahnen).
- SchilddrüseGlandula thyroidea
Am Hals unterhalb des Kehlkopfs gelegene Hormon bildende Drüse. Sie umfasst die Luftröhre halbkreisförmig von vorn und hat eine schmetterlingsförmige Gestalt. Das Gewicht beträgt bei Erwachsenen 20-60 g. Die Schilddrüse bildet unter Verwendung von Iodid aus dem Blut über Zwischenschritte die Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese werden bei Bedarf an das Blut abgegeben. Zudem wird in der Schilddrüse das Hormon Calcitonin gebildet.
Stoffwechselwirkungen
Die Hormone T3 und T4 erhöhen den Sauerstoffverbrauch in den Geweben und damit den Grundumsatz und die Wärmeproduktion. Sie beeinflussen den Kohlenhydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel und fördern so unter anderem Wachstum und Entwicklung. Calcitonin spielt eine wichtige Rolle im Calciumstoffwechsel. Es hemmt die Calciumfreisetzung aus den Knochen und senkt dadurch den Calciumspiegel im Blut.
Steuerung
Die Ausschüttung der Hormone T3 und T4 wird über Hormone des Hypothalamus (TRH) und der Hypophyse (TSH) gesteuert. Die Konzentrationen von T3 und T4 im Blut wirken auf Hypothalamus und Hypophyse zurück, welche mit entsprechend hoher oder niedriger Ausschüttung von TRH bzw. TSH reagieren. - SchilddrüsenkarzinomHäufigste Form des bösartigen Schilddrüsentumors, ca. 1% aller Tomore in der Schilddrüse.
Symptome: In 95% der Fälle macht sich das Schilddrüsenkarzinom erstmalig als knotige Vergrösserung der Schilddrüse (maligne Struma) bemerkbar. Verdächtig sind schnelles Auftreten und Wachstum eines Schilddrüsenknotens sowie Heiserkeit, Atemnot und Schluckbeschwerden besonders bei Patienten vor dem 60. Lebensjahr. Die Schilddrüsenknoten sind oft derb zu tasten, schmerzlos und mit der darüber liegenden Haut verwachsen. Es kann zu Pfeifgeräuschen bei der Atmung kommen (wenn der Tumor auf die Luftröhre drückt). Manchmal kommt es zum so genannten Horner-Syndrom (an einem Auge auftretende verkleinerte Pupille, herabhängendes Augenlid und eingesunkener Augapfel).
Ursachen: Die Ursachen sind nicht geklärt, Bestrahlung des Halsbereiches z.B. im Rahmen einer Strahlentherapie (besonders in der Kindheit) können das Auftreten eines Schilddrüsenkarzinoms evtl. begünstigen.
Diagnose: Tastuntersuchung, Ultraschalluntersuchung, Röntgenuntersuchung der Schilddrüse mithilfe radioaktiver Substanzen, die sich in Tumoren anreichern können (Schilddrüsenszintigraphie), Entnahme von Zellen aus dem verdächtigen Bereich durch die Haut mithilfe einer feinen Nadel (Feinnadelbiopsie). Evtl. Röntgenaufnahme des Brustkorbes, Computertomographie, Kernspinuntersuchung, Laboruntersuchungen auf Veränderungen der Schilddrüsenhormone.
Therapie: Je nach Grösse und Lage des Tumors wird meist die gesamte oder fast gesamte Schilddrüse operativ entfernt. Lymphknoten und angrenzendes Gewebe wird mit entfernt. Nach der Operation kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Nach Entfernung der Schilddrüse werden die Schilddrüsenhormone in Tablettenform eingenommen. Bei der Operation kann es zur Beschädigung eines Stimmritzennervs kommen (führt zu Heiserkeit) oder zur Beschädigung der Nebenschilddrüsen, was zu Störungen im Kalzium- und Phosphathaushalt führen kann.
Prognose: Je nach Bösartigkeit des Tumors leben bei guter Therapie nach fünf Jahren noch 10-90% der Patienten. - SchilddrüsentumoreGutartige und bösartige Tumore der Schilddrüse.
Folgende Formen werden unterschieden:
Gutartige (benigne) Schilddrüsentumore: Aus Drüsengewebe entstandene Tumore, die Schilddrüsenhormone produzieren können. Gutartige Schilddrüsentumore werden nur selten bösartig, lassen sich aber oft nur schlecht von bösartigen Tumore unterscheiden.
Bösartige (maligne) Schilddrüsentumore: kommen bei Frauen ungefähr doppelt so häufig vor wie bei Männern und sind meist Schilddrüsenkarzinome. - Schipperfrakturs. Schipperkrankheit
- Schipperkrankheitauch Schipperfraktur genannt
Die Schipperkrankheit ist ein durch andauernde ungewöhnliche Beanspruchung der Rückenmuskulatur (z. B. bei ungewohnt schweren Schaufelarbeiten) verursachter Abriss meist des siebten Halswirbel- oder ersten Brustwirbeldornfortsatzes. Meist liegt der Knochenbruch als Ermüdungsbruch vor mit einer Lageveränderung des Knochenbruchstücks durch Muskelzug. - SchlafapnoesyndromAtemstörung während des Schlafes mit zeitweiligem Aussetzen der Atmung. Das Schlafapnoesyndrom führt zu wiederholtem Sauerstoffmangel (Hypoxämie) und Kohlendioxidüberschuss (Hyperkapnie) im Blut mit zentralnervöser Weckreaktion, periodischen Schwankung von Blutdruck, Herzminutenvolumen und Herzfrequenz im Schlaf, Bluthochdruck (Hypertonie) am Tag, erhöhtem Risiko für Hirn- oder Herzinfarkt.
Symptome
Abnorme Tagesmüdigkeit, unregelmässiges lautes Schnarchen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, morgendlicher Kopfschmerz, Potenzstörungen.
Therapie
Bronchienerweiternde Medikamente bei leichten Formen, ggf. operative Beseitigung einer bestehenden Verengung der Atemwege, kontinuierliche Überdruckbeatmung, evtl. Sauerstoff-Langzeittherapie.
- Schlaganfallauch Apoplexia cerebri, apoplektischer Insult oder Gehirnschlag genannt
Formen
1. Ischämischer (unblutiger) Hirninfarkt durch starke Beeinträchtigung oder Ausfall der arteriellen Blutversorgung von Gehirnanteilen (ca. 80 % der Schlaganfälle, tödlich in ca. 20 % der Fälle). Ursachen: meist Embolie, ausgehend von arteriosklerotischen Veränderungen (vgl. Arteriosklerose) oder vom Herzen (kardiale Embolie), selten Thrombose, die am Ort des Hirninfarkts entstanden ist oder anderes. Symptome: akut einsetzend, in Abhängigkeit vom betroffenen Gefässgebiet. Am häufigsten ist ein Infarkt im Versorgungsgebiet der mittleren Hirnarterie mit Halbseitenlähmung, Empfindungsstörungen und gegebenenfalls Sprechstörungen. 2. Primär blutiger Schlaganfall (ca. 20 % der Schlaganfälle, tödlicher Verlauf in ca. 50 % der Fälle) nach Einreissen eines arteriellen Hirngefässes. Ursachen: vor allem Gefässerkrankung infolge arterieller Hypertonie oder Arteriolosklerose; selten Blutgerinnungsstörungen mit Blutungsneigung oder Gefässfehlbildung. Symptome: meist plötzlich einsetzende Symptome wie beim ischämischen Hirninfarkt, besonders Bewusstseinsstörung und Kopfschmerz. Die Unterscheidung zum ischämischen Hirninfarkt ist nur durch Computertomographie möglich.
Diagnose
Neurologische Untersuchung, Computertomographie des Gehirns (Massenblutung oder Hirninfarkt, örtliche Zuordnung), Ultraschalldiagnostik (Doppler- bzw. Duplexsonographie) der hirnversorgenden Gefässe (Verengung, Verschluss).
Therapie
Die Behandlung sollte vorzugsweise auf einer auf Schlaganfallpatienten spezialisierten Krankenstation erfolgen. Überwachung von Atmung und Kreislauf, frühzeitig Krankengymnastik, bei ischämischem Hirninfarkt Blutdruckeinstellung auf systolisch mehr als 150 mmHg, Blutzuckernormalisierung und Fiebersenkung, evtl. Behandlung eines Hirnödems, ggf. Thrombolyse (medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels) innerhalb der ersten 3-6 Stunden, bei intrazerebraler Massenblutung (oder raumforderndem Hirninfarkt) evtl. chirurgischer Eingriff. - Schnupfens. Rhinitis
- Schnupfen, russischerDer so genannte "russische Schnupfen" war eine grosse Grippewelle in den Jahren 1889-1892. Vgl. Pandemie.
- Schock, hypoglykämischerauch hypoglykämisches Koma genannt
Durch Absinken der Blutzuckerkonzentration durch Hunger oder Insulin plötzlich einsetzende Bewusstlosigkeit mit Krampfneigung, gesteigerten Muskeleigenreflexen, feuchter blasser Haut und Neigung zum Schwitzen. Im Unterschied zum diabetischen Koma (infolge erhöhter Blutzuckerkonzentration) fehlt eine starke Austrocknung des Körpers infolge von Flüssigkeitsverlust. Vgl. Hypoglykämie.
Therapie
Rasche Besserung durch Zufuhr von Glukose. - SchrumpfleberS. Leberzirrhose.
- SchutzimpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten.
Formen
1. Aktive Immunisierung: Das Antigen wird verabreicht und der Körper soll den entsptrechenden Antikörper produzieren, z. B. künstliche Erzeugung einer abgeschwächten Erkrankung: die Impfkeime, die dafür vom Impfling aufgenommen werden, sind zwar vermehrungsfähig, jedoch in ihrer Krankheit auslösenden Fähigkeit sehr abgeschwächt. Ziel ist eine belastbare Krankheitsimmunität; 2. Passive Immunisierung: Injektion von spezifischen Antikörpern oder Serum aktiv immunisierter Menschen bzw. Tiere. Nicht-infektiöse oder ungiftige Antikörper werden zur Vorbeugung oder direkten Behandlung von Infektionskrankheiten übertragen. Die Antikörper müssen nicht erst vom Körper gebildet werden; 3. Die Simultanimpfung ist eine Kombination aus aktiver und passiver Immunisierung, d. h. Antigen und Antikörper werden gleichzeitig verabreicht. So soll der schutzlose Zeitraum von Infektion bis Antikörperproduktion überbrückt werden. Beispiele hierfür sind Tetanus-, Tollwut- und Hepatitis-B-Impfung. Vgl. Impfstoff, polyvalenter; Kombinationsimpfstoff; Impfkomplikation. - SchutzimpfungSchutzimpfungen werden durchgeführt, um den Körper für eine Infektion durch Mikroorganismen unempfänglich zu machen, d. h. um den Organismus gegen Erreger zu immunisieren. Man unterscheidet die aktive und die passive Immunisierung.
Eine aktive Immunisierung kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden.
1. Durch eine künstliche Erzeugung einer abgeschwächten Erkrankung, indem abgeschwächte Krankheitserreger oder Impfkeime (Vakzination) verabreicht werden, so dass der Körper eine Abwehr gegen diese ausbildet.
2. Durch Spritzen von dem Organismus fremden Substanzen (Antigene), damit der Körper eine Abwehr (Antikörper) gegen diese ausbildet.
3. Durch Gabe von Impfkeimen oder Antigenen durch Mund, Nase, Haut oder durch Inhalation, so dass eine örtliche Infektabwehr an den Schleimhäuten ausgebildet werden kann.
Beispiele für aktive Immunisierung: Schutzimpfung gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Röteln, Tetanus.
Bei der passiven Immunisierung werden dem Organismus spezifische Antikörper (Immunglobulinpräparationen) gegen die Krankheit gespritzt, gegen die vorgebeugt oder die behandelt werden soll.
Vgl. Hepatitis-A-Vakzine, Hepatits-B-Vakzine. - Schwangerschaftsdiabetess. Gestationsdiabetes
- SchwangerschaftsikterusS. Icterus gravidarum.
- Screening-Testauch Vortest, Suchtest oder Siebtest genannt
Zeitsparender und kostengünstiger Suchtest, z. B. zur ersten Identifizierung von gefährlichen Stoffen oder Merkmalen. Als Untersuchungsmethode wird der Screening-Test insbesondere zur Früherkennung und Erfassung eines (noch) symptomlosen Krankheitsstadiums angewendet. Der Screening-Test wird eingesetzt bei z. B. Reihenuntersuchung auf Typ 2 Diabetes; auch als so genanntes Neugeborenen-Screening zur Frühdiagnose gut therapierbarer, unerkannt aber schwer verlaufender Erkrankungen (z. B. Hüftdysplasie, Stoffwechselanomalie). - Sekundäre Nebenschilddrüsenüberfunktioneine Störung, die gekennzeichnet ist durch eine Überaktivität der Nebenschilddrüsen bzw. eine übermäßige Freisetzung des Parathormons; sie ist Folge eines geänderten Kalzium-, Phosphat- und Vitamin-D-Stoffwechsels bei chronischer Niereninsuffizienz
- Sepsisauch Septikämie oder Blutvergiftung genannt
Allgemeininfektion mit Krankheitserscheinungen, bei der Mikroorganismen (meist Bakterien, seltener Pilze, Viren, Parasiten) von einem so genannten Herd aus in die Blutbahn gelangen. Mögliche Sepsisherde sind Nabel (bei Neugeborenen), häufig Urogenitaltrakt (z. B. Harnweginfektion, Infektion nach der Geburt), Haut (z. B. Wundinfektion), HNO-Bereich (z. B. Mandelentzündung, Stirnhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung), Lunge (z. B. Lungenentzündung), Darm (z. B. Bauchfellentzündung).
Begünstigende Faktoren
Unter anderem eine Immunabwehr unterdrückende Therapie, vorausgegangene Operation, Implantate bzw. Verweilkatheter (z. B. in Harnblase, Venen), Diabetes mellitus.
Symptome
Typischerweise hohes Fieber, Schüttelfrost, deutlich beeinträchtigtes Allgemeinbefinden bis zur Verwirrtheit, häufig grau-blasse Hautfarbe, im weiteren Verlauf (weiche) Milz- und Lebervergrösserung sowie infektiös-toxische Schädigung an inneren Organen (Niere, Lunge, Herz). Sich im Körper festsetzende Erreger können Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirnabszess, Lungenabszess, Arthritis oder Knochenmarkentzündung verursachen.
Therapie
Unverzüglicher Beginn der Behandlung mit Antibiotika.
Prognose
Trotz intensivmedizinischer Massnahmen ernst (Sterblichkeit ca. 50 %), besonders ungünstig bei spätem Therapiebeginn oder nicht lokalisierbarem Infektionsherd, Krebserkrankung sowie Multiorganversagen im Verlauf der Behandlung. - Septikämies. Sepsis
- Serineine Aminosäure (C3H7NO2S), die vor allem als Baustein in vielen Proteinen vorkommt und eine Vorstufe bei der Synthese der Aminosäure Glycin ist; kann im Körper hergestellt werden
- SerogruppeDurch ein spezifisches Antiserum identifizierbare nah verwandte Gruppe von Mikroorganismen mit der gemeinsamen gruppenspezifischen Zusammensetzung der gegen sie wirksamen Antigene.
- SerotypMikroorganismen, die einer Serogruppe angehören und die durch ein bestimmtes Muster der Antigene mit Hilfe eines spezifischen Antiserums identifizierbar sind.
- SerumkreatininAnteil des Kreatinins, das im Blutserum vorhanden ist
- Sialinsäureein im humanen Erythropoetin befindliches, negativ geladenes Zuckermolekül
- Sichelzellenanämieeine angeborene, hauptsächlich bei Farbigen auftretende Störung, die Fehler in der Struktur des Hämoglobins verursacht, was bei den roten Blutkörperchen zu einer unnatürlichen Struktur und Funktion führt
- Sideroblastische Anämieneine Gruppe von Anämien, die alle gekennzeichnet sind durch vermehrte Eisenanlagerungen in unreifen roten Blutkörperchen; diese roten Blutkörperchen reifen nicht auf normale Weise heran und viele von ihnen werden bereits im Knochenmark zerstört, bevor sie in den Blutkreislauf gelangen
- SinusitisNasennebenhöhlenentzündung
Akute oder chronische Entzündung einer oder mehrerer Nasennebenhöhlen (Kieferhöhlen, Stirnhöhle, Keilbeinhöhle, Siebbeinzellen). Bei Erwachsenen sind am häufigsten die Kieferhöhlen betroffen.
Ursachen
Aus der Nasenhöhle fortgeleitete Infektionen vor allem mit Viren (z. B. dem Influenza-Virus) oder Bakterien (z. B. Haemophilus influenzae, Streptokokken, Staphylokokken).
Symptome
Allgemeine Abgeschlagenheit, Gesichts- und Kopfschmerzen, Behinderung der Nasenatmung. Die chronische Sinusitis verläuft oft symptomarm.
Therapie
Abschwellend wirkende Nasentropfen, Kamillendampfbad, Wärme, evtl. Antibiotika, Spülung der Nasennebenhöhlen, ggf. operative Massnahmen.
Komplikationen
Sehr selten Durchbruch in äussere Weichteile, in die Augen- oder Schädelhöhle mit Entstehung z. B. einer Hirnhautentzündung. - Sitosterols. Lipidsenker
- SkleroseKrankhafte Verhärtung von Geweben, Organteilen oder Organen. Vgl. Arteriosklerose, Koronarsklerose, Osteosklerose.
- Small vessel diseaseBezeichnung für die zu Koronarinsuffizienz führende Erkrankung der kleinen, im Herzmuskelgewebe liegenden Herzkranzgefässäste (Mikroangiopathie) ohne Verengungen in den grossen, dem Herz aufliegenden Herzkranzgefässen. Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes) ist häufig Ursache der Erkrankung. Vgl. Herzkrankheit, koronare.
- SomatostatinAbkürzung SIH für (englisch) somatotropin release inhibiting hormone
In einem Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) und in den D-Zellen der Langerhans-Inseln nachgewiesenes Hormon. Es hemmt die Ausschüttung anderer Hormone (z. B. Wachstumshormon STH, ACTH, Insulin, Glucagon). - Somogyi-EffektNach dem amerikanischen Biochemiker Michael Somogyi (1883-1971) benanntes Phänomen, das die Auslösung einer erniedrigten Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie) und reaktiver überhöhter Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) durch eine zu hohe Dosis des Hormons Insulin beschreibt. Vorkommen bei Personen mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus (meist Typ 1). Die zu hohe abendliche Insulindosis verursacht nachts (ca. 3-4 Uhr) Hypo- und morgens Hyperglykämie. Vgl. Gegenregulation, diabetische.
- SonographieS. Ultraschall
- Sonographieeine Methode zur Darstellung zweidimensionaler Bilder innerer Organe mittels Ultraschallwellen
- SoorösophagitisDie Soorösophagitis ist eine Infektion der Speiseröhre mit dem Pilz Candida albicans. Die Erkrankung tritt vor allem bei immungeschwächten Patienten, insbesondere auch bei HIV-Erkrankten, auf und neigt dazu, wiederholt aufzutreten. Sie wird medikamentös mit Antibiotika behandelt.
- Sorbitolauch Sorbit genannt
Sechswertiger Zuckeralkohol, der Zwischenprodukt bei der Umwandlung von Fruktose in Glukose im Organismus ist. Sorbitol kann technisch hergestellt werden. Es ist unter anderem Ausgangsprodukt für die Herstellung von Ascorbinsäure (Vitamin C). Sorbitol kann in der Leber durch ein Enzym in Fruktose umgewandelt werden und dadurch in den von Insulin unabhängigen Fruktosestoffwechsel gelangen. Sorbitol wird unter anderem als Geschmackskorrigens eingesetzt; als Zuckerersatzstoff ist Sorbitol für Diabetiker geeignet (s. Süssstoffe). In hoher Dosis wirkt Sorbitol abführend. Vgl. Typ 2 Diabetes. - SpätrezidivWiederauftreten einer Krankheit nach längerem zeitlichen Intervall ohne Erkrankung (s. Rezidiv). In der Onkologie Bezeichnung für einen frühestens nach 5 Jahren wiederauftretenden Tumor, nachdem der Primärtumor erfolgreich behandelt wurde.
- Spontanfrakturs. Fraktur, pathologische
- SpontanverformungAkut oder schleichend auftretende Verformung der Wirbelkörper und Arm- oder Beinknochen infolge Strukturveränderung ohne entsprechende Gewalteinwirkung.
Ursachen
Durch schlechte Ernährung oder Hormondrüsenfehlfunktion bedingte Stoffwechselstörungen (z. B. Osteoporose, Rachitis, Osteodystrophia deformans), Tochtergschwülste bösartiger Tumoren (z. B. Prostatakarzinom, Plasmozytom), medikamentös bedingt (z. B. nach Langzeitbehandlung mit Glukokortikoiden).
Vgl. Osteomalazie; Fraktur, pathologische. - StärkeAmylum
Stärke ist ein sehr langkettiges Polysaccharid aus Glukose, das zu 20 % aus wasserlöslicher Amylose (unverzweigte Glukoseketten) und zu 80 % aus wasserunlöslichem Amylopektin (verzweigte Glukoseketten) besteht. Stärke wird nur von pflanzlichen Organismen produziert. Sie ist dort der wichtigste Kohlenhydrat-Reservestoff (neben Inulin). Stärke speichernde Organe der Pflanzen sind Knollen, Samen, Wurzeln und andere. Stärke deckt den Hauptteil des tierischen Bedarfs an Kohlenhydraten. Der Abbau von Stärke im Organismus erfolgt durch Enzyme, die als Amylasen bezeichnet werden. Vgl. Verdauung von Kohlenhydraten. - Störung, saisonal-affektiveMeist zwischen Herbst und Frühjahr regelmässig auftretende depressive Störung. Die saisonal-affektive Störung äussert sich im Allgemeinen mit Vitalstörungen, übermässigem Schlafbedürfnis und Gewichtszunahme (vgl. Übergewicht).
Therapie
Antidepressiva, zusätzlich Lichttherapie. - StammInnerhalb der Mikrobiologie (Wissenschaftszweig, der sich mit den Lebensbedingungen von Mikroorganismen, d. h. unter anderem mit Bakterien und Viren befasst) ist ein Stamm die systematische Untereinheit einer Art (Species).
- Star, grüners. Glaukom
- StauungsikterusGelbsucht (s. Ikterus), die bei einer Stauungsleber infolge einer Abflussbehinderung des Blutes in der Leber auftritt.
- Stauungsinsuffizienzeine Erkrankung, bei der das Herz nicht in der Lage ist, eine adäquate Zirkulation des Blutes in den Körpergeweben aufrechtzuerhalten
- Stenokardies. Angina pectoris
- StenoseAngeborene oder erworbene Verengung, Enge oder Einengung von Hohlorganen oder Gefässen.
- Stents. PTCA
- SteroiddiabetesEntwicklung der Ausscheidung von Glukose (Glukosurie) oder Diabetes mellitus während der therapeutischen Behandlung mit Glukokortikoiden (Steroidhormone). Eine Lebererkrankung fördert die Entstehung.
- SteroidhormoneSteroide (organische Verbindungen aus 18-30 Kohlenstoffatomen), die als Hormone fungieren. Zu den menschlichen Steroidhormonen gehören Sexualhormone, Nebennierenrindenhormone (Glukokortikoide, Mineralokortikoide) und Calciferole.
- SteroidosteoporoseOsteoporose nach hochdosierter Langzeittherapie mit Glukokortikoiden mit schweren Veränderungen des Skeletts vor allem an Wirbelsäule, Rippen, Oberschenkelknochen, Becken und Schädel. Die Steroidosteoporose ist die häufigste so genannte sekundäre Form der Osteoporose.
- STHAbkürzung für somatotropes Hormon, auch Somatotropin oder Wachstumshormon genannt
Im Vorderlappen der Hypophyse gebildetes Hormon, dessen Bildung und Ausschüttung durch die übergeordneten Hormone SRH (Abkürzung für Somatotropin-releasing-Hormon) und Somatostatin gesteuert werden. Die Freisetzung wird gesteigert bei einer verminderten Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie), erhöhter Aminosäure- und Glucagonkonzentration sowie im Schlaf. Glukose und Cortisol vermindern die Ausschüttung.
Wirkungen
Vor allem Steigerung der Biosynthese von DNA (Wachstumsimpuls), Anregung der Produktion von Proteinen und Hemmung der Produktion von Fetten, Ausschüttung des Hormons Glucagon, Erhöhung der Blutzuckerkonzentration durch dem Insulin entgegengesetzte Wirkung, Steigerung der Glukoneogenese (Produktion von Glukose) in der Leber. - Stoffwechselauch Metabolismus genannt
Gesamtheit aller lebensnotwendigen chemischen Reaktionen im Organismus. Bestandteile der aufgenommenen Nahrungsmittel werden entweder zur Assimilation oder zur Dissimilation verwendet. Unter Assimilation versteht man den Aufbau körpereigener Substanzen aus Bestandteilen, die bei der Verdauung* resorbiert wurden. Bei der Dissimilation werden Nahrungsbestandteile oder durch Assimilation produzierte Verbindungen zur Gewinnung von Energie für die Lebensvorgänge abgebaut. Viele Reaktionen des Stoffwechsels verlaufen in Zyklen und werden auf verschiedenen Ebenen reguliert. Der ständig in lebenden Organismen stattfindende Abbau- und Wiederaufbau-Prozess wird Stoffumsatz genannt. - StoffwechseleinstellungFestlegung der individuell effektivsten Dosis von Arzneimitteln im Rahmen einer Langzeitbehandlung von Stoffwechselstörungen.
- StrahlentherapieIm engeren Sinn die Anwendung von bestimmter Strahlung (ionisierender Strahlung) zur Behandlung bösartiger (selten auch gutartiger) Tumore. Eine Strahlentherapie kann entweder zur Heilung der Erkrankung eingesetzt werden oder um das Fortschreiten aufzuhalten. Die Strahlentherapie kann allein oder kombiniert mit chirurgischen Massnahmen oder Chemotherapie angewandt werden. Das Ziel ist maximale Schädigung des Tumorgewebes durch die Strahlung bei gleichzeitiger maximaler Schonung des umgebenden gesunden Gewebes; hierzu muss entweder das Tumorgewebe für Strahlung empfindlicher sein als gesundes Gewebe oder die Strahlung kann im Bereich des Tumors gezielt höher dosiert werden, z. B. durch die Wahl der Strahlung mit einer passenden Wellenlänge und damit Eindringtiefe oder durch das Einbringen der Strahlungsquelle in den Körper.
Man verwendet entweder energiereiche elektromagnetische Wellen wie UV-, Röntgen- und Gammastrahlen oder korpuskuläre Strahlung wie Heliumkerne (Alphastrahlen), Elektronen (Betastrahlen), Protonen, Neutronen.
Im weiteren Sinne versteht man unter Strahlentherapie jede Anwendung elektromagnetischer Wellen zu therapeutischen Zwecken (z. B. Mikrowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht). - Stuhlverstopfungs. Obstipation
- subkutanunter die/der Haut
- SulfonylharnstoffeSulfonylharnstoffe sind orale Antidiabetika (zum Einnehmen). Sie fördern die Freisetzung des Blutzucker senkenden Hormons Insulin durch Stimulation der B-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse.
Verwendung
Bei insulinunabhängigem Typ 2 Diabetes, wenn Diät und Gewichtsabnahme zur Stoffwechseleinstellung ausreichen. Sulfonylharnstoffe ersetzen jedoch weder diätische Massnahmen noch die ggf. erforderliche Insulintherapie.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Erniedrigte Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie), Störungen im Verdauungstrakt, selten allergische Reaktionen und Blutbildveränderung. - Sympathikusauch Orthosympathikus genannt
Sympathischer Teil des vegetativen (nicht willentlich steuerbaren) Nervensystems, der aus dem beidseits der Wirbelsäule verlaufenden sympathischen Grenzstrang mit den zugehörigen sympathischen Nerven und Geflechten besteht. Der Sympathikus enthält einerseits Nervenfasern für für die Übermittlung von Schmerzempfindung der Eingeweide an das zentrale Nervensystem. Die Erregung des Sympathikus führt andererseits über vom zentralen Nervensystem wegführende Fasern zum Anstieg des Blutdrucks, Beschleunigung von Herzschlag und Atmung, Weitstellung der Pupillen, Aufstellen der Haare, Schwitzen sowie zu einer Herabsetzung der Bewegungen der Muskulatur des Magen-Darm-Trakts und der Funktion innerer Drüsen.
Substanzwirkungen auf den Sympathikus
1. Erregend auf den Sympathikus wirken Adrenalin, Noradrenalin, Ephedrin und andere Sympathomimetika. 2. So genannte Sympatholytika hemmen die Aktivität des Sympathikus. - Sympathomimetikaauch Adrenozeptoragonisten genannt
Sympathomimetika sind Substanzen, die die Wirkung des Sympathikus nachahmen.
Einteilung
1. Direkt wirkende Sympathomimetika: erregen (wie Adrenalin und Noradrenalin) direkt spezielle Rezeptoren des Sympathikus. 2. Indirekt wirkende Sympathomimetika: führen zu einer Freisetzung von Noradrenalin aus den entsprechender Nervenzellen. Das freigesetzte Noradrenalin stimuliert Rezeptoren des Sympathikus. - Syndrom Xs. Syndrom, metabolisches
- Syndrom, metabolischesauch Syndrom X genannt
In Industrieländern häufig vorkommende Kombination von 1. krankhaftem Übergewicht, 2. gestörtem Kohlenhydratstoffwechsel (z. B. Typ 2 Diabetes), 3. erhöhten Blutfettwerten (s. Hypertriglyceridämie) und 4. Bluthochdruck (Hypertonie). Die Kombination der vier Hauptsymptome ist das so genannte tödliche Quartett mit hohem Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. - System, lymphatischesBezeichnung für die am Immunsystem beteiligten Zellen (z. B. Lymphozyten). In Knochenmark und Thymus (Brustdrüse), findet die Lymphozytenbildung statt; in Milz und Lymphknoten erfolgt die Reaktion der Lymphozyten mit den Antigenen.
- Systoles. Herzzyklus
- SzintigraphieNuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren zur Aufzeichnung der räumlichen und/oder zeitlichen Verteilung von Radiopharmaka (Arzneimittel, die radioaktive Strahlung emittieren) im Körper oder in Organen. Die Radiopharmaka reichern sich nach der Aufnahme in den zu untersuchenden Organen oder Geweben entweder relativ selektiv an oder werden nicht gespeichert. Die räumliche Aktivitätsverteilung der aus dem Körper austretenden emittierten Strahlung kann in Verbindung mit speziellen Aufnahmegeräten rechnergestützt als zwei- oder seltener dreidimensionales Szintigramm registriert werden.
Formen
1. statische Szintigraphie: statisches Einzelbild oder Ganzkörperbild vor allem zur Lokalisationsdiagnostik so genannter eingefrorener Funktions- oder Stoffwechselzustände ohne Veränderung zur Zeit der Aufnahme (z. B. Schilddrüsen-, Skelettszintigramm) 2. Sequenz- oder dynamische Szintigraphie: Serie von Szintigrammen zum Erfassen von Aktivitätveränderungen innerhalb einer funktionsspezifischen Zeit mit der Möglichkeit zur Erstellung von Funktionskurven.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin