Glossary
Angefangen bei A wie "Abmagerung"
bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin
und Wissenschaft
– in klaren und einfachen Worten.
Fäkaler okkulter Bluttest
ein Test , anhand dessen das Vorhandensein von mikroskopisch geringen Mengen Blut im Stuhl, die durch Blutungen im Verdauungstrakt hervorgerufen werden, abgeklärt wird
Faustschlussprobe
Funktionsprüfung zum Nachweis von Durchblutungsstörungen im Bereich der Arme und Hände als Folge von arteriellen Verschlusskrankheiten. Bei erhobenem Arm wird die Hand innerhalb von 2 Minuten 60mal zur Faust geschlossen und geöffnet. Bei Vorliegen einer Durchblutungsinsuffizienz kommt es zu einer diffusen oder fleckförmigen Abblassung der Handinnenflächen und Finger und zum verzögerten Auftreten der reaktiven Blutüberfüllung und Wiederauffüllung der Venen am herabhängenden Arm.
Fernbestrahlung
Bestrahlung mit einem grossen Abstand zwischen Strahlenquelle und Haut, z. B. der Ganzkörperbestrahlung. Vgl. Strahlentherapie.
Ferritin
ein eisenhaltiges Protein, dessen Aufgabe die Speicherung von Eisen ist und, das besonders in der Leber, aber auch in der Milz und im Knochenmark, vorkommt
Fettabsaugung
s. Liposuktion
Fette
Der Begriff Fette ist 1. eine (biochemisch) veraltete Bezeichnung für Triglyceride; 2. Bezeichnung (diätetisch) für Hauptnährstoff mit hohem Energiegehalt (39 kJ/g = 9,3 kcal/g). Der tägliche Bedarf beträgt ca. 0,9 g/kg Körpergewicht (25-30 % der Gesamtenergie). Fette sind zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine im Darm und als Quelle essentieller Fettsäuren unentbehrlich. Tierische Fette enthalten vor allem gesättigte Fettsäuren (besonders Palmitinsäure und Stearinsäure), pflanzliche Fette (Öle) ungesättigte Fettsäuren (besonders Ölsäure und Linolsäure). Fischöl ist reich an Omegafettsäuren, die schützend auf das arterielle Gefässsystem wirken sollen. Vgl. Depotfett, Fettstoffwechsel, Lipide.
Fettleber
Häufigste Lebererkrankung mit Fettablagerung in Leberzellen (10 % bis max. 50 % des Lebergewichts).
Ursachen: Alkoholmissbrauch, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Mangel- oder Fehlernährung, krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas), einzelne Arzneimittel, einige Gifte, Leberentzündungen (bes. Hepatitis C), Stoffwechselerkrankungen, Schwangerschaft.
Symptome: Oberbauchdruck ist möglich, die Leber ist vergrössert tastbar.
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen (Nachweis erhöhter Leberenzyme, z.B. GGT, GLDH, ChE, vgl. Leberfunktionsproben), Ultraschalluntersuchung der Leber, evtl. Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe aus der Leber.
Prognose: Bei Ausschaltung der Ursache ist die Fettleber voll rückbildungsfähig, besteht die schädigende Ursache fort, geht sie in eine Fettschrumpfleber (Fettzirrhose, vgl. Leberzirrhose) über.
Fettleberhepatitis
Entzündliche Lebererkrankung mit Schädigung und /oder Zerstörung der Leberzellen.
Einteilung: Zwei Formen der Fettleberhepatitis: 1. Alkoholhepatitis bei Alkoholkrankheit in mehr als 25 % der Fälle. 2. nichtalkoholische Fettleberhepatitis (auch nichtalkoholische Steatohepatits, Abk. NASH): tritt auf bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas), Eiweissunterernährung, schweren auszehrenden Krankheiten, Gicht, Fettstoffwechselstörungen oder Arzneimitteleinnahme.
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: bei zwei Drittel der Patienten sind die Leberenzyme mässig, bei einem Drittel nicht erhöht. Oft sind die Blutfette (z.B. Triglyceride und Cholesterol) im Blut erhöht.
Fettsäuren
Chemisch sind Fettsäuren aliphatische Monocarbonsäuren, die in Triglyceriden, Glycerolphosphatiden und Sphingolipiden verestert, unverzweigt und mit gerader Anzahl von Kohlenstoffatomen vorkommen. Fettsäuren werden im Körper aus Nahrungs- und Depotfett oder körpereigenen Lipiden von Enzymen (Lipasen) freigesetzt. Der Aufbau von Fettsäuren im Körper erfolgt durch Kettenverlängerung aktivierter geradzahliger Fettsäuren um zwei Kohlenstoffatome oder vollständig neu. Der Abbau von Fettsäuren vollzieht sich in der so genannten Betaoxidation. Das entstehende Molekül Acetyl-CoA wird entweder für Biosynthesen verwendet oder in Citratzyklus und Atmungskette vollständig zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert, wobei Energie gewonnen wird. Vgl. Fettstoffwechsel.
Einteilung
1. Gesättigte Fettsäuren, z. B. Palmitinsäure; 2. ungesättigte Fettsäuren mit einer (z. B. Ölsäure) oder mehreren Doppelbindungen, die stets durch zwei Einfachbindungen getrennt sind (z. B. Linolsäure); 3. Hydroxyfettsäuren, z. B. Rizinolsäure in Rizinusöl; 4. Cyclopentenfettsäuren, z. B. Chaulmoograsäure.
Fettsäuren, essentielle
Mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure und Linolensäure), die der Mensch mit der Nahrung aufnehmen muss, da der Körper sie nicht selbst produzieren kann. Sie werden z. B. zur Biosynthese der Arachidonsäure (Bestandteil der Zellmembran) benötigt. Essentielle Fettsäuren kommen in pflanzlichen Ölen und Fischöl vor. Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren infolge fettfreier Ernährung kann zu Hautveränderungen (Verhornungen, Haarausfall), Verringerung der für die Blutgerinnung notwendigen Blutplättchen und Wachstumsstörung führen. Vgl. Omegafettsäuren.
Fettsäuren, freie
Unveresterte Fettsäuren, die bei der Spaltung von Fetten (Triglyceriden) während der Lipolyse entstehen und an bestimmte Proteine (Albumine) gebunden im Blutserum transportiert werden. Freie Fettsäuren sind Energielieferanten für fast alle Organe. Eine vermehrte Freisetzung von freien Fettsäuren erfolgt z. B. durch das Hormon Adrenalin (bei Stress) und durch gesteigerte Lipolyse (z. B. bei Diabetes mellitus), bei Schilddrüsenüberfunktion und Hunger. Vgl. Randle-Zyklus.
Fettstoffwechsel
auch Lipidstoffwechsel genannt
Im engeren Sinn bezeichnet der Fettstoffwechsel den Stoffwechsel der Triglyceride (Neutralfette). Um aus dem Magen in das Blut aufgenommen werden zu können, müssen Nahrungsfette zunächst durch Gallensäuren emulgiert werden. Erst dann können sie durch Enzyme aus Magen, Dünndarm und Bauchspeicheldrüse in Fettsäuren und Glycerol gespalten werden. Fettsäuren mit weniger als 12 Kohlenstoffatomen werden als freie Fettsäuren an Albumine gebunden transportiert. Fettsäuren mit 12 oder mehr Kohlenstoffatomen werden in der Darmschleimhaut (mit Glycerolen) wieder zu Triglyceriden zusammengesetzt, als Chylomikronen (kleine Lipoproteinpartikel) über die Lymphe abtransportiert und im Blutserum an Lipoproteine gebunden. Im Fettgewebe werden Triglyceride zusammen mit Cholesterolestern gespeichert und bei Bedarf freigesetzt. Die Herstellung der Triglyceride im Körper selbst erfolgt insbesondere in Leber, Fettgewebe, Nieren, Lungen und Milchdrüsen. Die erforderlichen Fettsäuren werden aus Acetyl-CoA, das vor allem aus dem Abbau von Glukose stammt, hergestellt. Die beim Abbau der Triglyceride im Fettgewebe (Lipolyse) freiwerdenden Fettsäuren unterliegen dann in den Zellen weiteren Abbauprozessen, wobei letztendlich Energie gewonnen wird. Vgl. Verdauung von Neutralfetten. Fettstoffwechselstörungen: s. Hyperlipoproteinämien, Hypolipoproteinämien.
Fibrinogen
ein von der Leber produziertes Protein, das eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielt
Fibroblastenartige Zellen
spezielle Zellen in der Nierenrinde, die das Hormon Erythropoetin produzieren
Fibrose
eine Erkrankung, bei der normales Organgewebe durch Bindegewebe oder Narbengewebe verdrängt wird
Fieber
Erhöhung der Körpertemperatur als Folge einer gestörten Wärmeregulation. Im Unterschied zur Hyperthermie (Überhitzung der Körpertemperatur ohne so genannte Sollwertverstellung) ist bei Fieber der körpereigene Sollwert der Temperatur auf ein höheres Niveau verschoben. Fieber kann Abwehrvorgänge des Körpers unterstützen, z. T. über eine Beschleunigung biochemischer Reaktionen. Diesen vorteilhaften Effekten von mässigem Fieber stehen subjektive Beschwerden (Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Kopfschmerz) und objektive Nachteile (Proteinabbau) gegenüber. Einteilung: bis 38 °C subfebrile Temperatur, bis 38,5 °C mässiges Fieber, über 39 °C hohes Fieber. Fieber steigt selten über 41 °C.
Symptome
Unter Fieberanstieg bei Infektionen können Säuglinge und Kleinkinder mit Fieberkrämpfen reagieren, bei älteren Kindern wird der Fieberanstieg begleitet von Frösteln, kühlen Gliedern und Kreislaufzentralisation. Erwachsene haben bei Fieber in der Regel Schüttelfrost. Nach Erreichen der so genannten Fieberhöhe kommt es gelegentlich zu Bewusstseins- und Sinnestrübung. Der Abfall des Fiebers erfolgt langsam im Verlauf von Tagen oder schnell im Verlauf von Stunden.
Therapie
Behandlung der Ursachen (z. B. Infektionstherapie); Behandlung der Symptome unter Erwägung von Nach- und Vorteilen (physikalisch durch Verbesserung von Wärmeabgabe, medikamentös durch Gabe von Fieber senkenden Mitteln). Aus dem Bereich der Naturheilkunde kommen Wadenwickel, Saftfasten und Teefasten sowie die Gabe einer Vielzahl von pflanzlichen Mitteln (z. B. rote Johannisbeere, traditionell Berberitze, Bitterklee, und andere).
Filtrat
eine durch einen Filter gelaufene Flüssigkeit
Fistelkarzinom
Ein Fistelkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der von den Deckzellen ausgeht, die eine Fistelwand auskleiden (Epithelgewebe). Fisteln verbinden Körperhöhlen bzw. Hohlorgane untereinander oder mit der Körperoberfläche.
Fluoride
Salze der Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure, HF). Therapeutische Verwendung finden Natriumfluorid (NaF), Monofluorphosphat (MFP), Zinn- und Aminofluorid bei der Vorbeugung gegen Karies und zur Therapie der Osteoporose.
Follikulitis
Entzündung der Haarbälge (Haarfollikel) meist durch das Bakterium Staphylococcus aureus als gerötetes schmerzhaftes Knötchen mit zentralem, von einem Haar durchbohrtem Eiterbläschen (Pustel).
Fontaine-Stadien
Stadieneinteilung des Durchblutungsmangels bei arteriellen Verschlusskrankheiten im Bereich der Gliedmassen zur Beurteilung des Schweregrads.
Stadium I: Beschwerdefreiheit auch bei Belastung (ausreichender Umgehungskreislauf), meist Zufallsbefund (fehlende tastbare Arterienpulse). Stadium II: Belastungsschmerz; so genannte Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens): nach einer bestimmten Gehstrecke auftretende Wadenschmerzen, die nach einiger Zeit des Stehenbleibens wieder verschwinden. IIa: beschwerdefreie Gehstrecke länger als 200 m; IIb: beschwerdefreie Gehstrecke kürzer als 200 m. Stadium III: Ruheschmerz in den betreffenden Gliedmassen bei horizontaler Lage infolge Mangeldurchblutung der Muskulatur, oft vorübergehendes Nachlassen der Schmerzen bei Tieflagerung. Stadium IV: Störungen der Gewebeernährung in Form von absterbendem Gewebe.
Fraktur, pathologische
auch Spontanfraktur genannt
Eine pathologische Fraktur ist ein ohne entsprechende Gewalteinwirkung auftretender Knochenbruch bei vorgeschädigtem Knochengewebe, z. B. bei Osteoporose, Osteodystrophia deformans, Marmorknochenkrankheit und Osteogenesis imperfecta. Sie kann auch in Zusammenhang mit unsachgemässen ärztlichen Massnahmen auftreten, z. B. als ungewollte Unterkieferfraktur bei chirurgischer Zahnentfernung. Vgl. Spontanverformung.
Fresszellen
Auch Phagozyten.
Fresszellen sind spezialisierte weisse Blutkörperchen, die die Fähigkeit besitzen, feste Partikel wie Gewebstrümmer, Fremdkörper oder auch Mikroorganismen aufzunehmen, zu zerstören und abzubauen. Man unterscheidet die weitgehend ortsgebundenen Fresszellen (Makrophagen) von den im Körper kreisenden (Monozyten und Granulozyten).
Fruktose
auch Fruchtzucker oder Lävulose genannt
Fruktose ist ein Monosaccharid, das sechs Kohlenstoffatome enthält. Fruktose ist der süsseste natürliche Zucker, der in süssen Früchten und Honig und als Baustein von z. B. Saccharose vorkommt. Die Aufnahme von Fruktose in die Zelle ist (im Gegensatz zu Glukose) unabhängig von Insulin, so dass auch bei schwerem Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes bis zu 30 g Fruktose pro Tag umgesetzt werden. Fruktose ist daher als Süssmittel für Diabetiker geeignet.
Fundus arterioscleroticus
Im Rahmen einer Arteriosklerose veränderter Augenhintergrund: blasse, reflexarme Netzhaut, Gefässe mit starken Reflexen durch geringere Wandtransparenz (so genannte Kupferdraht- oder Silberdrahtarterien), Gunn-Zeichen (Venenverschmälerung bei der Kreuzung mit Arterien), Salus-Zeichen (bogenförmige Ausbiegungen der Venen), Aderhautgefässe mit weissen Randkonturen; später grau-weisse Bänder.
Fundus hypertonicus
Veränderungen des Augenhintergrunds bei gutartigen Verlaufsformen des Bluthochdrucks unbekannter Ursache (essentielle Hypertonie). Die Veränderungen sind abhängig von Blutdruckhöhe, Erkrankungsdauer und Ausmass der damit verbundenen Arteriosklerose, von allgemeiner Gefässverengung und arteriosklerotischer Veränderungen. Bei maligner Hypertonie entwickeln sich die Veränderungen zur so genannten Retinopathia hypertensiva.
Fusionshemmer
Arzneimittel, die die Vereinigung von Viren mit gesunden, körpereigenen Zellen verhindern. So kann das Virus nicht in die Zelle eindringen und sich vermehren. Fusionshemmer wirken auch gegen Viren, die bereits gegen Proteasehemmer und Reverse-Transkriptase-Hemmstoffe resistent sind. Fusionshemmer befinden sich derzeit noch in der Prüfphase.
Fuss, diabetischer
Spätkomplikation bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes infolge Gefäss- sowie Nervenerkrankungen (Polyneuropathie).
Symptome
Schmerzloser Hautdefekt bis zum völligen Absterben des Gewebes als Folge von Durchblutungsmangel (s. diabetische Gangrän).
Vorbeugung und Therapie
Entlastung des Fusses, orthopädische Schuhe und Einlagen, Fusspflege, frühzeitige und konsequente Behandlung jeder kleinen Wunde, evtl. gefässchirurgisch, unter Umständen Amputation.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin