Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- AbmagerungMedizinisch spricht man von Abmagerung, wenn jemand sehr viel Gewicht verliert und mehr als 15 Prozent unter dem alters- und grössenspezifischen Minimum liegt. Als Ursachen kommen neben Mangelernährungen verschiedene Krankheiten in Frage.
- ACE-HemmerKurzbezeichnung für Hemmstoffe des Enzyms ACE (Angiotensin-converting-Enzym).
Wirkungen
ACE-Hemmer senken den Blutdruck und die Vorlast und Nachlast des Herzens. Dies geschieht durch Hemmung der Umwandlung des Hormons Angiotensin I in das gefässverengend und somit Blutdruck steigernd wirkende Angiotensin II. Die nachfolgende Freisetzung des Hormons Aldosteron (Zurückhalten von Natrium und Wasser in der Niere) wird dadurch verhindert, in der Folge nimmt der arterielle Gefässwiderstand ab.
Verwendung
Bei essentiellem Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinsuffizienz, nach Herzinfarkt (vorbeugend gegen erneuten Infarkt).
Gegenanzeigen
Schwangerschaft und Stillzeit, Verengung beider Nierenarterien, Verengung der Körperhauptschlagader (Aorta) und andere.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Geschmacksstörung, Hautreaktion und andere, seltene Wirkungen. Vorsicht! Es kann zu starkem Blutdruckabfall und (umkehrbarer) Einschränkung bzw. Verschlechterung der Nierenfunktion (vor allem bei vorgeschädigter Niere) kommen.
- AcetylsalicylsäureChemische Verbindung mit schmerzstillender, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung. Acetylsalicylsäure hemmt darüber hinaus die Zusammenballung der Blutplättchen (Thrombozyten), die zu Blutgerinnseln führen können.
Verwendung
1. Schmerzen, Fieber und rheumatischen Erkrankungen; 2. bei instabiler Angina pectoris oder akutem Herzinfarkt, zur Vorbeugung gegen einen erneuten Herzinfarkt, nach operativen (besonders arteriellen) gefässchirurgischen Eingriffen sowie zur Vorbeugung gegen einen Schlaganfall nach Durchblutungsstörung des Gehirns und gegen arterielle Verschlusskrankheiten bei einer Gefässverengung in anderen Organsystemen.
Gegenanzeigen
Unter anderem Blutbildungsstörungen. Vorsicht ist geboten bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren. Anwendungsbeschränkungen bestehen besonders bei gleichzeitiger Gabe von gerinnungshemmenden Mitteln.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Magen-Darm-Störungen, insbesondere Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Asthma-Anfälle, Kopfschmerz, Flüssigkeitseinlagerungen in das Gewebe (Ödeme), Blutbildungsstörungen, Störungen der Leber- oder Nierenfunktion, Überempfindlichkeitsreaktionen (ggf. Schock). - ACTHAbkürzung für adrenocorticotropes Hormon, auch Kortikotropin oder Corticotropin genannt
Das Hormon ACTH wird im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und wirkt auf die Nebennierenrinde.
Wirkungen
ACTH fördert die Produktion vor allem der so genannten 'Stresshormone' (Glukokortikoide) in der Nebennierenrinde, führt zu einer Steigerung des Fettabbaus (Lipolyse) und indirekt zu einer vermehrten Ausschüttung des Blutzucker senkenden Hormons Insulin. Die Bildung von ACTH wird unter anderem durch einen hohen Glukokortikoidspiegel im Blut gehemmt, durch Kälte und Stress (Adrenalin) gefördert.
- AdenomVon den oberflächlichen Zellen (Epithelgewebe) der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes oder der Drüsen ausgehende, zunächst gutartige Neubildung, die aber bösartig entarten kann. Entsprechend dem Aussehen werden folgende Formen unterschieden:
1.tubuläres Adenom, mit röhrenförmiger Anordnung des Epithelgewebes, z. B. Polypen.
2.trabekuläres Adenom, bei dem das Epithelgewebe balkenförmig angeordnet ist.
3.follikuläres Adenom, bei dem sich kleine Zellbläschen bilden, in denen z. B. in der Schilddrüse Hormone produziert oder auch abgegeben werden können.
4.Adenome mit Ausbildung eines grösseren Hohlraums, z. B. in den Eierstöcken.
5.Fibroadenome mit vermehrtem Wachstum von Bindegewebszellen, besonders in der weiblichen Brust. - ADHAbkürzung für antidiuretisches Hormon
ADH wird in einem Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) gebildet und in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gespeichert. Die ADH-Ausschüttung wird durch Durst, Verminderung des Flüssigkeitsvolumens, Medikamente und emotionale Einflüsse gefördert. Durch erhöhtes Flüssigkeitsvolumen, Alkohol und Coffein wird sie verringert.
Wirkungen
ADH verringert die Wasserausscheidung über die Nieren und führt somit zur Harnkonzentrierung. Es verengt die Blutgefässe (vasopressorische Wirkung) und bewirkt dadurch den Anstieg des Blutdrucks.
Ein Mangel an ADH hat eine erhöhte Harnausscheidung zur Folge (vgl. Diabetes insipidus).
- AdipositasKörpergewicht mit einem Body-mass-Index ab 30 kg/m2, d. h. starkes Übergewicht, das zu gesundheitlicher Beeinträchtigung führt. Adipositas ist ein Risikofaktor für Folgeerkrankungen (besonders metabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Hypercholesterolämie, Bluthochdruck, Arteriosklerose).
- AdrenalinÜberträgerstoff von Nervenimpulsen und Hormon des Nebennierenmarks (Abkürzung NNM). Die Ausschüttung von Adrenalin aus dem NNM wird durch Nervensignale angeregt und ist bei Stress stark erhöht.
Wirkung
Steigerung von Pulsfrequenz, Herzminutenvolumen und Blutdruck; Verminderung der Darmtätigkeit; Erschlaffung der Bronchialmuskulatur sowie Erweiterung der Bronchien und Pupillen. Der Stoffwechselgrundumsatz wird durch Förderung des Sauerstoffverbrauchs gesteigert. Es kommt zu einer Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie) durch Abbau von Glykogen und zur Steigerung der Lipolyse. Das führt zu einer raschen Bereitstellung von Energie und erhöhter Alarmbereitschaft. Vgl. Noradrenalin. - AIDSAbkürzung für die englische Bezeichnung Acquired Immuno Deficiency Syndrome, erworbenes Immunschwächesyndrom.
Ca. 10-12 Jahre nach Infektion mit dem Virus HIV-1 oder HIV-2 auftretende Erkrankung des Immunsystems, die mit einer eingeschränkten Abwehr gegen Infektionen und Tumoren einhergeht. AIDS ist das vierte Stadium der HIV-Erkrankung mit ausgeprägter Immunschwäche und dem Auftreten so genannter AIDS-definierender Erkrankungen.Die Erkrankung wurde erstmals 1981 in den USA als erworbene Immunabwehrschwäche unklarer Ursache beschrieben.
Auftreten, Diagnose, Therapie und Prognose s. HIV-Erkrankung.
- AIDS-definierende ErkrankungenGruppe von Erkrankungen, deren Auftreten das letzte Stadium der HIV-Erkrankung (AIDS) definieren. Sobald es also zu Erkrankungen wie Pneumocystis-carinii-Pneumonie, Toxoplasmen-Infektion des Gehirns, Pilzinfektion mit Candida albicans der Speiseöhre, Lunge, Zytomegalie*-Infektion, die sich auf den gesamten Körper ausbreitet, Tuberkulose oder Kaposi-Sarkom kommt, spricht man vom so genannten Vollbild AIDS.
- AIDS-HilfeDie AIDS-Hilfe ist eine Institution zur Aufklärung und Bereitstellung von Informationsmaterial über AIDS. Internationale Angebote gibt es unter http://www.unaids.org, dem Joint United Nations Programme on HIV/AIDS oder den Centers for Disease Control (CDC) unter http://www.cdc.gov/nchstp/hiv_aids/hivinfo.htm
- AkkommodationslähmungUnter einer Akkommodationslähmung versteht man den teilweisen, selten vollständigen Ausfall der Akkommodation des Auges, d. h. das Auge kann einen fixierten Gegenstand nicht mehr scharf auf der Netzhaut abbilden. Eine Akkommodationslähmung tritt häufig zusammen mit einer Störung der Bewegungsfähigkeit der Pupillen auf. Vgl. Okulomotoriuslähmung.
Ursachen
Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers, grüner Star (Glaukom) und andere Erkrankungen können eine Akkommodationslähmung verursachen.
- AlaninaminotransferaseAuch Glutamat-Pyruvat-Transaminase, Abk. ALT.
Enzym, das in der Leber vorkommt und z.B. bei akuter Hepatitis oder Leberschädigung erhöht ist.
- Albers-Schönberg-Krankheits. Marmorknochenkrankheit
- AlbumineIn der Leber produzierte, gut wasserlösliche grosse Proteine. Albumine machen ca. 52-62 % des Gesamteiweisses im Blut aus und kommen auch in anderen Körperflüssigkeiten (z. B. Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit, Lymphe), in der Muttermilch sowie im Muskelgewebe vor. Albumine sind vor allem wichtig für die Aufrechterhaltung des Blutvolumens durch Bindung von Flüssigkeit und als Transportprotein im Blut für wasserunlösliche Stoffe (z. B. freie Fettsäuren).
- AlbuminurieAusscheidung von grossen wasserlöslichen Proteinen (Albumine) mit dem Urin. Jeder gesunde Mensch scheidet Albumine mit dem Urin aus. Bei erhöhten Werten spricht man von Mikroalbuminurie, bei sehr stark erhöhten von Makroalbuminurie. Eine Mikroalbuminurie kann eine diabetische Glomerulosklerose, d. h. eine Nierenschädigung als Folge von Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes anzeigen. Albuminurie kann zu einer Verminderung von Albuminen im Blut führen.
- AldosteronAldosteron ist das wichtigste der den Mineralhaushalt regulierenden Hormone (Mineralokortikoide) der Nebennierenrinde. Es reguliert im Zusammenspiel mit dem Enzym Renin und dem Hormon Angiotensin (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) den Elektrolyt- und Wasserhaushalt und beeinflusst somit Blutvolumen und Blutdruck. Aldosteron erhöht vor allem die Natriumwiederaufnahme in das Blut am Ende des Nierendurchflusses und fördert die Kaliumausscheidung über die Nieren.
- AldosteronantagonistenSubstanzen, die die Bindung des Hormons Aldosteron an seine Rezeptoren hemmen. Die Wirksamkeit der Aldosteronantagonisten steht im Verhältnis zur Aldosteronkonzentration im Körper.
Therapeutische Anwendung
Bei übermässiger Ausschüttung von Aldosteron, Bluthochdruck (Hypertonie) und bei durch Arzneimittel verursachten Kaliummangel im Blut. Vorsicht! Aldosteronantagonisten erhöhen die Kaliumkonzentration im Blut eventuell zu stark.
- AlfacalcidolZwischenprodukt des Vitamin-D-Stoffwechsels. Alfacalcidol wird in der Leber in die eigentlich wirksame Substanz 1,25-Dihydroxycolecalciferol (Calcitriol) umgewandelt. Es wird zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose und renalen Osteopathie verwendet.
- Alimentärpsathyroses. Osteopathie, alimentäre
- allogenkörperfremd
- AlphaglukosidaseinhibitorenSubstanzen, die in der Dünndarmschleimhaut die Spaltung bestimmter Zucker (Disaccharide) hemmen, indem sie die Enzyme ausser Kraft setzen, welche die Spaltung von Disacchariden in Monosaccharide bewirken. Da über den Darm nur Monosaccharide resorbiert werden können, kann unter der Wirkung von Alphaglukosidaseinhibitoren nicht so viel Glukose aus dem Darm in das Blut aufgenommen werden. Alphaglukosidaseinhibitoren werden bei Typ 2 Diabetes angewendet. Vgl. Antidiabetika.
- Altersdiabetess. Typ 2 Diabetes
- AlveolenAlveolen sind die so genannten Lungenbläschen, an denen der Gasaustausch bei der Lungenatmung stattfindet. Eine Alveole hat einen Durchmesser von 100-300 Mikrometer. Die Gesamtoberfläche aller Alveolen der menschlichen Lunge beträgt 70-80 m2. Alveolen sind von elastischem Fasergerüst und dem Kapillarnetz der Lungenarterien umgeben und untereinander durch Poren der Alveolarwand verbunden. An den Alveolen wird über Diffusion durch die so genannte alveolokapilläre Membran Sauerstoff in das Blut aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben.
- AminosäurenBausteine der Proteine, d. h. die 20 Alphaaminocarbonsäuren, aus denen sich die Proteine zusammensetzen. Die Einteilung der Aminosäuren erfolgt nach deren chemischer Struktur, ihren Eigenschaften, ihren Funktionen und ihren Abbauprodukten im Stoffwechsel.
- AmylasenAmylasen sind Enzyme, die Stärke und Glykogen spalten. Spaltprodukte können vom Körper aufgenommen werden. Vgl. Verdauung von Kohlenhydraten.
Einteilung
1. Alphaamylasen (auch Endoamylasen) spalten das Kohlenhydratmolekül im Inneren der Polyglukosekette. Polysaccharide mit einer wechselnden Anzahl von Glukosebausteinen entstehen neben Maltose und Isomaltose. Amylasen kommen beim Menschen vor allem im Bauch- und Ohrspeicheldrüsensekret vor. 2. Betaamylasen gibt es nur in Pflanzen und Mikroorganismen. 3. Gammaamylasen spalten vom Ende eines Kohlenhydratmoleküls Glukose ab. Sie kommen vor allem in Leber- und Nierenzellen vor. - Amylums. Stärke
- Anämie, autoimmunhämolytischeeine Form der Anämie, die durch Antikörper hervorgerufen wird, die mit den roten Blutkörperchen reagieren. Die Zerstörung verursacht akute oder chronische Entzündungen der Nieren
- Anämie, hämolytischeAnämie, die durch übermäßige Zerstörung von roten Blutkörperchen verursacht wird
- Anämie, megaloblastischeeine Anämie, bei der die produzierten Erythrozyten unreif und abnormal groß sind; die megaloblastische Anämie hängt normalerweise mit einem Mangel an Folsäure und Vizamin B 12 zusammen
- AnabolikaSubstanzen, die zu verstärkter Proteinbildung im Körper, z. B. in der Muskulatur, führen und Wachstumsprozesse beschleunigen. 1. Anabolika im engeren Sinne: von Androgenen (männlichen Sexualhormonen) abgeleitete (anabole) Steroide; 2. Aromatasehemmer: unterbinden die Produktion von Östrogenen; 3. Betasympathomimetika: Substanzen, die die Betarezeptoren (vgl. Rezeptoren) des sympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems stimulieren.
Verwendung
Anabole Steroide z. B. werden bei Blutarmut aufgrund einer krankhaften Verminderung des blutbildenden Knochenmarks und Osteoporose eingesetzt. Anabolika werden häufig zum Muskelaufbau missbraucht (so genanntes Doping).
Gegenanzeigen
Schwangerschaft, Prostatakarzinom, Leberfunktionsstörung.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Ausbildung sekundärer männlicher Geschlechtsmerkmale bei Frauen (Virilisierung), Rückbildung des Hodens und Fehlen reifer Spermien bei Männern, Leberfunktionsstörung, Aggressivität. - AnalgetikaSchmerzstillende Arzneimittel mit Angriffspunkt in Gehirn oder Rückenmark (zentral wirksame Analgetika) oder an Nerven ausserhalb von Gehirn oder Rückenmark (peripher wirksame Analgetika).
Einteilung
1. Opioid-Analgetika wirken über Opiatrezeptoren (vgl. Rezeptoren) und damit auf dieselbe Weise wie körpereigene opiatähnliche Substanzen. Eingesetzt werden Opioid-Analgetika bei Tumorschmerzen oder bei starken Schmerzen nach einer Operation. Vorsicht ist geboten wegen der Gefahr der Medikamentenabhängigkeit! Zu den Opioid-Analgetika gehören: a) natürliche Opiumbestandteile, die so genannten Opiumalkaloide; b) halb- und vollsynthetische morphinähnliche Stoffe.
2. Nichtopioid-Analgetika, diese können zusätzlich Fieber senkend und entzündungshemmend wirken: a) Anilinderivate; b) nichtsteroidale Antiphlogistika; c) andere Nichtopioid-Analgetika. - AnalkarzinomVon bestimmten oberflächlichen Zellen (Epithelzellen) des Analrandes oder des Analkanals ausgehender bösartiger Tumor. Bei diesem Tumor kommt es frühzeitig zu Metastasen in den umgebenden Lymphknoten, den Leistenlymphknoten und den Lymphknoten im Bereich des Darmbeins.
Vorkommen: Allgemeine Häufigkeit: ca. 0,5 Erkrankte auf 100 000 Einwohner. Der Tumor tritt gehäuft nach dem 60. Lebensjahr auf. 1-3% aller Tumore des unteren Verdauungstraktes sind Analkarzinome.
Symptome: Erst relativ spät kommt es zu Juckreiz, Stuhlinkontinenz, Schmerzen oder Blutungen.
Diagnose: Inspektion und Abtasten der Analregion, Untersuchung mit einem schlauchförmigen Untersuchungsgerät mit Kamera und Greifmöglichkeit (Rektoskopie) mit Entnahme einer Gewebeprobe, Ultraschall, Röntgenuntersuchungen (Computertomographie, Kernspintomographie).
Behandlung: Kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Kleine Tumore ohne Metastasen können evtl. ausschliesslich operativ entfernt werden. Grosse Tumore können operativ verkleinert werden und anschliessend mit Strahlen- und Chemotherapie behandelt werden.
Prognose: Nach 5 Jahren sind noch 85-100% aller Patienten am Leben.
Vgl. Karzinom, kolorektales. - Anaphylaxieeine schwerwiegende, manchmal tödliche allergische Reaktion auf eine Substanz; Symptome sind Kurzatmigkeit, niedriger Blutdruck und Hautausschläge, manchmal mit Bläschenbildung oder Nesselausschlag
- AndrogeneSammelbezeichnung für männliche Sexualhormone, die in Hoden, Nebennierenrinde und in kleiner Menge im Eierstock gebildet werden. Die wichtigsten Androgene sind Testosteron (höchste Blutserumkonzentration) und seine Stoffwechselprodukte Dihydrotestosteron (wirksame Form), Androstendion und Androsteron. Im Blut sind Androgene zu ca. 98 % an ein Transportprotein gebunden. Androgene habe z. B. folgende Wirkungen: Stimulation spezifischer Stoffwechselleistungen; männliches Genitale: Beeinflussung der Ausbildung von Penis, Samenleiter, Samenblase und Prostata, Förderung bestimmter Stadien der Spermaentwicklung; Haut, Haare: Ausbildung des männlichen Behaarungstyps, Beeinflussung von Akne und anderen Hauterkrankungen; Skelett: Förderung des Längenwachstums in höherer Dosis; Enzyme: Expression geschlechtsspezifischer Enzymmuster in verschiedenen Organen.
- Anfall, epileptischerKrampfanfall als Folge paroxysmaler ('anfallsartiger') synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindungsstörungen führen
- Angina abdominalisauch Angina intestinalis, Ortner-Syndrom, Claudicatio intermittens abdominalis oder Dysbasia intestinalis genannt
Krankheitsbild bei chronischer Durchblutungsstörung des Darms meist aufgrund einer Arteriosklerose darmversorgender Arterien. Vgl. Mesenterialarterienverschluss.
Symptome
1. Ohne Symptome, Erkennung durch Zufallsbefund; 2. nach dem Essen auftretende Schmerzen; 3. wechselnder Dauerschmerz mit verstärkten Darmbewegungen, Blähungen und Abmagerung; 4. Akutes Abdomen (akut einsetzende Bauchschmerzen, Veränderung der Darmbewegungen mit Störung der Darmentleerung, Verschlechterung des Allgemeinzustands) mit Darmverschluss, Bauchfellentzündung und absterbendem Darmgewebe. - Angina intestinaliss. Angina abdominalis
- Angina pectorisauch Stenokardie, Brustenge oder Herzenge genannt
Bezeichnung für die typischen Symptome einer akuten unzureichenden Durchblutung der Herzkranzgefässe (Koronarinsuffizienz) mit plötzlich einsetzenden, Sekunden bis Minuten anhaltenden Schmerzen im Brustkorb (meist hinter dem Brustbein). Die Schmerzen strahlen in die linke (seltener rechte) Schulter-Arm-Hand-Region bzw. in die Hals-Unterkiefer-Region sowie auch in den Rücken aus. Häufig besteht ein gürtelförmiges Engegefühl um den Brustkorb mit Erstickungsanfall und Atemnot bis zu Vernichtungsgefühl und Todesangst. Ein Anfall kann durch körperliche Anstrengung, Aufregungen, Kälte oder evtl. schwere Mahlzeiten ausgelöst werden.
Ursachen
Missverhältnis von Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf bei koronarer Herzkrankheit, Krämpfe der Herzkranzgefässe (Prinzmetal-Angina), seltener Störungen der normalen Bedingungen des Blutflusses (hoher oder niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen).
Einteilung
1. Stabile Angina pectoris mit Schmerzen, die nur bei körperlicher Belastung auftreten und deren Schweregrad über Monate konstant bleibt; 2. instabile Angina pectoris mit neu auftretenden, sich ändernden, zunehmenden bzw. bei leichten körperlichen Belastungen oder auch schon in Ruhe auftretenden Schmerzen; potentielle Vorstufe eines Herzinfarkts; 3. Prinzmetal-Angina. Die Angina pectoris ist nicht der Ausdruck einer beginnenden Koronarerkrankung, sondern meist Zeichen einer bereits bestehenden kritischen Verengung in den Herzkranzgefässen (mehr als 70 % Querschnitteinengung)!
Therapie
Nitroglycerol (häufig prompte Besserung, s. Nitrate, organische), Betarezeptorenblocker, Calciumantagonisten, operative Therapie: s. Herzkrankheit, koronare.
- Angiogenesedie Entwicklung neuer Blutgefässe
- AngiographieRöntgenologische Darstellung der Blutgefässe nach Injektion eines Röntgenkontrastmittels durch direkte oder (häufiger) indirekte Punktion eines Gefässes (vgl. Röntgenstrahlung).
Gegenanzeigen
Eine Angiographie darf nicht durchgeführt werden bei Kontrastmittelallergie, schwerer Niereninsuffizienz und bei bestimmten Formen der Herzinsuffizienz.
Komplikationen
Anaphylaktischer Schock (auf Grund einer Allergie), Blutungen, Blutgefässwandverletzung, Thromboembolie. - Angiopathien, diabetischeDiabetische Angiopathien sind durch Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes verursachte Gefässerkrankungen.
Formen
1. Diabetische Mikroangiopathie (die kleinen und kleinsten Gefässe betreffend) ist die Ursache von einigen Augen-, Nieren-, Nerven- und Hauterkrankungen (Retinopathia diabetica, diabetische Glomerulosklerose, Polyneuropathie, diabetische Gangrän). 2. Diabetische Makroangiopathie (die grossen Gefässe betreffend) ist die früh einsetzende, verstärkte Arteriosklerose. - Angiotensin-II-Blockerauch Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten genannt
Bezeichnung für Gegenspieler des Hormons Angiotensin II mit blutdrucksenkender Wirkung. Vgl. Antihypertensiva, ACE-Hemmer.
ACE-Hemmer sind Arzneistoffe, die insbesondere in der Therapie des Bluthochdruckes (Hypertonie) und der chronischen Herzinsuffizienz Anwendung finden. Sie sind Hemmstoffe (Inhibitoren) des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (Angiotensin Converting Enzyme = ACE), das ein Teil einer Blutdruck regulierenden Kaskade ist (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System). - Anionenaustauschers. Lipidsenker
- AntibiotikaPharmaka, die in der Behandlung bakterieller Infektionen Anwendung finden. Ursprünglich sind Antibiotika natürliche Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, Bakterien und anderen Mikro- und Makroorganismen (Pflanzen). Heute werden sie auch künstlich hergestellt. Der Prototyp ist das von A. Fleming 1928 erstmals unter der Bezeichnung Antibiotikum eingesetzte Penicillin G (aus dem Pinselschimmel Penicillium notatum).
Wirkungsmechanismus
Unterschiedlich, z. B. durch Hemmung des bakteriellen Zellwand- bzw. Proteinaufbaus. Antibiotika verfügen über (relativ) spezifische Wirkungsbereiche. Innerhalb der Antibiotika werden bakterienabtötende (bakterizide) und wachstumshemmende (bakteriostatische) Substanzen unterschieden. Der effektive Einsatz von bakteriostatischen Mitteln erfordert eine intakte körpereigene Immunabwehr. Bei vorhandener Resistenz (Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika) der zu behandelnden Mikroorganismen wird die Wirksamkeit der Antibiotika beeinträchtigt. Durch die Kombination verschiedener Antibiotika ist ein Effekt zu erreichen, der auch bei mässig empfindlichen Erregern zu einer deutlichen Wirksamkeit führen kann. - AntidiabetikaBlutzuckersenkende Mittel zur Therapie von Typ 2 Diabetes und Typ 1 Diabetes. 1. Insulin; 2. orale Antidiabetika (Antidiabetika zum Einnehmen): Sulfonylharnstoffe, Alphaglukosidaseinhibitoren, Biguanide, Thiazolidindione, Glinide.
- Antidiuretisches Hormonein Hormon, das von der Hypophyse freigesetzt wird und die Wasserresorption verstärkt
- AntigenEin Antigen ist eine Substanz, die von einem Organismus als fremd erkannt wird und eine spezifische, d. h. nur gegen dieses Antigen gerichtete Immunantwort mit der Bildung von Antikörpern auslöst. Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen sowie körperfremde Proteine können als Antigene wirksam werden. Vgl. Influenza-Virus.
- AntigendriftAllmähliche, über Jahre entstehende, meist nur geringe Veränderung eines Antigens. Dadurch können Antikörper, die während einer Immunisierung bereits im menschlichen Organismus gegen das ursprüngliche Antigen gebildet wurden, ihre Schutzwirkung verlieren. Beim Influenza-Virus z. B. entstehen neue Varianten des Subtyps durch Veränderungen der Gene (Mutation), welche die Information für die Virusantigene Hämagglutinin und Neuraminidasen tragen. Vgl. Antigenshift.
- AntigenshiftPlötzlich auftretende, meist erhebliche Veränderung der Eigenschaften eines Antigens bei Mikroorganismen (insbesondere Viren), wodurch neue Subtypen entstehen können. So wird z. B. bei dem Influenza-Virus (Typ A) durch einen gewissen Austausch des Genmaterials zwischen zwei Subtypen ein Antigenshift ausgelöst, der in der Regel zu einer neuen Pandemie führt, da die bereits im Körper des Menschen vorhandene Antikörper gegen den neuen Influenza-Virus-Subtypen nicht mehr wirken. Vgl. Antigendrift.
- Antihypertensivaauch Antihypertonika genannt
Zur Senkung eines krankhaft erhöhten Blutdrucks (s. Hypertonie) eingesetzte Arzneimittel. Hierzu gehören Diuretika (fördern die Ausscheidung vor allem von Wasser und gelöstem Kochsalz durch die Niere), Sympatholytika (Alpharezeptorenblocker, Betarezeptorenblocker, die den Einfluss des sympathischen Nervensystems hemmen), ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Blocker (wirken dem gefässverengenden Angiotensin II entgegen), Calciumantagonisten und andere gefässerweiternd wirkende Substanzen. - Antikörper, monoklonaleAuch MAK oder mAK.
Von einer Gruppe genetisch identischer Plasmazellen (so genannter Plasmazellklon) gebildete identische Antikörper. Diese Antikörper können reaktiv, also im Rahmen einer Immunantwort gebildet werden, aber auch durch tumoröse Entartung der Plasmazelle. Monoklonale Antikörper können auch unter Laborbedingungen in grossen Mengen hergestellt werden.
Diagnostisch können monoklonale Antikörper im Blut untersucht werden, wenn der Verdacht besteht, dass ein Tumor vorliegt, der dieser Antikörper produziert. Im Rahmen von Laboruntersuchungen können künstlich hergestellte MAK in verschiedenen Tests zum Nachweis bestimmter Eiweissstoffe eingesetzt werden.
Radioaktiv markierte künstliche MAK können Tumorgewebe beim lebenden Menschen lokalisieren. Therapeutisch werden künstlich hergestellt MAK versuchsweise bei verschiedenen bösartigen Tumoren eingesetzt (z. B. kolorektales Karzinom, Brustkrebs, malignes Melanom) unter der Vorstellung, dass sie an bestimmte Bestandteile der Tumorzellen binden und sie so zerstören. Ausserdem können sie zur Hemmung des Immunsystems eingesetzt werden. - AntikörperGruppe von Glykoproteinen (Immunglobuline), die vom Immunsystem nach Kontakt mit Antigenen von weissen Blutkörperchen des Immunsystems (so genannten B-Lymphozyten) und Plasmazellen gebildet werden und ausschliesslich mit dem entsprechenden Antigen reagieren (Antigen-Antikörper-Reaktion). Antikörper binden fremde (vor allem krankmachende Mikroorganismen) und körpereigene Antigene (z. B. Tumorzellen).
Antikörper sind spezifische Eiweisse, die vom Immunsystem des menschlichen Körpers produziert werden, wenn der Organismus auf Stoffe trifft, die er als fremd erkennt, z.B. auf Bakterien oder Viren. Bei erneutem Kontakt mit dem Erreger können die Antikörper diesen erkennen und zerstören. - Antilipidämikas. Lipidsenker
- AntiserumBezeichnung für ein Blutserum, das Antikörper gegen ein oder mehrere bestimmte Antigene enthält. Antiserum wird gewonnen von speziell zu diesem Zweck immunisierten Tieren oder von Menschen, die eine bestimmte Erkrankung durchgemacht und deshalb die Antikörper gebildet haben. Aufgrund der Vielfältigkeit der Reaktion der Immunabwehr enthält das Antiserum gegen ein Antigen unterschiedliche Antikörper. Antiserum wird z. B. zur Identifizierung von Krankheitserregern verwendet. Vgl. Serogruppe, Serotyp.
- Anämieein Mangel an roten Blutkörperchen und/oder Hämoglobin, dem Protein, das den Sauerstoff von den Lungen zu den Körpergeweben transportiert und ihn dort verteilt; die Anämie kann anhand der Hämoglobinkonzentration, des Volumens der roten Blutkörperchen, auch Hämatokrit genannt, oder der Anzahl roter Blutkörperchen gemessen werden
- Anämie, aplastischeeine Anämie, die gekennzeichnet ist durch eine gestörte Funktion der blutbildenden Organe (d.h. Knochenmark) und durch toxische Wirkstoffe (z.B. Chemikalien oder Röntgenstrahlen) verursacht wird oder eine idiopathische Ursache hat
- AortenskleroseArteriosklerose der Hauptschlagader; in ca. 15 % im Aortenbogen, in ca. 85 % im Bereich der Bauchaorta.
- Apoplexies. Schlaganfall
- Apoptoseprogrammierter Zelltod, ein normaler Vorgang, bei dem der Körper nicht benötigte oder schadhafte Zellen entsorgt
- apoptotischdie Apoptose oder den programmierten Zelltod betreffend, ein natürlicher Vorgang, bei dem der Körper nicht benötigte oder schadhafte Zellen beseitigt
- AppetitIn stammesgeschichtlich alten Teilen des Gehirns (Hypothalamus) ausgelöste Esslust auf bestimmte Lebensmittel, die durch äussere (z. B. Geruch, Geschmack, Aussehen) und innere Faktoren (z. B. Magenfüllung, Blutzuckerkonzentration, individuelles Befinden) beeinflusst wird. Appetit basiert auf Kenntnis und Erfahrung mit den entsprechenden Speisen und ist als ein psychologisches Verlangen nicht mit Hunger gleichzusetzen.
- AppetitzüglerIndirekt wirkende Sympathomimetika und ähnliche Substanzen, die vermutlich im Gehirn die appetitsteuernden Zentren hemmen.
Anwendung
Bei krankhaftem Übergewicht im Allgemeinen kurzfristig (3-4 Wochen) zur Einleitung oder Unterstützung eines Programms zur Verringerung des Körpergewichts mit dem Ziel der nachhaltigen Änderung von Ernährungs- und Verhaltensgewohnheiten.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Mundtrockenheit, Schwitzen, Kopfschmerz, Schlafstörungen; evtl. (je nach Dosis) euphorisierende Wirkung, die zu Abhängigkeit und Blutdruckanstieg führen kann. - Arterienauch Schlagadern oder Pulsadern genannt
Blutgefässe mit vom Herzen wegleitender Strömungsrichtung des Bluts. Im Körperkreislauf führen Arterien sauerstoffreiches Blut, im Lungenkreislauf sauerstoffarmes Blut. Vgl. Blutkreislauf, Arterien. - ArterienverkalkungUmgangssprachliche Bezeichnung für Arteriosklerose.
- Arterienverschluss, akuterPlötzliche Verlegung einer (annähernd) normal weiten Arterie mit Schädigung des nachgeschalteten Gewebes bzw. Organbezirks bis hin zum Absterben. Vgl. Verschlusskrankheiten, arterielle.
Ursachen
Meist Embolie (vor allem aus dem linken Vorhof des Herzens) oder Thrombose.
Örtliche Zuordnung und Symptome
1. Arterien des Gehirns, meist als Schlaganfall; 2. Gefässverzweigungen; 3. Arterien der Arme oder Beine, mit plötzlichen, heftigen Schmerzen, Blässe, Abkühlung und Verfärbung (Marmorierung) der Haut jenseits des Gefässverschlusses, Taubheitsgefühl, Ruheschmerzen infolge Mangeldurchblutung der Muskulatur, fehlenden tastbaren Arterienpulsen, Schock, Säuernis des Bluts und Einschwemmung von Proteinzerfallsprodukten bei Wiederdurchblutung; 4. Arterien der Eingeweide (insbesondere Mesenterialarterienverschluss, Nierenembolie).
Diagnose
Angiographie (Röntgendarstellung der Gefässe mit Kontrastmittel), Ultraschalldiagnostik.
Therapie
Operative Entfernung des Embolus, Gabe von blutgerinnungshemmendem Heparin, Schmerzbekämpfung, Blutverdünnung, Auflösung des Blutgerinnsels durch Medikamente; nach dem operativen Eingriff Vorbeugung gegen eine erneute Embolie mit z. B. Heparin. - ArterioloskleroseDer Arteriosklerose entsprechende Veränderungen an den feinsten Arterien (Arteriolen).
Vorkommen
Bei der echten arteriolosklerotischen Schrumpfniere und auch an den feinsten Arterien des Gehirns, der Bauchspeicheldrüse, der Milz, der Netzhaut des Auges und peripheren Arterien.
- Arterioskleroseauch Atherosklerose und umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt
Wichtigste und häufigste krankhafte Veränderung der Arterien mit Verhärtung, Verdickung, Elastizitätsverlust und Lichtungseinengung.
Ursachen
Zahlreiche Giftstoffe bzw. Krankheiten werden, z. T. durch tierexperimentelle, klinische und bevölkerungsweite Beobachtungen gestützt, für die Auslösung bzw. Förderung der Arteriosklerose verantwortlich gemacht. Zu diesen Krankheiten gehören z. B. Bluthochdruck (Hypertonie), Blutfetterhöhung (insbesondere Hypercholesterolämie), Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes), Nicotin, Antigen-Antikörper-Komplexe, Entzündungen, Sauerstoffmangel (im Gewebe), psychischer Stress, Alter und familiäre Belastung.
Krankheitsentstehung (Theorien)
1. Veränderungen des Gefässinhalts (Druck, Wirbel, Blutfetterhöhung usw.) bewirken Verletzungen der inneren Gefässschicht, gesteigerten Stoffeinstrom und somit Stoffwechselreaktionen und zelluläre Reaktionen der Gefässwand: Es kommt zu Flüssigkeitseinlagerung in die innerste Gefässschicht, gesteigerte Bildung bestimmter Polysaccharide, Ausfällung von Fett-Eiweiss-Verbindungen, Vermehrung von Bindegewebezellen und Muskelzellen mit gesteigerter Bildung von Fasern, eventuell Hyalinose (Einlagerung von Substanzen ins Bindegewebe), zunehmende Fetteinlagerung, oft Gewebeuntergang, Aufreissen innerer Gewebewandanteile und Verkalkung. 2. Primäre Veränderungen der innersten Blutgefässschicht (Intima) oder Blutgefässzelllage (Epithel) mit Ablagerungen von Blutplättchen und Fibrin lösen Bindegewebevermehrung aus. Gefässwandständige Blutgerinnsel (Thromben), Verfettung der Gefässwand usw. sind Folgeveränderungen. 3. Arteriosklerose als Folge einer ursprünglichen krankhaften Veränderung der Blutgefässwand (durch Veranlagung). Blutdruckerhöhung und Blutfetterhöhung können den Prozess verstärken. Die in der innersten Blutgefässwandschicht liegenden Muskelzellen bzw. Bindegewebezellen vermehren sich aus unbekannter Ursache und bilden vermehrt Bindegewebefasern und Bindegewebegrundsubstanz sowie Fette. 4. Nach neueren Erkenntnissen wird der Wechselwirkung zwischen Blutplättchen und der Gefässwand eine massgebliche Rolle in der Arterioskleroseentstehung beigemessen. Vorbeugung (eventuell auch Rückbildung der Frühstadien) durch Ausschalten bzw. Reduktion von Gefässwandgiften wie z. B. Nicotin.
- arteriovenöse Fistelein Kanal oder Durchlass zwischen einer Arterie und einer Vene, der operativ geschaffen wurde
- arteriovenöses Transplantatein Durchlass zwischen einer Arterie und einer Vene mittels eines künstlichen Röhrchens
- ArthralgieGelenkschmerzen
- Arthroseauch Arthrosis deformans genannt
Degenerative Gelenkerkrankung, die vorwiegend bei einem Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile und -gewebe entsteht.
Symptome
Zunächst besteht Spannungsgefühl und Steifigkeit in den betroffenen Gelenken, dann Anfangsbewegungsschmerz, Belastungsschmerz und schliesslich Dauerschmerz. Es kann zu Gelenkgeräuschen bei Bewegung kommen, ferner zu Gelenkinstabilität und Muskelschwund.
Diagnose
Röntgenuntersuchung.
Therapie
Belastungsfaktoren wie Nässe, Kälte und Übergewicht sollten vermieden werden. Bewegungsübungen und Krankengymnastik, Massage und ggf. Wärmebehandlung lindern und können dem weiteren Fortschreiten der Erkrankung vorbeugen. Ferner gibt es schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente und auch so genannte Knorpelaufbaupräparate. Orthopädische Hilfsmittel wie Gehstock oder Schuherhöhung erleichtern die Beschwerden. Es stehen auch operative Methoden bis zum vollständigen Gelenkersatz (Endoprothese) zur Verfügung. - ArzneimittelikterusBeim Arzneimittelikterus handelt es sich um eine Gelbsucht (s. Ikterus), die infolge einer allergischen oder zellschädigenden Leberschädigung durch Arzneimittel entsteht.
- AscitesS. Aszites.
- Ascorbinsäures. Vitamin C
- Asparagineine Aminosäure (C4H8N2O3), die im Körper aus Aspartat, das ebenfalls eine Aminosäure ist, hergestellt wird; Aspargin ist wichtig für die Biosynthese von Glycoproteinen
- AssayEin Assay ist ein standardisierter Reaktionsablauf bei welchem eine Substanz in einer Probe nachgewiesen oder die Menge bestimmt wird.
- Asterixisein abnormaler Tremor, der mit einem unwillkürlichen Zucken, besonders der Hände, verbunden ist; tritt häufig kurz vor einem Leberkoma und mit anderen Formen von Stoffwechselstörungen im Gehirn auf
- AsthenieMangel oder Verlust von Körperkraft
- AszitesAuch Bauchwassersucht.
Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle. Man unterscheidet entzündliche Formen, z.B. bei Bauchfellentzündung, von nichtentzündlichen Formen, beispielsweise bei Bluthochdruck im Leberkreislauf oder bei Leberzirrhose. Es gibt auch Fälle in denen der Flüssigkeit Lymphflüssigkeit oder Blut beigemengt ist.
Diagnose: Die Erkrankung wird durch die Messung des zunehmenden Bauchumfangs nachgewiesen. Eine Diagnose durch eine Ultraschalluntersuchung ist möglich. Darüber hinaus kann die Aszitesflüssigkeit zu diagnostischen Zwecken mit einer Spritze abgezogen werden (Punktion).
Therapie: Bei einer Leberzirrhose sollte nur wenig Kochsalz und Flüssigkeit mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine medikamentöse Behandlung mit harntreibenden Mitteln kann hilfreich sein. Eine Entfernung der Aszitesflüssigkeit durch eine Punktion kann unter Umständen sinnvoll sein. Sollten alle diese Massnahmen nicht helfen, besteht die Möglichkeit, die Flüssigkeit durch eine direkte Verbindung zwischen Bauchraum und Gefässsystem (Shunt) ins Blut abzuleiten. - Atemnotbezeichnet den Zustand von Kurzatmigkeit oder Luftmangel, den ein Kranker in Ruhe oder bei leichter Belastung empfindet. Im Englischen spricht man von dyspnea oder shortness of breath (SOB).
- AtemwegeDie oberen Abschnitte der Atemwege umfassen die Nasenhöhle mit ihren Nebenhöhlen und den Rachen, wo sich der Luftweg mit dem Nahrungsweg kreuzt. Die unteren Atemwege beginnen mit dem Kehlkopf, es folgt die Luftröhre und danach die gesamte Aufzweigung des Bronchialbaums (Bronchus, Bronchiolen) bis hin zu den Lungenbläschen (Alveolen).
- Atheroskleroses. Arteriosklerose
- AtmungsketteSystem in der Zelle, bei dem über verschiedenen Redoxsysteme unter dem Einfluss vieler Enzyme und unter Sauerstoffverbrauch Energie in Form des Moleküls ATP (Adenosintriphosphat) und als Wärme gewonnen wird. Die Atmungskette besteht aus vielen hintereinander geschalteten Einzelschritten. Sie hängt eng mit dem Citratzyklus zusammen, dessen Produkte teilweise in die Atmungskette eingehen. Die Übertragung von Reduktionsäquivalenten und Elektronen auf Sauerstoff ist an die Energiegewinnung gekoppelt. Dabei entstehen Kohlendioxid und Wasser.
- Augenhintergrundauch Augenfundus genannt
Innere Oberfläche des Augapfels, die bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel sichtbar wird. Unter Beurteilung von Netzhaut, Aderhaut, Sehnerv, Gelbem Fleck und direkter Beobachtung der Blutzirkulation in den Gefässen ist die Beurteilung des Verlaufs zahlreicher Allgemeinerkrankungen (z. B. Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Arteriosklerose, Bluthochdruck) möglich.
- AutoimmunhepatitisS. chronische Hepatitis.
- AutoimmunkrankheitAuch Autoaggressionskrankheit.
Krankheit, die durch eine Reaktion auf körpereigene Stoffe ausgelöst wird. Solche Krankheiten treten in einigen Familien besonders häufig auf. Es gibt Autoimmunkrankheiten, die sich gegen ein spezifisches Organ richten, z.B. die chronische Gastritis oder die Zuckerkrankheit. Andere Autoimmunkrankheiten sind nicht auf ein spezielles Organ gerichtet, z.B. die rheumatischen Erkrankungen. Zwischen diesen beiden Formen gibt es fliessende Übergänge, die sich z.B. bei Krankheiten wie der chronisch-aggressiven Hepatitis zeigen (s. chronische Hepatitis).
Therapie: bei den organspezifischen Erkrankungen kann häufig ein Ersatz (Insulin-Spritzen) oder eine Transplantation (z.B. einer Niere) helfen. Ansonsten wird nach Symptomen behandelt und eventuell Arzneimittel gegeben, die das Immunsystem dämpfen. - AutointoxikationSelbstvergiftung durch Stoffwechselprodukte des eigenen Körpers, z. B. bei schwerer Leber- und Niereninsuffizienz oder diabetischem Koma.
- autosomal-dominanteine genetische Eigenschaft oder Mutation, die bei einem der Nicht-Geschlechtschromosomen (Autosomen) vorkommt und immer in Erscheinung tritt, auch wenn nur eine Kopie davon vorhanden ist; d.h., eine dominante Vererbung tritt auf, wenn ein abnormales Gen eines Elternteils in der Lage ist, eine Krankheit zu verursachen, obwohl das passende genetische Gegenstück des anderen Elternteils normal ist
- autosomal-rezessiveine genetische Eigenschaft oder Mutation, die bei einem der Nicht-Geschlechtschromosomen (Autosomen) vorkommt und nur dann in Erscheinung tritt, wenn zwei Kopien davon vorhanden sind; d.h., eine rezessive Vererbung tritt auf, wenn beide Gene eines Genpaares abnormal sind und eine Krankheit verursachen
- AzidoseStörung im Säure-Basen-Haushalt des Körpers mit Abfall des arteriellen pH-Werts unter 7,36. Eintreten und Ausmass hängen unter anderem von den biochemischen Ausgleichmöglichkeiten des Körpers ab.
Formen
1. Metabolische Azidose: Sie kommt durch Stoffwechselstörungen (z. B. Mangel an Insulin) zustande. Der Ausgleich erfolgt über die Atmung, die gesteigert wird (Hyperventilation). Die dadurch vermehrte Kohlendioxidabgabe über die Lunge führt zu einer Normalisierung des pH-Werts. Symptome: vertiefte Atmung (Kussmaul-Atmung), Blutdruckabfall, Schock. Therapie: Eine Azidose kann durch die Zufuhr von ausgleichen Substanzen behoben werden.
2. Respiratorische Azidose: Sie entsteht durch Zunahme des Kohlendioxidgehaltes im Blut infolge mangelnder Abatmung (Hypoventilation). Ursachen: zentrale Atemdepression, Behinderung der Atemarbeit (z. B. bei Rippenserienfrakturen, neuromuskulären Erkrankungen), bei Pickwick-Syndrom und Lungenerkrankungen mit Störungen des Gasaustauschs. Ausgleich: Die Gegenregulation des Stoffwechsels über die Nieren reagiert nur längerfristig und kommt deshalb nur bei chronischer respiratorischer Azidose zum Tragen. Symptome: blau-rote Färbung der Haut durch Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Blut, Atemnot, schneller Herzschlag und anderes. Therapie: Steigerung der Atemtätigkeit. Bei akuter respiratorischer Azidose erfolgt ggf. eine kontrollierte Beatmung. - Azotämiebezeichnet die abnorme Vermehrung von stickstoffhaltigen Endprodukten des Proteinstoffwechsels - dem sog. Reststickstoff - im Blut
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin