Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- Röntgendiagnostikauch diagnostische Radiologie genannt
Teilgebiet der Radiologie; Darstellung von Organen bzw. Organteilen unter Anwendung der Röntgenstrahlung. - RöntgenstrahlungZur Photonenstrahlung gehörender, von Wilhelm Conrad Röntgen 1895 entdeckter hochenergetischer Bereich des Spektrums elektromagnetischer Wellen (andere Bezeichnung: X-Strahlen).
Formen
1. Röntgenbremsstrahlung: sie entsteht durch Abbremsung energiereicher Elektronen im Coulomb-Feld von Atomkernen. In der Röntgenröhre findet dieser Prozess z. B. in den Wolframatomen des Anodenmaterials statt. Die hierbei entstehende Röntgenstrahlung besitzt ein kontinuierliches Spektrum, das durch Filterung (bevorzugte Absorption weicher Anteile) weiter verändert werden kann; 2. Charakteristische Röntgenstrahlung: diese wird emittiert, wenn ein Elektron im inneren Teil der Elektronenhülle eines Atoms mit mittlerer bis hoher Ordnungszahl auf einen freien Platz einer tieferen Schale springt. Dieser Platz muss vorher durch einen geeigneten Vorgang (Photoeffekt, Elektroneneinfang, Elektronenstoss) freigemacht worden sein. Charakteristische Röntgenstrahlung ist medizinisch von wesentlich geringerer Bedeutung (z. B. bei der Mammographie).
Eigenschaften
Röntgenstrahlung ist eine durchdringende, indirekt ionisierende Strahlung. Über Wechselwirkungsprozesse wird ein Teil der Röntgenstrahlung gestreut, ein anderer absorbiert und der Rest vom Material durchgelassen. Dieser Rest ist abhängig von den unterschiedlichen Gewebearten und -dicken des durchstrahlten Körpers und wird für die röntgendiagnostischen bildgebenden Verfahren genutzt. Der absorbierte Anteil ist in der Diagnose für den Bildkontrast verantwortlich, bedingt aber auch die Strahlenbelastung der Patienten. In der Strahlentherapie ist mit ihm der therapeutische Effekt verbunden. - Rübenzuckers. Saccharose
- Rachitisauch Vitamin-D-Mangel-Rachitis oder Englische Krankheit genannt
Im Kleinkindesalter, selten bei älteren Kindern auftretende, durch ernährungsbedingten Vitamin-D-Mangel verursachte Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. Kennzeichnend sind Skelettveränderungen infolge ungenügender Verkalkung der Knochengrundsubstanz (Form der sekundären Ossifikationsstörungen).
Ursache
Unzureichende photochemische Umwandlung von Vitamin-D-Vorstufen in der Haut zu Vitamin D durch mangelnde Bestrahlung mit ultraviolettem Licht oder unzureichende Zufuhr bzw. gestörte Aufnahme von Vitamin D über den Darm. Ohne ausreichende Vitamin-D-Zufuhr kommt es vor allem in den Wintermonaten zu einem Vitamin-D-Mangel. Dieser vermindert die Calciumaufnahme über den Darm, die Rückresorption von Phosphat in den Nieren und den Calciumaustausch zwischen Skelett und Blut. Infolge zu niedriger Calciumkonzentration im Blut entwickelt sich ein sekundärer Hyperparathyroidismus mit verstärkter Freisetzung von Calcium aus den Knochen und gesteigerter Phosphatausscheidung über die Nieren.
Symptome
Im 2.-3. Lebensmonat treten meist die ersten Symptome auf: Unruhe, Schreckhaftigkeit, Schwitzen, besonders am Kopf, Hinterkopfglatze. Im 3.-4.Monat kommt es zu verminderter Muskelspannung, schlaffer Bauchdecke (so genannter Froschbauch), Verstopfung, eventuell Krämpfen sowie meist abnormer Weichheit der Schädelknochen. Später auftretende Symptome sind Abflachung des Hinterhaupts und Bildung von Knochenausbuchtungen im Schädelbereich, Auftreibungen der Wachstumszonen und becherförmige Erweiterungen der körperstammfernen Enden der Röhrenknochen durch Störungen des Knorpelabbaus und Anlagerung von nicht verkalkter Knochengrundsubstanz. Am übrigen Skelett kommt es zu Knochenverformungen, unter anderem Beckendeformierung, rückenwärts gerichtete Krümmung der Wirbelsäule, Hühnerbrust, Beinverkrümmungen. Der (Milch-)Zahndurchbruch ist verzögert, die Zähne weisen Schmelzdefekte auf.
Diagnose
Typische Ergebnisse der Röntgenuntersuchungen sind Osteopenie, verspätete Ausreifung und Verkalkung der Knochenkerne, becherförmige Auftreibungen der Wachstumszonen der Röhrenknochen, bandförmige Looser-Umbauzonen im Wachstumszonen- und Gelenkendenbereich der Röhrenknochen. Typische Ergebnisse der Laboruntersuchungen: erhöhte alkalische Phosphatase, Calciumkonzentration des Blutserums im unteren Normbereich (im Spätstadium erniedrigt), Phosphatkonzentration des Blutserums anfangs normal oder erhöht, später erniedrigt.
Therapie
Cholecalciferol (Vitamin D3, im Allgemeinen orale Zufuhr, intravenös nur bei Aufnahmestörungen des Darms) unter Kontrolle der Röntgen- und Laborbefunde.
Vorbeugung
Gabe von Calciferol (in ansteigender Dosis) ab der 2. Lebenswoche (verhindert Vitamin-D-Mangel-Rachitis). Bei unkontrollierten Calciferolgaben evt. Vergiftung (Nierenverkalkung). - RadiatioMedizinischer Fachausdruck für eine Bestrahlung; im engeren Sinne ist damit eine Röntgenbestrahlung gemeint; s. Strahlentherapie.
- RadiologieStrahlen(heil)kunde; Wissenschaft und Lehre der medizinischen Nutzbarmachung bestimmter Strahlungsarten in Diagnose und Therapie. Unter dem Begriff diagnostische Radiologie können im weiteren Sinne verschiedene Teilgebiete zusammengefasst werden wie Röntgendiagnostik und andere bildgebende Verfahren wie Ultraschalldiagnostik und Kernspintomographie.
- Randle-Zyklusauch Glukose-Fettsäure-Zyklus genannt
Gegenseitige Beeinflussung des Stoffwechsels der freien Fettsäuren und der Glukose. Es kommt zu einer Hemmung der Fettsäurenfreisetzung durch erhöhte Glukosekonzentration im Blut (z. B. nach der Mahlzeit) bzw. Hemmung der Glukoseverwertung durch erhöhte Konzentration an freien Fettsäuren. - ReagensPrüfungsmittel; Stoff, der durch seine chemische Einwirkung die Anwesenheit eines anderen erkennbar macht.
- Recklinghausen-Krankheits. Osteodystrophia fibrosa generalisata
- ReduktionsdiätDiät zur Gewichtsabnahme; vgl. Übergewicht. Eine Reduktionsdiät zeichnet sich dadurch aus, dass weniger Energie zugeführt als verbraucht wird. Die zugeführte Energiemenge erfolgt entsprechend der Ausprägung des Übergewichts und der Tätigkeit der übergewichtigen Person. Zu reduzieren sind fettreiche und Zucker haltige Nahrungsmittel sowie Alkohol. Zu bevorzugen sind Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Mineralwasser und Tee.
- Rekombinante DNS-TechnologieTechniken, durch die genetisches Material von einem Organismus in eine Fremdzelle gebracht wird, um das durch die eingeführten Gene verschlüsselte Protein in Massen zu produzieren, s. Rekombination
- RekombinationBildung neuer Genkombinationen aus genetisch verschiedenen Genomen (Gesamtheit des genetischen Materials einer Zelle oder eines Organismus).
- RektumkarzinomS. kolorektales Karzinom.
- renaldie Nieren betreffend
- Renale Anämieeine der wesentlichsten Folgeerkrankungen der chronischen Niereninsuffizienz. Hauptursache ist eine inadäquat niedrige Produktion an körpereigenem Erythropoietin. Die Substitution durch rekombinantes (gentechnisch hergestelltes) humanes Erythropoietin ist die effektivste Behandlungsmaßnahme. Mit einer konsequenten und frühzeitigen Behandlung können Morbidität, Mortalität und Lebensqualität nachhaltig verbessert werden.
- Renale OsteodystrophieKnochenerkrankung aufgrund einer mit der chronischen Niereninsuffizienz zusammenhängenden Störung des Mineralien- und Hormonhaushaltes
- ReninVor allem in der Niere gebildetes Enzym, das in geringer Konzentration in Blut und Lymphe abgegeben wird. Ausserhalb der Niere wird Renin unter anderem in Gebärmutter, Leber und Gefässwänden gebildet. Bei verschiedenen Nierenerkrankungen findet sich eine erhöhte Reninkonzentration im Blutplasma (wichtig bei renal, d. h. durch Nierenfehlfunktion bedingte Hypertonie).
Wirkung
Im Blutplasma spaltet Renin aus Angiotensinogen das Angiotensin I ab, das vom Angiotensin-converting-Enzym in das blutdruckerhöhende Angiotensin II überführt wird (vgl. Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).
Regulation
Stimulierung der Reninausschüttung: 1. durch Minderdurchblutung der Nieren (z. B. bei akuter Abnahme des Blutdrucks bzw. des zirkulierenden Blutplasmavolumens oder infolge Nierenarterienverengung); 2. durch die Zusammensetzung (besonders die Konzentration gelösten Kochsalzes) der in der Niere produzierten Flüssigkeit (am Ende der Nierenpassage), verminderte Ausscheidung von gelöstem Kochsalz durch Drosselung der Nierendurchblutung; 3. über Beta-2-Rezeptoren, die auf zirkulierendes Adrenalin ansprechen, sowie über die sympathischen Nerven der Niere; 4. bei verminderter Kaliumkonzentration im Blut. Hemmung der Reninfreisetzung vor allem durch Angiotensin II, das davon freigesetzte Hormon Aldosteron und Medikamente (Betarezeptorenblocker). - Reninein in den Nieren als Reaktion auf einen veränderten Blutdruck produziertes Enzym; Renin ist ein Bestandteil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, eines biochemischen Mechanismus, der an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt ist
- Renin-Angiotensin-Aldosteron-SystemAbkürzung RAAS
Mehrfach, besonders mit dem Enzym Renin rückgekoppeltes komplexes Regulationssystem zur Aufrechterhaltung von Blutplasmavolumen, Blutplasmaosmolarität und Blutdruck. Biologisch aktiv sind dabei die Hormone Angiotensin II und das von ihm direkt freigesetzte Aldosteron. Angiotensin II als stärkstes gefässverengendes Hormon bewirkt an den Nieren durch Verminderung der Durchblutung die Abnahme der Vorharnproduktion. Aldosteron verstärkt diesen Effekt durch Natriumrückresorption und Verminderung der Wasserausscheidung. Das RAAS wird unter anderem aktiviert, wenn zirkulierendes Blutvolumen (z. B. durch Blutverlust, Schock) oder Blutdruck abnehmen. Nach Salzentzug und bei bestimmten Formen des Bluthochdrucks (maligne, renovaskuläre, evtl. primäre Hypertonie) ist das RAAS bei der Blutdruckregulation über direkte Gefässverengung und über Wechselwirkung mit dem sympathischen Nervensystem beteiligt. Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente; s. ACE-Hemmer) bewirken eine Hemmung des RAAS. - Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systemeine Reihe von Reaktionen zur Regulierung des Blutdrucks
- Repaglinids. Glinide
- ReplikationIdentische Verdoppelung genetischen Materials (DNA oder RNA); bei der doppelsträngigen DNA erfolgt die Replikation in der Regel vor einer Zellteilung. Jeweils ein Tochterstrang entsteht an den beiden ursprünglichen Strängen, die als Matrizen dienen. Dadurch entstehen zwei identische Doppelstränge.
- ResistenzGegenwehr; in der Medizin ist besonders die Resistenz von Krankheitserregern gegen Medikamente interessant. Dabei kann ein Erreger schrittweise gegen ein Medikament resistent werden oder plötzlich (durch Mutation). Das HI-Virus ist für seine schnelle Entwicklung von Resistenz gegenüber den bisher eingesetzten Arzneimitteln bekannt.
- Retikulozytunreifes rotes Blutkörperchen
- Retikulozytenzahlein Maß für die Anzahl der Retikulozyten bzw. der unreifen roten Blutkörperchen im Kreislauf
- RetinoblastomIm Kindes- und (seltener) Jugendalter auftretende bösartiger Tumor der Netzhaut. Er kann in den Sehnerven und die Hirnhäute einwachsen und über die Blutgefässe Metastasen in Lunge, Knochen und Gehirn bilden.
Ursachen: In 85% der Fälle entsteht das Retinoblastom ohne erkennbare Ursachen. In 15% der Fälle liegt eine vererbbare genetische Veränderung vor.
Symptome: Bei direktem Lichteinfall in die Pupille leuchtet der Augenhintergrund des betroffenen Auges gelb statt rot (fällt oft beim Fotografieren der Kinder mit Blitzlicht auf, dann ist eine Auge rot und das andere gelb). Manche Kinder schielen, der Augapfel erscheint vergrössert, es kann zu Schmerzen und Sehverlust kommen.
Diagnose: Spiegelung des Augenhintergrundes, Ultraschalluntersuchung.
Therapie: Strahlentherapie, Bestrahlung des Tumors mit starkem Licht (Photokoagulation), ggf. zusammen mit Chemotherapie. In fortgeschrittenen Fällen muss der gesamte Augapfel entfernt werden. Bei Befall nur eines Auges muss das andere nach der Therapie regelmässig untersucht werden, da das Risiko für die Entstehung eines zweiten Retinoblastoms erhöht ist. - Retinopathia diabeticaDurch den Verschluss kleiner und kleinster Blutgefässe des Augenhintergrunds bedingtes Krankheitsbild als Spätfolge bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes (vgl. diabetische Mikroangiopathie).
Formen
1. Nicht fortschreitende Retinopathia diabetica (auch Hintergrundretinopathie): Sie äussert sich durch Netzhautblutungen, Aussackungen der kleinsten Gefässe, Lipidablagerungen, Schwellung der Netzhaut (Retina) mit Sehschärfenverlust. Vorkommen meist bei Typ 2 Diabetes, verstärkt durch Bluthochdruck; Therapie: eventuell punktuelle Laserbehandlung. 2. Proliferative Retinopathia diabetica: Hier treten zusätzlich Augenhintergrundveränderungen mit weissen, unscharf begrenzten Flecken (Cotton-wool-Herde) auf. Ausserdem kommt es zu Gefässneubildungen auf und vor der Netzhaut mit Glaskörperblutungen. Diese sind Folge der Mangeldurchblutung der Netzhaut durch Gefässverschlüsse und kommen meist bei Typ 1 Diabetes (ca. 15 Jahren nach Krankheitsbeginn) vor. Die Erkrankung kann zu Glaukom und Blindheit führen. Therapie: Laserbehandlung der gesamten Netzhaut, evtl. teilweise bis fast vollständige Entfernung des Glaskörpers.
Prophylaxe
Möglichst gute Blutzuckereinstellung, Therapie der Begleiterkrankungen, z. B. des arteriellen Bluthochdrucks und der erhöhten Konzentration von Blutfetten (Hyperlipidämie). - Retinopathia hypertensivaauch Retinopathia angiospastica genannt
Bei Bluthochdruck (Hypertonie mit WHO-Grad II/III und maligner Hypertonie, häufig mit Nierenbeteiligung) auftretende Netzhautveränderungen.
Symptome
Engstellung aller Gefässe, strichförmige Netzhautblutungen, Ansammlungen von aus Gefässen ausgetretenem Fett, Nervenfaserauftreibungen als weisse, unscharf begrenzte Flecken (so genannte Cotton-wool-Herde), durch mangelhafte Blutversorgung bedingte Flüssigkeitseinlagerung in die Netzhaut (Netzhautödem), Sehverschlechterung, die bei Einstellung der Hypertonie weitgehend wieder aufhebbar ist. - Retrospektive Studieeine Studie, die auf den medizinischen Aufzeichnungen über die Patienten beruht und in welcher rückblickend die in der Vergangenheit aufgetretenen Ereignisse untersucht werden
- RetroviridaeViren, die früher als Retroviren, Oncoviren, Oncornaviren und Leukoviren bezeichnet wurden, werden heute Retroviridae genannt. Es handelt sich um eine Gruppe kugelförmiger RNA-Viren, die als einzige RNA-Viren das Potential haben, Krebs auszulösen. Auch der AIDS-Erreger zählt zu den Retroviridae. Siehe auch Transkriptase, reverse.
- RezeptorenEmpfangs- bzw. Aufnahmeeinrichtungen des Organismus für bestimme (spezifische) Reize; 1. Zellen mit besonderen Strukturen zur Reizaufnahme (so genannte Sinneszellen), z. B. Mechanorezeptoren (Tastempfinden) und Pressorezeptoren (Druck), Thermorezeptoren (Wärme- und Kälteempfinden), Photorezeptoren (in der Netzhaut des Auges für die Lichtempfindung), Chemorezeptoren (Riechen, Schmecken, Regulation von Körperfunktionen, z. B. Atmung) und Osmorezeptoren (Wasserhaushalt); 2. Rezeptoren in der Zelle oder auf der Zellmembran zur Aufnahme bestimmter Signale, die durch Nervenbotenstoffe, Hormone, Antikörper, Antigene, auch Pharmaka vermittelt werden.
- RezidivAuch Rückfall.
Wiederauftreten einer Krankheit nach bereits erfolgter Abheilung; z. B. Rezidiv einer Infektion (Reinfektion), Tumorrezidiv (Wiederauftreten eines gleichartigen Tumors am gleichen Ort oder im gleichen Organ nach vorausgegangener radikaler Behandlung). Vgl. Spätrezidiv. - Rhinitisauch Schnupfen oder Koryza genannt
Oberflächliche Entzündung der Nasenschleimhaut, die häufig ohne Fieber verläuft. Eine akute Rhinitis ist häufig Erstsymptom anderer Infektionskrankheiten wie Grippe und Keuchhusten. Als chronische Rhinitis werden chronische Entzündungszustände der Nasenschleimhaut bezeichnet, die zu einer Volumenzunahme der Schleimhaut vor allem im Bereich der Nasenmuscheln mit Behinderung der Nasenatmung führen. Ursachen dafür sind z. B. immer wieder auftretende Entzündungen, chemische oder physikalische Schadstoffe oder hormonelle Erkrankungen.
Erreger
Vor allem Rhinoviren, aber auch zahlreiche andere Viren.
Symptome
Nach einem trockenen Vorstadium mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Brennen und Kitzeln in Nase und Rachen sowie Niesreiz, tritt eine akute Rhinitis mit zunächst wässriger, später meist schleimig-eitriger Absonderung auf.
Therapie
Schnupfentropfen oder -sprays, die eine Schleimhautabschwellung bewirken.
Hinweis
Nasentropfen nach spätestens 14 Tagen konsequent absetzen wegen der Gefahr einer nachfolgenden übermässigen Blutfülle der Nasenschleimhautgefässe mit chronischer Rhinopathie (verengte Nase mit Behinderung der Nasenatmung, Schleimhautschäden, Geruchsstörungen, Gefässverkalkung). - RhinovirusGattung kleiner RNA-Viren aus der Familie der Picornaviridae; bisher sind mehr als 115 Serotypen bekannt, die entsprechend des zellulären Rezeptors in die Rhinovirus major group oder Rhinovirus minor group eingeteilt werden. Rhinoviren kommen vor allem im Nasen-Rachen-Raum vor und sind die häufigste Ursache von Schnupfen. Vgl. Erkältungskrankheiten.
- RhodokokkenRhodokokken sind Bakterien, die vor allem bei immungeschwächten Patienten Entzündungen von Lunge und Herz verursachen können.
- RIBAAbk. für recombinant immunoblot assay.
Labordiagnostische Methode zum Nachweis bestimmter Moleküle, die sich der natürlichen Reaktion zwischen Antigen und Antikörper bedient. RIBA dient als Basisdiagnostik einer Hepatitis-C-Infektion. Vgl. ELISA. - Ribonukleinsäures. RNA
- RiesenkindNeugeborenes mit einem hohen Geburtsgewicht. Typischer Befund bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus in der Schwangerschaft. Durch zu hohe Blutzuckerkonzentrationen bei der Mutter bekommt das Ungeborene ein Überangebot von Glukose, was zum übermässigen Wachstum und erhöhter Produktion von Insulin führt. Deshalb ist nach der Geburt Frühfütterung wegen der Gefahr einer erniedrigten Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie) erforderlich. Vgl. Gestationsdiabetes.
- RisikofaktorenBedingungen, die durch Studien bei der Untersuchung der Entstehung bestimmter Erkrankungen als krankheitsfördernde Umstände statistisch gesichert sind. Für chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten Bluthochdruck, ein erhöhter Blutcholesterolspiegel (Hypercholesterolämie), Typ 2 Diabetes und Typ 1 Diabetes als medizinische, Nicotinkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, bestimmte berufliche Tätigkeiten als psychosoziale Risikofaktoren. Da Risikofaktoren miteinander zusammenhängen können, ist die Frage nach ihrem jeweiligen Einzelbeitrag in der Entstehung chronischer Erkrankungen umstritten.
- RNSAbkürzung für (englisch) ribonucleic acid; Ribonukleinsäure (Abkürzung RNS)
RNA ist ähnlich aufgebaut wie DNA. Es handelt sich ebenfalls um ein Polynukleotid, das aus ribosehaltigen Nukleotiden mit den Basen Adenin, Guanin, Cytosin und Uracil (anstelle von Thymin in der DNA) besteht. Den Zuckeranteil der RNA bildet immer eine Ribose (während die DNA Desoxy-Ribose enthält). Die RNA liegt meist als Einzelstrangmolekül vor (DNA als Doppelstrang), bildet jedoch eine räumliche Struktur aus, indem bestimmte intramolekulare Abschnitte durch Basenpaarung zu (kürzeren) Bereichen zusammengeschlossen werden, nicht gepaarte Bereiche bilden Schleifen. Verschiedene Typen der RNA dienen einerseits der Übertragung genetischer Information von der DNA im Zellkern zu den Orten der Biosynthese von Proteinen und andererseits der Proteinbiosynthese selbst. - Rohrzuckers. Saccharose
- Rubeosis facieiDauernde Rötung des Gesichts, oft nur der Stirn oder der Wangen. Sie kann z. B. auftreten bei vermehrter Zahl der roten Blutkörperchen, Bluthochdruck (Hypertonie), akuter Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes (Rubeosis diabetica). Rubeosis faciei kommt ferner nach langfristigem Gebrauch cortisonhaltiger Salben vor oder ist durch die individuelle Konstitution bedingt.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin