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Roche Annual Report 2011

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Kennzahlen

figures

Highlights 2011

Februar

Studie mit Avastin zeigt für Patientinnen mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenem Eierstockkrebs signifikant längeres progressionsfreies Überleben

Avastin visual
Februar

Studie mit Avastin zeigt für Patientinnen mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenem Eierstockkrebs signifikant längeres progressionsfreies Überleben

Avastin visual
März

Roche-Generalversammlung stimmt einer Erhöhung der Dividende um 10% zu

shareholder figures visual
März

Roche-Generalversammlung stimmt einer Erhöhung der Dividende um 10% zu

shareholder figures visual
März

EU-Markteinführung des innovativen, vollautomatischen Moduls cobas c 702 für die klinische Chemie

module c702
März

EU-Markteinführung des innovativen, vollautomatischen Moduls cobas c 702 für die klinische Chemie

module c702
April

Roche gibt positive Ergebnisse einer klinischen Studie mit dem Prüfpräparat T-DM1 zur Behandlung einer aggressiven Form von metastasierendem Brustkrebs bekannt

breast cancer visual
April

Roche gibt positive Ergebnisse einer klinischen Studie mit dem Prüfpräparat T-DM1 zur Behandlung einer aggressiven Form von metastasierendem Brustkrebs bekannt

breast cancer visual
April

US-Gesundheitsbehörde FDA genehmigt cobas HPV-Test für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs; Test weist die Hochrisiko-Genotypen 16 und 18 nach

hpv test visual
April

US-Gesundheitsbehörde FDA genehmigt cobas HPV-Test für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs; Test weist die Hochrisiko-Genotypen 16 und 18 nach

hpv test visual
Mai

Behandlung mit Prüfmedikament MetMAb plus Tarceva erreicht bei Patienten mit Lungenkrebs Verdoppelung der progressionsfreien Überlebenszeit

lung cancer visual
Mai

Behandlung mit Prüfmedikament MetMAb plus Tarceva erreicht bei Patienten mit Lungenkrebs Verdoppelung der progressionsfreien Überlebenszeit

lung cancer visual
August

Marktzulassung in den USA für gezielt wirkendes Hautkresmedikament Zelboraf und den dazugehörigen cobas BRAF-Test

zelboraf cobas visual
August

Marktzulassung in den USA für gezielt wirkendes Hautkresmedikament Zelboraf und den dazugehörigen cobas BRAF-Test

zelboraf cobas visual
September

Roche zum dritten Mal in Folge zum Supersector Leader der Gesundheitsbranche im Dow-Jones-Nachhaltigkeits-Index ernannt

sustainability visual
September

Roche zum dritten Mal in Folge zum Supersector Leader der Gesundheitsbranche im Dow-Jones-Nachhaltigkeits-Index ernannt

sustainability visual
September

Tarceva erhält EU-Zulassung für Erstlinienbehandlung eines spezifischen genetischen Typs von Lungenkrebs

tarceva visual
September

Tarceva erhält EU-Zulassung für Erstlinienbehandlung eines spezifischen genetischen Typs von Lungenkrebs

tarceva visual
Oktober

Studie mit Ocrelizumab zeigt eine fast zwei Jahre anhaltende deutliche Reduktion der Krankheitsaktivität bei Patienten mit multipler Sklerose

ocrelizumab visual
Oktober

Studie mit Ocrelizumab zeigt eine fast zwei Jahre anhaltende deutliche Reduktion der Krankheitsaktivität bei Patienten mit multipler Sklerose

ocrelizumab visual
November

FDA gewährt beschleunigtes Prüfverfahren bei Zulassungsgesuch für Vismodegib zur Behandlung einer fortgeschrittenen Form von Hautkrebs

vismodegib visual
November

FDA gewährt beschleunigtes Prüfverfahren bei Zulassungsgesuch für Vismodegib zur Behandlung einer fortgeschrittenen Form von Hautkrebs

vismodegib visual
Dezember

Zulassungsgesuch für Pertuzumab zur Behandlung von HER2-positivem, metastasierendem Brustkrebs in der EU und den USA eingereicht

pertuzumab visual
Dezember

Zulassungsgesuch für Pertuzumab zur Behandlung von HER2-positivem, metastasierendem Brustkrebs in der EU und den USA eingereicht

pertuzumab visual

Pharma Pipeline

Last update: 21 July 2011

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Diagnostics Pipeline

Wichtigste für 2012 geplante Produkteinführungen

Bereich Produkt Beschreibung Markt
Instrumente/Geräte
Laboratorien
cobas t 611 Gerinnungsmessgerät für den mittleren und hohen Durchsatz
EU
BenchMark Special Stains Vollautomatisches System zur Gewebeschnittfärbung
Weltweit
VENTANA iScan HT Scanner mit hohem Durchsatz zur digitalen Visualisierung von Gewebeschnitten
Weltweit
Point-of-
Care
cobas b 101 Multiparameter-Analysegerät zur Messung von Blutfetten und Blutzucker
EU
cobas b 123* Blutgasanalysegerät für die Intensivmedizin
USA
Diabetes
Care
Accu-Chek Nano
SmartView*
Kleines Blutzuckermesssystem, keine Codierung der Teststreifen erforderlich
USA
Accu-Chek Mobile Blutzuckermesssystem ohne Teststreifen (zweite Produktgeneration)
EU
Accu-Chek Combo* Insulinpumpe mit Steuerungseinheit und Blutzuckermesssystem
USA
SOLO Mikropumpe Mikroinsulinpumpe mit Steuerungseinheit und Blutzuckermesssystem
EU
Tests/Assays
Onkologie
HE4 Immunoassay für die Früherkennung von Eierstockkrebs
USA
p16 Histology IHC-Gewebetest zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
EU, USA
ER* IHC-Gewebetest zur Diagnose von Brustkrebs
USA
GS GType TET2/CBL/
KRAS & RUNX1 Primer Sets
Primer Sets zur Gensequenzierung für die Leukämie-Forschung
Weltweit
Virologie/
Infektiöse Krankheiten
CMV PCR-Test zur Überwachung von Infektionen mit dem Zytomegalievirus
USA
CT/NG PCR-Test zum Nachweis von Infektionen mit Chlamydien / Gonorrhö
USA
Stoffwechsel
Vitamin D total Immunoassay zur Messung der Vitamine D2 und D3
USA

Schwarz = neues Produkt/erste Markteinführung; Grau = neues Produkt/Einführung in weiteren Märkten. EU = Europäische Union; USA = Vereinigte Staaten von Amerika.

* Diese Produkte sollten ursprünglich 2011 eingeführt werden; ihre Zulassung wurde bei der FDA beantragt, und Roche wird sie lancieren, sobald die Zulassung erteilt ist.

CBL = Casitas B-Zell-Lymphom-Gen; CT/NG = Chlamydia trachomatis/Neisseria gonorrhoeae; ER = Östrogenrezeptor; GS = Genomsequenzierer; HE4 = humanes Epididymis-Protein E4; IHC = Immunhistochemie; KRAS = Mitglied der RAS-Familie der Onkogene; p16 = Protein p16INK4a; PCR = Polymerase-Kettenreaktion; RUNX1 = Runt-verwandter Transkriptionsfaktor 1; TET2 = Mitglied der TET-Familie der Onkogene.

Unser Geschäftsfeld

Aktionärsbriefe

  • Dr. Franz B. Humer
  • Dr. Severin Schwan
  • Dr. Franz B. Humer
  • Dr. Severin Schwan

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

von Dr. Franz B. Humer

Das Wirtschaftsjahr 2011 war von der sich weiter verschärfenden Schuldenkrise in Europa und den USA, Währungsturbulenzen sowie der Verlangsamung des globalen Wachstums geprägt. Der enorme Druck, der durch die Finanzkrise auf den Staatsbudgets lastet, hat auch auf den Gesundheitsmärkten tiefe Spuren hinterlassen. Aufgrund der knappen Mittel orientieren sich heute viele Länder an kurzfristigen Budgetzielen: Um die stark defizitären Staatshaushalte zu entlasten, sind in einigen Ländern, vor allem in Europa, die staatlich reglementierten Medikamentenpreise — auch für innovative, patentgeschützte Produkte — erheblich gesenkt worden.

Vor diesem Hintergrund ist die währungsbereinigte weitere Zunahme der Konzernverkäufe um 2% (ohne das Grippemedikament Tamiflu) auf 42,2 Milliarden Franken sowie die nochmalige Steigerung der Ertragskraft von Roche im vergangenen Jahr — der Konzerngewinn legte in Franken um 7% auf 9,5 Milliarden Franken zu — ein sehr starkes Ergebnis.

Sehr gefreut hat mich auch, dass Roche im Dow-Jones-Nachhaltigkeits-Index zum dritten Mal in Folge zum Supersector Leader als weltweit nachhaltigstes Unternehmen der Gesundheitsbranche ernannt worden ist. Wir sind fest davon überzeugt, dass nachhaltige Grundsätze und Unternehmenspraktiken letztlich langfristigen Unternehmenswert schaffen und Innovation fördern. Unser Hauptanliegen ist und bleibt, Patienten durch wissenschaftliche Spitzenleistungen zu einer besseren Lebensqualität und wenn möglich zu einem längeren Leben zu verhelfen.

Deshalb verfolgen wir die jüngsten gesundheitspolitischen Entwicklungen, bei denen kurzfristiges Kostendenken im Vordergrund steht, als forschendes Gesundheitsunternehmen mit Sorge. Natürlich habe ich volles Verständnis, dass auch wir — die Industrie, und insbesondere Roche als global führendes Pharma- und Diagnostikunternehmen — unseren Beitrag zur Bewältigung der Finanz- und Schuldenkrise leisten müssen. Dazu sind wir auch bereit. In einem konstruktiven Dialog wollen wir dazu beitragen, dass ein langfristig tragbarer und fairer Interessenausgleich zwischen Gesundheits- und Industriepolitik gefunden wird, der innovative Leistungen, von der die gesamte Gesellschaft profitiert, weiterhin fördert und honoriert.

Ich bin nun fast vierzig Jahre in dieser Industrie tätig. In all diesen Jahrzehnten war ich — trotz der aktuellen Herausforderungen — noch kaum je so optimistisch bezüglich der mittel- und längerfristigen Zukunftsaussichten für forschende, auf Innovation fokussierende Unternehmen. Da sind zunächst die grundlegenden Trends: das anhaltende Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung, der zunehmende Wohlstand in den Schwellen- und Entwicklungsländern, viele Krankheiten, für die es noch keine wirksamen Therapien gibt, und nicht zuletzt der rasante wissenschaftliche und technologische Fortschritt, der gezieltere, kosteneffizientere Therapien ermöglicht: Das sind fundamental die treibenden Kräfte.

Immer wichtiger werden zudem der volkswirtschaftliche Aspekt der Innovation und der globale Standortwettbewerb um Investitionen und Arbeitsplätze. So setzen zahlreiche Staaten vermehrt auf eine gezielte, aktive Förderung von Forschung und Innovation. Beeindruckt bin ich in dieser Hinsicht von den enormen Fortschritten, die Schanghai, aber auch Peking, Singapur und andere Standorte in Schwellenländern machen, um zu weltweit führenden Zentren für Life Science, besonders in den Bereichen Pharma und Diagnostik, zu werden. Hinzu kommt eine allgemein positive und offene Einstellung neuen Wissenschaften und Technologien gegenüber.

Diese Länder haben erkannt, dass die forschende Gesundheitsindustrie dank ihrer überdurchschnittlich hohen Produktivität ein wichtiger volkswirtschaftlicher Wachstumsmotor ist, der hochqualifizierte Arbeitsplätze, Investitionen und Exporte generiert. Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung schlagen sich letztlich auch in einem hohen Wertschöpfungswachstum nieder. Dass wir einen Grossteil unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten nach wie vor an unserem Konzernhauptsitz in der Schweiz tätigen, liegt an den vorhandenen Standortvorteilen. Werden diese weiter gepflegt und angesichts des globalen Standortwettbewerbs auch weiter entwickelt, wird die Schweiz einer der besten Wissenschafts- und Innovationsstandorte der Welt bleiben.

Besonders optimistisch bin ich für die Zukunft unseres Unternehmens. Warum? — Wir verfolgen seit einem Jahrzehnt eine klare Strategie der Innovation in Diagnose und Therapie. Als das grösste Biotechnologie-Unternehmen der Welt, mit 14 biopharmazeutischen Produkten auf dem Markt, verfügen wir über beste Voraussetzungen, um aus unseren Erkenntnissen über die biologischen Grundlagen und Zusammenhänge von Krankheiten neuartige Therapien und diagnostische Tests zu entwickeln. Wir werden unsere hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung — auch im Vergleich zu anderen Branchen belegen wir mit 8 Milliarden Franken, die wir 2011 dafür einsetzten, einen Spitzenplatz — im Unterschied zu einigen unserer Konkurrenten aufrechterhalten, namentlich auf den Forschungsgebieten, in denen wir unsere besonderen Stärken sehen: Krebs, Diabetes, Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten sowie zentrales Nervensystem. Natürlich werden wir dabei den möglichst effizienten Einsatz unserer Mittel und die kontinuierliche Steigerung der Produktivität nicht ausser Acht lassen. Roche ist und bleibt das führende Unternehmen in der Krebsbehandlung und wir sind mit Abstand die Nummer eins in der In-vitro-Diagnostik. Mit der Verknüpfung von Pharma und Diagnostics und der ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie ist Roche wie kein anderes Unternehmen in der Lage, das Konzept der personalisierten Medizin in die Realität umzusetzen. Die Erfolge im letzten Jahr, darunter die Einführung des neuen Hautkrebsmedikaments Zelboraf in den USA in Rekordzeit, das positive Gutachten der EU-Arzneimittelbehörde für die Zulassung dieser Krebstherapie sowie das Voranbringen der Entwicklungspipeline bestätigen dies.

Gezielt wirkende, kosteneffiziente Therapeutika können einen wichtigen Beitrag leisten, die gegenwärtigen Herausforderungen im Gesundheitswesen besser zu bewältigen. Auch die Bedeutung der Diagnostika wird weiter steigen. Wenn der Preisdruck zunimmt, werden die Krankenkassen die Mittel dorthin lenken, wo der Zusatznutzen für den Patienten am grössten ist. Mit unserer Fokussierung auf Medikamente und Tests, die für Arzt und Patient einen spürbaren Mehrwert schaffen, sind wir sehr gut gerüstet, um in einem zunehmend anspruchsvollen Gesundheitsmarkt erfolgreich zu bleiben. Unsere heutigen Stärken werden in Zukunft nur noch wichtiger.

Trotz des anhaltend schwierigen Wirtschafts- und Finanzumfelds hat der Verwaltungsrat aufgrund des guten Jahresergebnisses und der sehr guten Perspektiven beschlossen, Ihnen die Ausschüttung einer um 3% erhöhten Dividende von 6,80 Franken je Aktie und Genussschein (2010: 6,60 Franken) zu beantragen. Ihre Zustimmung vorausgesetzt, ist dies die 25. Erhöhung der Dividende in Folge.

Abschliessend möchte ich Sie gerne auf die anstehenden Bestätigungswahlen im Verwaltungsrat hinweisen. An der Generalversammlung vom 6. März stellen sich mit André Hoffmann und Professor Sir John Irving Bell zwei bewährte Verwaltungsräte zur Wiederwahl für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Auch ich stelle mich als Verwaltungsratspräsident von Roche sehr gerne zur Wiederwahl und danke Ihnen für Ihr Vertrauen.

Franz B. Humer

Franz B. Humer
Verwaltungsratspräsident

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Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

von Dr. Severin Schwan

2011 war für Ihr Unternehmen aufgrund des deutlich härteren Marktumfeldes kein leichtes und dennoch in verschiedener Hinsicht ein erfolgreiches Jahr.

Lassen Sie mich zunächst auf die finanziellen Ergebnisse eingehen. Hier haben wir all unsere Anfang Jahr gesteckten Ziele erreicht, obwohl die Währungsentwicklung unser in Schweizer Franken ausgewiesenes Ergebnis stark beeinträchtigt hat. Wenn wir die währungsbereinigte Geschäftsentwicklung betrachten und die wie erwartet erheblich geringeren Verkäufe des Grippemedikaments Tamiflu ausklammern, erreichte Roche insgesamt ein Verkaufswachstum von 2%, wobei die Pharmaverkäufe im Rahmen des Marktwachstums um 1% zulegten. Die Division Diagnostics erhöhte ihre Verkaufszahlen um 6% und hat damit ihre führende Position im Markt der In-vitro-Diagnostika weiter ausgebaut.

Besonders eindrücklich ist, dass es uns trotz tieferer Preise in wichtigen Märkten gelungen ist, die Profitabilität auf Gruppenebene dank Produktivitätssteigerungen und Kosteneinsparungen weiter zu verbessern. Der für die laufende Geschäftsentwicklung massgebliche Kerngewinn pro Titel — also der Gewinn ohne Sonderpositionen wie globale Restrukturierungen oder Abschreibungen und Wertminderungen auf immateriellem Anlagevermögen — hat sich währungsbereinigt um 11% erhöht. Sehr positiv entwickelte sich der Kernbetriebsgewinn; er nahm zu konstanten Wechselkursen um 6% auf 15,1 Milliarden Franken zu — also stärker als die Verkäufe. Entsprechend hat sich die Kernbetriebsgewinnmarge beider Divisionen weiter verbessert. Diese erfreuliche Ertragsentwicklung wird es uns ermöglichen, auch weiterhin weit überdurchschnittlich in die Erforschung der Entstehung von Krankheiten zu investieren und unsere wachsende Anzahl von Projekten in der späten Entwicklungsphase voranzubringen.

Sehr zuversichtlich für die Zukunft von Roche stimmt mich, dass im vergangenen Jahr 17 der 20 wichtigen klinischen Studien mit neuen Medikamenten positive Resultate hervorgebracht haben — ein im Branchenvergleich hervorragender Wert. Damit haben wir die Basis für die zukünftige Geschäftsentwicklung weiter gestärkt.

Hinter all diesen Erfolgen stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es auch im vergangenen Jahr mit grossem Einsatz und Engagement und trotz schwierigeren Marktumfelds möglich gemacht haben, unsere Ziele zu erreichen. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle auch im Namen der gesamten Konzernleitung ganz herzlich.

2011 war vor allem ein bemerkenswertes Jahr für die personalisierte Medizin. Aufgrund der Erkenntnisse der modernen Molekulardiagnostik können Therapien mittlerweile immer gezielter auf unterschiedliche Patientengruppen ausgerichtet werden. Bereits rund die Hälfte unserer neuen pharmazeutischen Wirkstoffe in der späten Entwicklungsphase ist dank spezifischer diagnostischer Testmethoden auf ganz bestimmte Patientengruppen zugeschnitten.

Einen ganz besonderen Meilenstein für Patienten, behandelnde Ärzte und auch für Roche stellt unsere personalisierte Behandlung einer bestimmten Form des aggressiven schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom) dar. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat im August vergangenen Jahres unser neuartiges Hautkrebsmedikament Zelboraf sowie den diagnostischen Begleittest zugelassen, und von der europäischen Arzneimittelbehörde erhielten wir Ende 2011 ein positives Gutachten für die Zulassung. Zum ersten Mal bringen wir damit eines unserer Medikamente gleichzeitig mit einem von Roche entwickelten diagnostischen Test auf den Markt. Die enge Zusammenarbeit der Divisionen Pharma und Diagnostics hat es uns zudem ermöglicht, das Medikament in der Rekordzeit von nur fünf Jahren zur Marktreife zu entwickeln. Das metastasierende Melanom ist eine sehr schwer zu behandelnde Erkrankung, an der weltweit jede Stunde ein Mensch stirbt. In rund der Hälfte aller Melanom-Patienten tritt eine mutierte Form des BRAF-Proteins auf. Hier setzt Zelboraf mit seinem Wirkmechanismus an, nachdem der Roche-Test die Patienten mit dieser spezifischen Mutation identifiziert hat. Erstmals ermöglicht ein Arzneimittel bei diesem aggressiven Hautkrebs nachweislich nicht nur eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch ein längeres Überleben. Wir werden im Laufe dieses Jahres die Zulassung für Zelboraf in zahlreichen weiteren Ländern erhalten und damit Test und Therapie Patienten weltweit zur Verfügung stellen.

Nebst Zelboraf konnten wir 2011 bei den Gesundheitsbehörden auch das Zulassungsgesuch für das neue biopharmazeutischen Medikament Pertuzumab zur Behandlung von Brustkrebs einreichen. Auch bei dieser Krankheit ist der medizinische Bedarf enorm: Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Jährlich werden mehr als 1,4 Millionen Neudiagnosen gestellt. Trotz grosser therapeutischer Erfolge sterben pro Jahr weltweit noch immer über 450 000 Patientinnen an Brustkrebs.

Pertuzumab wirkt bei Patientinnen, deren Tumoren aufgrund einer genetischen Mutation ein bestimmtes Eiweiss (den Rezeptor HER2) in übermässigen Mengen produzieren. Solche HER2-positive Tumoren sind besonders aggressiv, wachsen schnell und führen häufig zu Rückfällen. Davon betroffen sind rund 20% aller Frauen mit Brustkrebs. Pertuzumab ist speziell darauf ausgerichtet, die Paarbildung des HER2-Rezeptor mit anderen HER-Rezeptoren zu verhindern. Dieser Prozess spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum und bei der Ausbildung verschiedener Krebstypen. Bei Frauen, die Pertuzumab in Kombination mit unserem Medikament Herceptin und einer Chemotherapie erhielten, sank das Risiko, dass ihre Krankheit fortschreitet oder zum Tod führt, um eindrückliche 38%. Die klinischen Studienergebnisse sind so überzeugend ausgefallen, dass die verwendete Arzneimittelkombination zum neuen Standard bei der Erstlinienbehandlung von HER2-positiven Brustkrebspatientinnen werden könnte.

Es ist und bleibt unser Anspruch, gute Behandlungen noch weiter zu verbessern. Eines unserer Ziele ist es, aus der einst tödlichen Krankheit Krebs immer mehr eine chronische Krankheit zu machen. Leider ist es so, dass Tumoren in vielen Fällen gegen bestehende Therapien resistent werden. Krebszellen sind «erfinderisch» und suchen Wege, um medikamentösen Interventionen auszuweichen. Oft beginnen sie sich irgendwann wieder zu vermehren. Kombinationstherapien, die Tumoren gleichzeitig von mehreren Seiten angehen, werden deshalb an Bedeutung gewinnen

Zelboraf und Pertuzumab sind konkrete Beispiele aus dem Therapiebereich Krebs, die zeigen, wie wir mit unserem Fokus auf wissenschaftliche Spitzenleistungen signifikante Fortschritte für Patientinnen und Patienten erzielen. Auf Erfolgen wie diesen wollen wir aufbauen und Krebsleiden sowie andere schwere Erkrankungen mit gezielten und wirksameren Strategien bekämpfen. Nebst Krebstherapeutika forschen wir bei Roche auch an personalisierten Hepatitis-C-Medikamenten, an Asthmatherapien und an verschiedenen Stoffen, die Hirnerkrankungen (wie Alzheimer, Schizophrenie und Depressionen) heilen oder lindern sollen. Zurzeit bearbeiten wir rund 200 Projekte, bei denen parallel zu den Wirkstoffen auch die Grundlagen für spätere diagnostische Tests erforscht werden.

Dank der Molekularbiologie stehen wir am Anfang einer revolutionären Entwicklung. Hier besitzen wir bei Roche klare strategische Wettbewerbsvorteile, die auch für künftige Erfolge in der Forschung und Entwicklung immer wichtiger werden. Unser vertieftes Verständnis der biologischen Ursachen von Krankheiten wird es uns zunehmend gestatten, gezielte Therapien mit Begleitdiagnostika zu entwickeln. Die personalisierte Medizin wird damit mehr und mehr zur Realität. Sie hat ein enormes Potenzial für den Patienten, das Gesundheitswesen — und für Roche.

Wir werden die kommenden, grossen Herausforderungen und Chancen des Gesundheitsmarktes zuversichtlich in Angriff nehmen und nutzen, im Interesse unserer Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden, und auch von Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen.

Signature: Severin Schwan

Severin Schwan
CEO der Roche-Gruppe

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Verwaltungsrat

  • Dr. Franz B. Humer
  • Prof. Dr. Bruno Gehrig
  • André Hoffmann
  • Dr. Andreas Oeri
  • Prof Dr. Pius Baschera
  • Prof. Sir John I. Bell
  • Paul Bulcke
  • William M. Burns
  • Lodewijk J.R. de Vink
  • Dr. Christoph Franz
  • Dr. DeAnne Julius
  • Dr. Arthur D. Levinson
  • Peter R. Voser
  • Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro
  • Klicken Sie auf die Bilder, um mehr über die Mitglieder des Verwaltungsrats / der Konzernleitung zu erfahren.

Konzernleitung

  • Dr. Severin Schwan
  • Dr. Pascal Soriot
  • Daniel O'Day
  • Dr. Alan Hippe
  • Silvia Ayyoubi
  • Dr. Gottlieb A. Keller
  • Dr. Richard Scheller
  • Dr. Jean-Jacques Garaud
  • Dr. Dan Zabrowski
  • Osamu Nagayama
  • Dr. Stephan Feldhaus
  • Dr. Sophie Kornowski-Bonnet
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Dr. Severin Schwan

Persönliche Daten

Nationalität: Österreich
Geburtstjahr: 1967

Position

CEO der Roche Gruppe

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Dr. Pascal Soriot

Persönliche Daten

Nationalität: Frankreich
Geburtstjahr: 1959

Position

Division Pharma, Chief Operating Officer und Mitglied der Roche Konzernleitung

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Daniel O'Day

Persönliche Daten

Nationalität: USA
Geburtstjahr: 1964

Position

Diagnostics Division, Chief Operating Officer und Mitglied der Roche Konzernleitung

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Dr. Alan Hippe

Persönliche Daten

Nationalität: Deutschland
Geburtstjahr: 1967

Position

Chief Financial und IT Officer und Mitglied der Roche Konzernleitung

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Silvia Ayyoubi

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz
Geburtstjahr: 1953

Position

Leiterin Human Resources und Mitglied der Roche Konzernleitung

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Dr. Gottlieb A. Keller

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz
Geburtstjahr: 1954

Position

General Counsel und Mitglied der Roche Konzernleitung

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Dr. Richard Scheller

Position

Leiter Genentech Research and Early Development
und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung

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Dr. Jean-Jacques Garaud

Persönliche Daten

Nationalität: Frankreich und USA
Geburtstjahr: 1955

Position

Head Roche Pharma Research & Early Development (pRED)
and Member of the Enlarged Roche Corporate Executive Committee

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Dr. Dan Zabrowski

Persönliche Daten

Nationalität: USA
Geburtstjahr: 1959

Position

Leiter Roche Pharma Research & Early Development (pRED) und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung

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Osamu Nagayama

Persönliche Daten

Nationalität: Japan
Geburtstjahr: 1947

Position

President and CEO, Chugai und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung

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Dr. Stephan Feldhaus

Persönliche Daten

Nationalität: Deutschland
Geburtstjahr: 1962

Position

Leiter Group Communications und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung

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Dr. Sophie Kornowski-Bonnet

Persönliche Daten

Nationalität: Frankreich
Geburtstjahr: 1963

Position

Leiterin Roche Partnering und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung

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Dr. Franz B. Humer

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz und Österreich
Geburtstag: 1. Juli 1946

Position

Präsident des Verwaltungsrates

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Prof. Dr. Bruno Gehrig

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz
Geburtstag: 26. Dezember 1946

Position

Vice-Chairman

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André Hoffmann

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz
Geburtstag: 31. Mai 1958

Position

Vizepräsident

Nach oben Dr. Andreas Oeri

Dr. Andreas Oeri

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz
Geburtstag: 7. April 1949

Nach oben Prof. Dr. Pius Baschera

Prof. Dr. Pius Baschera

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz und Italien
Geburtstag: 12. November 1950

Nach oben Prof. Sir John Irving Bell

Prof. Sir John Irving Bell

Persönliche Daten

Nationalität: Kanada (ständiger Wohnsitz in UK)
Geburtstag: 1. Juli 1952

Nach oben Paul Bulcke

Paul Bulcke

Persönliche Daten

Nationalität: Belgien
Geburtstag: 8. September 1954

Nach oben William M. Burns

William M. Burns

Persönliche Daten

Nationalität: UK
Geburtstjahr: 1947

Nach oben Lodewijk J.R. de Vink

Lodewijk J.R. de Vink

Persönliche Daten

Nationalität: USA
Geburtstag: 12. Februar 1945

Nach oben Dr. Christoph Franz

Dr. Christoph Franz

Persönliche Daten

Nationalität: Deutschland
Geburtstag: 2. Mai 1960

Nach oben Dr. DeAnne Julius

Dr. DeAnne Julius

Persönliche Daten

Nationalität: USA und UK
Geburtstag: 14. April 1949

Nach oben Dr. Arthur D. Levinson

Dr. Arthur D. Levinson

Persönliche Daten

Nationalität: USA
Geburtstag: 31. März 1950

Nach oben Peter R. Voser

Peter R. Voser

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz
Geburtstag: 29. August 1958

Nach oben Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro

Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro

Persönliche Daten

Nationalität: Schweiz und Italien
Geburtstag: 3. August 1965

Konzernergebnisse
und Ausblick

Gesamtergebnis

In einem anspruchsvollen Geschäftsumfeld erzielte die Roche-Gruppe 2011 ein starkes Gesamtergebnis. Der Kernbetriebsgewinn nahm schneller zu als die Verkäufe, und der Kerngewinn pro Titel wuchs zu konstanten Wechselkursen um 11% (–4% in Franken). Die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber anderen wichtigen Währungen, insbesondere gegenüber dem US-Dollar und dem Euro, hat sich auf das in Franken dargestellte Konzernergebnis signifikant negativ ausgewirkt. Das dem Geschäft zugrunde liegende Währungsrisiko wird jedoch dadurch stark reduziert, dass die Kostenbasis des Konzerns grösstenteils (83%) ausserhalb der Schweiz liegt.

Solides Verkaufswachstum

Die Konzernumsätze stiegen zu konstanten Wechselkursen um 1% (–10% in Franken; +5% in US-Dollar) auf 42,5 Milliarden Franken, wobei das zugrunde liegende Umsatzwachstum den erwarteten Rückgang der Verkäufe bei Tamiflu und Avastin sowie die Auswirkungen von Gesundheitsreformen, Sparmassnahmen und Preiskürzungen ausgleichen konnte. Ohne Tamiflu erhöhten sich die Verkäufe zu konstanten Wechselkursen um 2%. Die Division Pharma steuerte 77% und die Division Diagnostics 23% zum Konzernumsatz bei.

Division Pharma - Verkäufe nach Regionen
Schaubild Division Pharma ­ Verkäufe nach Regionen

Ohne Tamiflu.
Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.

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Pharma

Ohne Tamiflu stiegen die Verkäufe der Division Pharma 2011 um 1%. Bezieht man das Geschäft mit Tamiflu ein, so waren die Umsätze zu konstanten Wechselkursen stabil (–12% in Franken; +4% in US-Dollar) und erreichten 32,8 Milliarden Franken. Die Umsätze stützen sich auf solides Wachstum bei den meisten Schlüsselprodukten wie auch bei kürzlich am Markt eingeführten Produkten. Die Nachfrage nach den Krebspräparaten MabThera/Rituxan, Herceptin, Xeloda und Tarceva nahm weiterhin zu, und die ersten Verkäufe des im August auf dem US-Markt eingeführten neuen Hautkrebsmedikaments Zelboraf sind sehr ermutigend. Als wichtige Wachstumsträger erwiesen sich zudem das Augenheilmittel Lucentis, Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis und Mircera zur Behandlung der renalen Anämie. Geschmälert wurden die Umsätze durch erwartungsgemäss rückläufige Verkäufe von Tamiflu, Avastin (in der Indikation metastasierender Brustkrebs), NeoRecormon/Epogin, Bonviva/Boniva und CellCept. Die Gesundheitsreformen in den USA, Sparmassnahmen in Europa und ein Basiseffekt der alle zwei Jahre verordneten Preiskürzungen in Japan führten zu negativen Auswirkungen auf das Wachstum von 295 Millionen Franken, was 1,0 Prozentpunkt des divisionalen Verkaufswachstums entspricht.

Krebsmedikamente machen erneut die Mehrheit der Verkäufe aus, wobei das anhaltende Wachstum von Herceptin und MabThera/Rituxan den erwarteten Rückgang der Verkäufe von Avastin kompensierte. Im Bereich Virologie nahmen die Verkäufe von Tamiflu wiederum deutlich ab. Auch der Umsatz von Pegasys ging für das Jahr 2011 insgesamt zurück, begann sich jedoch im zweiten Halbjahr zu erholen, da in den USA neue Hepatitis-C-Medikamente eingeführt wurden, die in Kombination mit Pegasys verwendet werden. Im Bereich Entzündungskrankheiten/Autoimmunerkrankungen/Transplantation stiegen die Verkäufe dank der guten Aufnahme von Actemra/RoActemra und des Wachstums von MabThera/Rituxan zur Behandlung von rheumatoider Arthritis, wodurch der Verkaufsrückgang von CellCept aufgrund der anhaltenden Konkurrenz durch Generika mehr als kompensiert werden konnte.

Nach Regionen betrachtet ergibt sich folgendes Bild: In den USA wuchsen die Verkäufe der Division Pharma insbesondere aufgrund der Nachfrage nach Lucentis, Rituxan und Actemra. Geringere Umsätze in Westeuropa waren vor allem auf Sparmassnahmen von Regierungen und Budgetzwänge zurückzuführen, darunter Zwangsrabatte und höhere Abschläge sowie häufigere Verwendungskontrollen in einigen Ländern. Ohne Verkäufe von Tamiflu wurde in der Region International ein Umsatzplus von 7% erzielt, zu dem die steigende Nachfrage nach Schlüsselprodukten in Ländern der Regionen Asien–Pazifik und Lateinamerika — speziell in China (+34%), Venezuela (+76%) und Brasilien (+12%) — beitrug.

In Japan fielen die Verkäufe (ohne Tamiflu) um 3% tiefer aus, vor allem wegen der direkten und indirekten Auswirkungen des verheerenden Erdbebens im März. Nothilfemassnahmen und die schnelle Umsetzung eines Wiederaufbauprogramms durch Chugai zur Sicherstellung von Produktlieferungen und zur Wiederaufnahme der Produktion hatten Vorrang vor Marketing-Aktivitäten, bis die normale Geschäftstätigkeit Ende 2011 schliesslich wieder aufgenommen werden konnte. Um die ununterbrochene Versorgung der Patienten mit Medikamenten zu gewährleisten, wurden sofort nach dem Erdbeben für eine Reihe wichtiger Produkte Lieferkontrollen eingeführt. In einigen Fällen wurden diese Kontrollen bis weit ins vierte Quartal beibehalten, wobei die Promotionsaktivitäten dementsprechend gedrosselt wurden.

Division Diagnostics - Verkäufe nach Regionen
Schaubild Division Diagnostics ­ Verkäufe nach Regionen

Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.

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Diagnostics

Im Jahr 2011 wuchs der Umsatz der Division Diagnostics deutlich schneller als der Markt für In-vitro-Diagnostik (IVD), und zwar um 6% zu konstanten Wechselkursen (–7% in Franken; +10% in US-Dollar) auf insgesamt 9,7 Milliarden Franken. Mit einem Anteil von 20% führte Roche weiterhin den globalen IVD-Markt an. Wesentlich zum Zuwachs beigetragen haben die Geschäftsbereiche Professional Diagnostics (+9%) und Tissue Diagnostics (+15%).

Die Verkäufe von Professional Diagnostics, des mit Abstand grössten Geschäftsbereichs, profitierten von der anhaltend starken Dynamik bei den Immunoassays und der Platzierung von Instrumenten. Seit Anfang 2011 ist Roche Professional Diagnostics Weltmarktführer in seinem Segment, das IVD-Lösungen für klinische Labore und die stationäre/ambulante patientennahe Diagnostik umfasst. Bei Tissue Diagnostics führte die starke Nachfrage nach Produkten im Bereich «Advanced Staining» zum Nachweis von Genen und Proteinen in Gewebeproben zu doppelt so schnellem Wachstum wie der Markt. Im Bereich Diabetes Care (+2%) stützten sich die Verkäufe weiterhin vor allem auf die neue Generation der Accu-Chek Blutzuckermesssysteme und bei Molecular Diagnostics (+4%) auf die Tests zur Bestimmung der Viruslast bei Infektionskrankheiten. Der Umsatz von Applied Science (–3%) wurde beeinträchtigt durch den Rückgang der Nachfrage nach Tests auf das Influenza-A/H1N1-Virus gegen über dem Vorjahr, den zunehmenden Wettbewerb in der Gensequenzierung und rückläufige Forschungsausgaben.

Die Verkäufe der Division Diagnostics nahmen in allen Regionen zu, wozu sowohl die etablierten als auch die Schwellenmärkte massgeblich beitrugen. Die stärksten Zugewinne wurden in der Region Asien–Pazifik verzeichnet und sind auf die grosse Nachfrage nach den Immunoassays (Professional Diagnostics) sowie die starke Präsenz der Division in China zurückzuführen (+27%). In Lateinamerika erzielten alle Geschäftsbereiche ein Umsatzplus, wobei sich hier Professional Diagnostics und Diabetes Care als wichtigste Wachstumsträger erwiesen. Vor allem Professional Diagnostics sorgte auch in der Region EMEA (Europa, Nahost und Afrika) für Verkaufswachstum, wo Preisdruck und Budgetbeschränkungen spürbar waren. In Nordamerika (+4%) gewann Roche infolge der Lancierung neuer Immunoassays, Molekular- und Gewebetests Marktanteile im IVD-Kerngeschäft hinzu. Das sehr gute Ergebnis im IVD-Kerngeschäft glich hier auch den Rückgang des Umsatzes bei Diabetes Care aus, welcher auf Verzögerungen in der Markteinführung des neuesten Produktportfolios in den USA zurückzuführen ist. Angetrieben durch Zuwächse bei Professional Diagnostics und Tissue Diagnostics stiegen die Umsätze in Japan erneut um ein Mehrfaches des Marktdurchschnitts.

Operative Ertragskraft weiter gestärkt

Der Kernbetriebsgewinn der Roche-Gruppe erhöhte sich zu konstanten Wechselkursen um 6% (–9% in Franken), während die Kernbetriebsgewinnmarge um 0,7 Prozentpunkte auf 35,6% stieg. Der anhaltende Druck auf die Verkaufspreise wurde durch ein höheres Verkaufsvolumen sowie Massnahmen zur Effizienzsteigerung mehr als ausgeglichen. Die Betriebskosten wurden vor allem mit Hilfe des im November 2010 angekündigten «Operational Excellence»-Programms gesenkt.

Die Division Pharma verbesserte ihren Kernbetriebsgewinn zu konstanten Wechselkursen um 5% auf 13,4 Milliarden Franken. Die Kernbetriebsgewinnmarge der Division stieg auf derselben Grundlage signifikant um 1,0 Prozentpunkt, was primär auf Kostensynergien infolge der Genentech-Integration, Ressourcen-Priorisierung und Produktivitätssteigerungen zurückzuführen ist. Dies wurde trotz des erwarteten Rückgangs der Verkäufe von Tamiflu um 0,5 Milliarden Franken, signifikant geringerer Umsätze bei Avastin in der Indikation metastasierender Brustkrebs und der Auswirkungen von Gesundheitsreformen und Sparmassnahmen erreicht.

Der Kernbetriebsgewinn der Division Diagnostics stieg zu konstanten Wechselkursen um 14% auf 2,2 Milliarden Franken. Die Kernbetriebsgewinnmarge der Division stieg auf derselben Grundlage um 1,3 Prozentpunkte auf 22,4% der Verkäufe, was in erster Linie Verkaufszuwächsen und laufenden Produktivitätsverbesserungen zuzuschreiben ist.

Konzerngewinn und Kerngewinn pro Titel signifikant gestiegen

Im Jahr 2011 erhöhte sich der Konzerngewinn stark, vor allem aufgrund des guten operativen Ergebnisses, geringerer Finanzierungskosten sowie einer niedrigeren Steuerquote, und wuchs zu konstanten Wechselkursen um 26% auf 9,5 Milliarden Franken (+7% in Franken).

Der Kerngewinn pro Titel, der keine kernergebnisfremden Positionen wie globale Restrukturierungskosten sowie keine Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellem Anlagevermögen enthält, stieg um 11% zu konstanten Wechselkursen (–4% in Franken).

Starker freier Geldfluss aus operativer Tätigkeit und geringere Nettoverschuldung

Mit gut 13,7 Milliarden Franken erzielte die Roche-Gruppe wiederum einen starken freien Geldfluss aus operativer Tätigkeit. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von 14% zu konstanten Wechselkursen (–3% in Franken).

Vor allem der freie Geldfluss reduzierte die Nettoverschuldung des Konzerns von 19,2 Milliarden Franken am Jahresanfang um 3,6 Milliarden Franken auf 15,6 Milliarden Franken zum Jahresende 2011. Die Nettoverschuldungsquote lag bei 25%.

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Ausblick 2012

Für 2012 rechnet die Roche-Gruppe für den Konzern und die Division Pharma mit einem Verkaufszuwachs im unteren bis mittleren einstelligen Bereich, zu konstanten Wechselkursen. Es wird erwartet, dass sich das Verkaufswachstum der Division Pharma beschleunigt, gestützt auf die Stärke des bestehenden Portfolios sowie geplante Produkteinführungen. Für die Division Diagnostics wird wieder ein über dem Markt liegendes Verkaufswachstum erwartet.

Trotz des zunehmend anspruchsvollen Marktumfelds hat sich Roche für 2012 aufgrund der erwarteten Verkaufsentwicklung und fortgesetzten Effizienzsteigerungen ein Wachstum des Kerngewinns pro Titel im hohen einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen zum Ziel gesetzt.

Auf dieser Basis wird Roche auch für 2012 an der attraktiven Dividendenpolitik festhalten.

Wichtige Fortschritte im Jahr 2011*

Finanz- und Geschäftsergebnisse Konzernverkäufe steigen ohne Tamiflu um 2%. Signifikanter negativer Währungseinfluss von 12 Prozentpunkten aufgrund Aufwertung des Schweizer Frankens; Konzernverkäufe erreichen 42,5 Milliarden Franken
Verkäufe der Division Pharma steigen ohne Tamiflu um 1% im Rahmen des Marktwachstums; die der Division Diagnostics um 6% und liegen damit deutlich über dem Markt
Kernbetriebsgewinn steigt um 6% und damit deutlich über den Verkäufen, vor allem dank Einsparungen infolge des «Operational Excellence»-Programms und weiterer Produktivitätssteigerungen
Kerngewinn pro Titel wächst um 11%, aufgrund von soliden operativen Ergebnissen, geringeren Finanzierungskosten und einer niedrigeren Steuerquote
Starker freier Geldfluss aus operativer Tätigkeit von 13,7 Milliarden Franken (+14%)
Dividendenerhöhung von 10% für Geschäftsjahr 2010; Verwaltungsrat beantragt für 2011 eine Erhöhung der Dividende um 3% auf 6,80 Franken - die 25. Dividendenerhöhung in Folge
Unternehmerische Verantwortung Roche zum dritten Mal in Folge in Dow-Jones-Nachhaltigkeits-Indexes zum Supersector Leader der Gesundheitsbranche ernannt
Einführung eines IT-Systems und eines Prozesses zur Berichterstattung über Zuwendungen an einzelne Mediziner, um neuen Rechtsvorschriften zu entsprechen
Forschung und Entwicklung Ausgezeichnete Fortschritte in der späten klinischen Entwicklung: 17 von 20 Studien erzielen 2011 positive Ergebnisse; 24 wichtige Zulassungen für Medikamente erhalten; 21 wichtige Zulassungsanträge eingereicht; 50 diagnostische Tests und 13 Instrumente in Schlüsselmärkten eingeführt
Führende Position in der personalisierten Medizin gestärkt: Hautkrebsmedikament Zelboraf und dazugehörigen cobas BRAF-Test erfolgreich in den USA eingeführt; Tarceva in der EU für nichtkleinzelligen Lungenkrebs mit EGFR-Mutation zugelassen; Begleittest zum Nachweis der EGFR-Mutation eingeführt. Zulassungsanträge für die gezielt wirkenden Krebsmedikamente Vismodegib und Pertuzumab in den USA und der EU eingereicht.
Sehr starke Pipeline mit 79 neuen pharmazeutischen Wirkstoffen, die alle darauf abzielen, die ersten beziehungsweise besten Vertreter ihrer Wirkstoffklasse zu sein
Zusammenarbeit der Divisionen Pharma und Diagnostics an mehr als 200 Projekten
Produktion und Einkauf Gemeinsam mit anderen Vertretern der Branche Verabschiedung eines einheitlichen Protokolls für Audits zur Nachhaltigkeit
Marketing und Vertrieb Grundprinzipien künftiger HTA in der Schweiz in einer gemeinsamen Initiative von Pharmaindustrie und santésuisse, dem Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer, mitentwickelt
Weitere Erprobung differenzierter Preismodelle, um den Zugang zu unseren Medikamenten in Schwellenländern zu verbessern, zum Beispiel durch ein Patientenhilfsprogramm in China
Ausrichtung des dritten jährlichen International Experience Exchange, an dem über 130 Patientenorganisationen teilnahmen und sich über Herausforderungen und beste Praktiken austauschten sowie Beziehungen untereinander aufbauten
Unsere Mitarbeitenden Erste globale Mitarbeiterumfrage der Roche-Gruppe durchgeführt, an der sich 80% der Belegschaft beteiligten
Weltweite Einführung von CHRIS, einer globalen IT-Lösung, die alle mitarbeiterbezogenen Informationen sowie zwölf wichtige Personalprozesse beinhaltet, für 2012 vorbereitet
Anteil der Frauen in Schlüsselpositionen steigt 2011 von 13% im Jahr 2009 auf 18%, im Einklang mit unserem Fünfjahresziel, das eine Steigerung um 50% im Zeitraum 2009 bis 2014 vorsieht
Gemeinnütziges Engagement Nach Zerstörungen durch Naturkatastrophen Bau und Ausstattung von zwei Schulen in Haiti sowie einer Schule in Pakistan in Angriff genommen
Grundstein für neues Lehrerausbildungszentrum in Malawi gelegt, in dem einmal 540 künftige Lehrer studieren und wohnen sollen (2013)
Gesundheits- und Umweltschutz Ökologische Auswirkungen pro Mitarbeitenden um 4,3% gesenkt und damit auf dem richtigen Weg, unsere Ökobilanz bis 2020 gegenüber 2010 um 15% zu verbessern
Energieverbrauch um 7,7% gesenkt und somit gut aufgestellt, unser Fünfjahresziel einer 10-prozentigen Steigerung der Effizienz gegenüber 2009 bis 2014 zu erreichen

* Alle Wachstumsraten zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.

Meistverkaufte Medikamente

in Millionen CHF

MabThera/Rituxan

6,005

MabThera/Rituxan

MabThera/Rituxan

MabThera/Rituxan

6,005 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+8%
Wirkstoff
Rituximab
Indikationen
Non-Hodgkin-Lymphom, chronische lymphatische Leukämie, rheumatoide Arthritis, ANCA-assoziierte Vaskulitis
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
Avastin

5,292

Avastin

Avastin

Avastin

5,292 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
-7%
Wirkstoff
Bevacizumab
Indikationen
Dickdarm-/Enddarm-, Brust-, nichtkleinzelliger Lungen-, Nieren-, Eierstockkrebs, Glioblastom
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
Herceptin

5,253

Herceptin

Herceptin

Herceptin

5,253 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+9%
Wirkstoff
Trastuzumab
Indikationen
HER2-positiver Brustkrebs, fortgeschrittener HER2-positiver Magenkrebs
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
Lucentis

1,523

Lucentis

Lucentis

Lucentis**

1,523 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+23%
Wirkstoff
Ranibizumab
Indikationen
«Feuchte» altersbedingte Makuladegeneration, Makulaödem nach Netzhautvenenverschluss
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
** Verkäufe in den USA. Lucentis wird ausserhalb der Vereinigten Staaten durch Novartis vermarktet.
Pegasys

1,438

Pegasys

Pegasys

Pegasys

1,438 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
-3%
Wirkstoff
Peginterferon alfa-2a
Indikationen
Hepatitis B und C
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.

Meistverkaufte Diagnostika

in Millionen CHF

Accu-Chek

2,470

Accu-Chek
Messsysteme

Accu-Chek Messsysteme

Accu-Chek

2,470 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+3%
Marktsegment
Blutzuckermessung
Geschäftsbereich
Diabetes Care
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
cobas e Modules, Modular Analytics, Elecsys

1,987

cobas e Modules,
Modular Analytics,
Elecsys

cobas e Modules,
Modular Analytics, Elecsys

cobas e Modules, Modular Analytics, Elecsys

1,987 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+13%
Marktsegment
Immunoassays
Geschäftsbereich
Professional Diagnostics
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
cobas c-modules Modular Analytics, Cobas Integra

1,397

cobas c Module,
Modular Analytics,
Cobas Integra

cobas c Module,
Modular Analytics,
Cobas Integra

cobas c Module, Modular Analytics, Cobas Integra

1,397 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+7%
Marktsegment
Klinische Chemie
Geschäftsbereich
Professional Diagnostics
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
Cobas AmpliPrep/Cobas TaqMan

541

Cobas AmpliPrep/
Cobas TaqMan

Cobas AmpliPrep/
Cobas TaqMan

Cobas AmpliPrep/Cobas TaqMan

541 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+3%
Marktsegment
Diagnostik von Viruserkrankungen (Hepatitis B, Hepatitis C, HIV)
Geschäftsbereich
Molecular Diagnostics
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.
Immunohistochemistry in situ hybridisation

444

Immunhistochemie und
In-situ-Hybridisierung

Immunhistochemie und
In-situ-Hybridisierung

Immunohistochemistry in situ hybridisation

444 in Millionen CHF

Verkaufswachstum (CER)*
+15%
Marktsegment
Advanced Staining (Nachweis von Genen und Proteinen in Gewebeproben)
Geschäftsbereich
Tissue Diagnostics
* CER (constant exchange rates): Zu konstanten Durchschnittswechselkursen 2010.

Marktumfeld und
Konzernstrategie

Unser Marktumfeld

Die Welt, in der wir agieren, ist durch zwei gegensätzlich wirkende Entwicklungen gekennzeichnet: Einerseits steigt der Bedarf an besseren Gesundheitslösungen sowohl in den Industriestaaten als auch in den Schwellenländern weiter an – bedeutende naturwissenschaftliche Fortschritte und neue Technologien können dazu beitragen, diesen Bedarf zu decken. Andererseits sieht sich unsere Branche einem bisher nicht gekannten Preisdruck und wachsenden Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente gegenüber. In dieser Situation kommt es darauf an, mit Hilfe von Innovationen neue Wege zu finden, um Lösungen für die anstehenden Herausforderungen anzubieten und nachhaltiges Wachstum zu schaffen.

Wachsender Bedarf an besseren Gesundheitslösungen

Obwohl bei der Behandlung schwerer Krankheiten immer wieder grosse Fortschritte erzielt werden, besteht nach wie vor enormer Bedarf an neuartigen Therapien und diagnostischen Tests. Auch heute noch werden zwei Drittel aller bekannten Krankheiten — von denen es rund 5 000 gibt — entweder nicht diagnostiziert oder nicht behandelt. Bei den sogenannten behandelbaren Krankheiten ist die Wirksamkeit mancher Medikamente unbefriedigend: Im Durchschnitt sprechen nur 50% der Patienten auf die heute verfügbaren Arzneimittel an. Darüber hinaus können viele Therapien schwere Nebenwirkungen hervorrufen.

Ein wesentlicher Grund hierfür sind die genetischen Unterschiede zwischen den Patienten. Jeder Mensch ist anders, aber die verfügbaren Medikamente bilden diese Unterschiede noch nicht ab. Wenn bestimmte genetische Faktoren bestimmt werden können, lässt sich die Wirksamkeit von Arzneimitteln enorm verbessern.

Daneben besitzt der Einsatz von Diagnostika grosses Potenzial für höhere Ansprechraten von Therapien. Gegenwärtig werden nur 2% der Gesundheitsausgaben für diagnostische Tests aufgewendet, obwohl sie über die gesamte Einsatzbreite im Gesundheitswesen – von der Prävention über die Diagnose bis hin zur Überwachung – Mehrwert schaffen und über 70% aller Entscheidungen in Bezug auf die Behandlung auf Testergebnissen beruhen.

Rund um den Globus warten Patienten auf bessere Behandlungsoptionen
Rund um den Globus warten Patienten auf bessere Behandlungsoptionen

Der Bedarf an einer verbesserten medizinischen Betreuung ergibt sich auch aus der Zunahme der Weltbevölkerung. Leben heute sieben Milliarden Menschen auf der Erde, so werden es im Jahr 2050 neun Milliarden sein. Darüber hinaus führen wirtschaftliches Wachstum, die Überalterung der Bevölkerung und ungesunde Lebensweisen zu einer Zunahme akuter und chronischer Krankheiten, darunter Krebs, Diabetes, rheumatoider Arthritis, Atemwegserkrankungen, Parkinson und Alzheimer. Bereits heute entfallen weltweit drei von fünf Todesfällen auf die vier häufigsten nicht übertragbaren Krankheiten — Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, chronische Lungenkrankheiten und Diabetes — mit gravierenden sozialökonomischen Folgen, insbesondere in den Entwicklungsländern.

Wachstum in Schwellenländern kompensiert Preisdruck in wichtigen Märkten

Das in den vergangenen Jahren eingetretene verlangsamte Wachstum der Pharmamärkte auf Werte im niedrigen einstelligen Bereich reflektiert die zunehmende Konkurrenz durch Generika, die nach dem Ablauf von Patenten die Erlöse weltweit führender Produkte beeinträchtigt haben.

Um die Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen, sind 2011 zudem in mehreren Ländern deutliche Preissenkungen für Medikamente vorgenommen worden. Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs, Spaniens, Grossbritanniens, Griechenlands und weiterer europäischer Länder haben konzertierte Sparmassnahmen eingeleitet, und in Japan, China, Indien, Brasilien und Russland sind staatlich verordnete Preissenkungen in Kraft getreten. In den USA wurde im Rahmen der Gesundheitsreformen eine neue Gebühr für Marken-Arzneimittel eingeführt. Darüber hinaus werden für die kommenden Jahre weitere Einsparungen bei der Bereitstellung von Medikamenten durch die Programme Medicare und Medicaid erwartet. Aus all diesen Gründen ist davon auszugehen, dass das Wachstum in den entwickelten Märkten stagnieren wird.

Im Gegensatz zum verhaltenen Ausblick für die Industrieländer erwarten wir für die Schwellenmärkte ein anhaltend hohes Wachstum. Diese positive Entwicklung wird gestützt durch schnelle Bevölkerungszuwächse, steigende persönliche Einkommen und Massnahmen, die den Zugang zur medizinischen Grundversorgung verbessern sollen. Ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein und mehr Mitsprache der Patienten zeichnet sich praktisch in allen Schwellenmärkten ab.

Heute zählen bereits acht Schwellenländer zu den 20 wichtigsten Gesundheitsmärkten. Der asiatische Markt ist in den letzten Jahren doppelt so schnell gewachsen wie der Weltmarkt. Mit einer Bevölkerung von 1,35 Milliarden Menschen ist China die zweitgrösste Wirtschaftsmacht, der drittgrösste Pharmamarkt der Welt. Im Jahr 2030 wird fast ein Viertel der chinesischen Bevölkerung 60 Jahre oder älter sein, und die Inzidenzraten von Krebs und chronischen Erkrankungen werden mit steigendem Alter der Bevölkerung zunehmen. Darüber hinaus werden von den Regierungen zunehmend diagnostische Infrastrukturen aufgebaut, wofür angesichts des Mangels an Spezialisten im Laborbereich oft hoch automatisierte Instrumente benötigt werden.

Für viele Schwellenmärkte stellen politische Volatilität und das Halten von Fachkräften eine grosse Herausforderung dar. Dennoch bieten die betreffenden Länder ein bedeutendes Potenzial für die Gesundheitsbranche.

Wachsende regulatorische Hürden in Bezug auf therapeutischen Nutzen und Sicherheit

Insbesondere die Zulassungsbehörden in den USA und in Europa haben ihre Standards für die Bewertung des therapeutischen Nutzens und der Sicherheit neuer Arzneimittel kontinuierlich angehoben. Von der Entwicklung bis zur Markteinführung eines Medikaments vergehen im Durchschnitt zehn bis zwölf Jahre. Aber auch für innovative Diagnostika sind vorab hohe Investitionen erforderlich, um klinische Daten zu gewinnen und ihren medizinischen Wert nachzuweisen.

Behörden und forschende Unternehmen arbeiten immer enger zusammen, um den raschen Forschritt in den medizinischen Wissenschaften in den Zulassungsanforderungen abzubilden. Dabei geht es um die Entwicklung der zweckmässigen Werkzeuge und Standards für die künftige Bewertung des Nutzens und der Sicherheit von neuen Produkten.

Pharmaunternehmen müssen vermehrt den Wert ihrer Produkte nachweisen. Viele Länder nutzen Verfahren zur Bewertung medizinischer Leistungen (Health Technology Assessments [HTA]), um die Effizienz im Gesundheitswesen zu optimieren und ihre Entscheidungen hinsichtlich Preisgestaltung, Erstattung und Mittelbereitstellung an der evidenzbasierten Medizin auszurichten. Dieser Bereich entwickelt sich in Europa und den USA sehr schnell. Andere Länder nehmen wertorientierte Entscheidungsfindungen oder Preisgestaltungen in ihre Bewertungssysteme auf, um den Erwartungen und Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden. Entscheidungen darüber, welche Medikamente verordnet werden, treffen immer häufiger nicht Ärzte, sondern Behörden oder Krankenkassen.

Vertieftes Verständnis der Biologie von Krankheiten bietet hohes Potenzial

Trotz wissenschaftlichen Fortschritts setzen die heutigen Medikamente nur an rund 150 der über 2 Millionen Proteine im menschlichen Körper an, von denen viele Krankheiten auslösen können. Was das Verständnis von Krankheitsprozessen angeht, stehen wir noch ganz am Anfang.

Neue Forschungszweige wie Genomik und Proteomik eröffnen laufend neue Möglichkeiten für medizinische Fortschritte. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler bezüglich der Mechanismen von Krankheiten auf molekularer Ebene tragen dazu bei, neue Strategien für deren Entdeckung und Bekämpfung zu entwickeln.

So wissen wir aus der Molekularforschung, dass Krebs kein einheitliches Krankheitsbild darstellt, sondern vielmehr als Sammelbegriff für rund 250 verschiedene Erkrankungen dient, die fast alle das Körpergewebe betreffen. Dank ultramoderner Methoden der Genomsequenzierung sind den Forschern bisher rund 350 Gene bekannt, die an der Entstehung von Krebsleiden beteiligt sind. Hierzu gehören die so genannten Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 und eine vor kurzem entdeckte Genmutation, die bei rund 50% aller Fälle von Hautkrebs und bei etwa 8% aller soliden Tumore nachweisbar ist.

Die Suche nach Genen, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen, ist keinesfalls abgeschlossen. Weltweit beteiligen sich Wissenschaftler am internationalen Krebsgenomprojekt, einem koordinierten Forschungsprojekt zur Erfassung aller Mutationen, welche die 50 häufigsten Krebsarten hervorrufen. Von derartigen Projekten erhofft man sich einen schnellen Zuwachs an Wissen über die Biologie von Tumorkrankheiten, um dann bei deren Behandlung gezielte diagnostische Methoden und Medikamente einsetzen zu können, die auf die genetische Konstitution degenerierter Zellen zugeschnitten sind.

Krankheitsmechanismen verstehen

Neue Technologien ermöglichen ein besseres Verständnis von Krankheiten

Krankheitsmechanismen verstehen: Neue Technologien ermöglichen ein besseres Verständnis von Krankheiten

 

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Konzernstrategie

Die Mission von Roche hat sich seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 nicht geändert: die Gesundheit von Patienten verbessern, damit diese länger und so beschwerdefrei wie möglich leben können. Unternehmergeist und Ideenreichtum unserer Gründerväter prägen noch heute unsere Kultur. Sie bilden die Basis für medizinische Fortschritte wie die Entwicklung therapeutischer Antikörper, bei der Roche Pionierarbeit geleistet hat, und deswegen zum weltweit führenden Anbieter von Krebsmedikamenten geworden ist.

Wir wollen auch künftig neue Trends vorwegnehmen und bestimmen. Heute arbeiten wir daran, auf der Grundlage eines vertieften Verständnisses der Biologie von Krankheiten die Behandlungen von morgen sicherer und effektiver zu machen und präziser auf spezifische Patientengruppen abzustimmen, so dass sie das genetische Profil und weitere Merkmale der Patienten berücksichtigen. Wir sind der Auffassung, dass medizinisch differenzierte Produkte — sowohl Arzneimittel als auch Diagnostika — eher Marktzulassungen erhalten und von Patienten, Ärzten und Kostenträgern im Gesundheitswesen eher akzeptiert werden, wenn sie für unsere Anspruchsgruppen und das gesamte Gesundheitssystem einen Mehrwert bieten. Diese Strategie verfolgt Roche seit zehn Jahren konsequent.

Zusammenarbeit von der frühen Forschung bis zur Markteinführung
Zusammenarbeit von der frühen Forschung bis zur Markteinführung

Pharma und Diagnostics: Fokussierung auf Innovation

Wir sind davon überzeugt, dass Innovation in der Gesundheitsbranche der Motor für bessere und kosteneffizientere Behandlungen ist. Dank der Konzentration auf Medikamente und Tests, die für Ärzte und Patienten einen echten Mehrwert erbringen, ist Roche gut gerüstet, in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu agieren. Angesichts des steigenden Kostendrucks werden die Kostenträger im Gesundheitswesen ihre Mittel auf diagnostische und therapeutische Massnahmen konzentrieren, die Patienten den grössten Zusatznutzen bieten.

Die enge Zusammenarbeit von Pharma und Diagnostics unter einem Dach verschafft uns einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil, da wir beim Aufspüren und bei der Entwicklung gezielter Therapien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Entdeckung bis zur Vermarktung – einzigartige Synergien nutzen können.

Dennoch müssen unsere Divisionen Pharma und Diagnostics — angesichts unterschiedlicher Geschäftsmodelle und Erfolgsfaktoren — unabhängig voneinander am Markt bestehen. Wir führen daher beide Geschäfte getrennt voneinander. Das gilt auch für die Produkt- und Führungsverantwortung. Wo es sich anbietet, insbesondere im Bereich der personalisierten Medizin, arbeiten die beiden Divisionen jedoch entlang der gesamten Wertschöpfungskette eng zusammen.

Pharma

Unsere Division Pharma strebt danach, gezielt wirkende Arzneimittel zu entdecken, zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, welche die ersten und besten Vertreter ihrer Wirkstoffklasse sind und Patienten einen besonderen Nutzen bieten. Indem wir wissenschaftliche Spitzenleistung in den Vordergrund stellen und die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung beibehalten, wird die Division auch künftig differenzierte Medikamente entwickeln können, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Wir werden unsere Arzneimittelforschung weiterhin auf Bereiche konzentrieren, in denen wir unserer Einschätzung nach mit unserem Know-how viel bewirken können: Onkologie, Virologie, Entzündungs-, Autoimmun-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystem.

Diagnostics

Mit einem Marktanteil von 20% ist unsere Division Diagnostics im Bereich der In-vitro-Diagnostik (IVD) weltweit mit Abstand führend. Wir entwickeln Instrumente und Tests zur Früherkennung, Diagnose und Überwachung von Krankheiten — im Labor, vor Ort sowie für die Selbstkontrolle der Patienten. Um auch künftig erfolgreich zu sein, legen wir besonderen Fokus auf Testeffizienz und medizinischen Nutzen. Testeffizienz bedeutet für uns, den diagnostischen Laboren komplette Testmenüs und Lösungen für effiziente Arbeitsabläufe und das Informationsmanagement zur Verfügung zu stellen, damit Patienten schnelle, genaue und zuverlässige Testergebnisse erhalten. Darüber hinaus wenden wir erhebliche Mittel auf für den Erwerb geistigen Eigentums und die Entwicklung neuartiger IVD-Tests, die sich durch einen hohen medizinischen Nutzen auszeichnen und Patienten und Ärzten Antworten auf wichtige medizinische Fragen geben. Wir validieren diese Tests und weisen ihre medizinischen und wirtschaftlichen Vorteile nach.

Nutzen unserer Kompetenzen in der Molekularbiologie

Das rasch zunehmende Wissen über die Biologie und die Ursachen von Krankheiten birgt ein enormes Potenzial, signifikante Fortschritte zugunsten der Patienten zu erzielen. Deshalb hat Roche bereits in Gentechnologie und verwandte Molekularwissenschaften investiert, als diese Gebiete noch in den Kinderschuhen steckten. Heute ist Roche mit 14 Biopharmazeutika am Markt weltweit das grösste Biotechnologie-Unternehmen. Diese Biopharmazeutika stellen 65% unseres Produktportfolios dar, während es im Branchendurchschnitt nur 16% sind.

In dem Masse, wie unser Verständnis bezüglich der molekularen Mechanismen von Krankheiten wächst, sind wir auch besser in der Lage, gezielt wirkende Behandlungen zu entwickeln, die wesentlich zum Gesundheitsmanagement und zur Gesellschaft beitragen können. Aufgrund unserer Stärken in der biotechnologischen Forschung, Entwicklung und Produktion sind wir ideal aufgestellt, wissenschaftliche Durchbrüche in Vorteile für die Patienten umzuwandeln.

Personalisierte Medizin Wirklichkeit werden lassen

Roche verknüpft die in ihren Divisionen Diagnostics und Pharma vorhandene Expertise, um der personalisierten Medizin den Weg zu bahnen. Ausgangspunkt dieser Initiative waren Forschungsergebnisse zu den molekularen Ursachen von Krankheiten. Mit Hilfe dieses sich ständig erweiternden Wissensschatzes und unserer eigenen Forschung können wir jetzt nachweisen, wozu die personalisierte Medizin in vielen Fällen in der Lage ist:

  • Identifizierung von Patienten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit am besten auf eine bestimmte Behandlung ansprechen werden,
  • Steigerung der Kosteneffizienz im Gesundheitswesen durch Auswahl geeigneter Patienten,
  • Erhöhung der Effizienz und Produktivität von Forschung und Entwicklung,
  • Unterstützung der Entwicklung sicherer, wirksamerer Behandlungen und damit Verringerung des Risikos und der Kosten von Nebenwirkungen und
  • Verbesserung der therapeutischen Erfolge und der Lebensqualität für die Patienten.

Heute führen wir das Wissen unserer Divisionen Pharma und Diagnostics immer wirksamer zusammen, und dies im gesamten Prozess der Entwicklung neuer Medikamente und Tests:

  • Viele unserer neuen Wirkstoffe erzielen in wissenschaftlichen Studien sehr gute Resultate.
  • Unser Hautkrebsmedikament Zelboraf und sein diagnostischer Begleittest wurden 2011 in den USA in Rekordzeit zugelassen.
  • Unser Krebsmedikament Tarceva erhielt in der EU in einer weiteren Indikation, die mit der Verwendung eines diagnostischen Begleittests einhergeht, die Zulassung.
  • Jedes zweite Arzneimittel, das sich derzeit bei Roche in der späten Entwicklung befindet, verfügt über einen diagnostischen Begleittest und ist auf eine spezielle Patientenpopulation zugeschnitten.
  • Mit jedem Medikament, das sich bei Roche in der Entwicklung befindet, ist ein Biomarker-Programm verbunden (über 200).

Innovation fördern, Mitarbeitende befähigen

Roche verfügt über ein weltweites Netzwerk spezialisierter Forschungszentren, die jeweils grosse Autonomie geniessen. Des Zusätzlich unterhält Roche Pharma weltweit mit rund 150 Unternehmen Partnerschaften.

Dies im Wissen, dass innovative Forschung aus neuen Ideen entsteht und am ehesten in Unternehmen gedeiht, die über eigene starke Forschungkapazitäten verfügen und diese mit einem breiten Netzwerk aus Partnerschaften kombinieren. Wir kombinieren die kritische Masse eines grossen Pharmaunternehmens mit der Flexibilität und dem Unternehmergeist kleinerer Geschäftseinheiten, mit dem Ziel, medizinische Spitzenleistungen zu erreichen. Das gilt auch für unsere Talentmanagement-Prozesse, die grundsätzlich darauf ausgerichtet sind, innovative Leistungen anzuerkennen und voranzutreiben. Darüber hinaus legen wir grossen Wert auf die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, in dem sich alle geschätzt und respektiert fühlen. Die Förderung von Vielfalt ist entscheidend für den Erfolg unseres Unternehmens. Unter anderem haben wir uns das Ziel gesetzt, den Anteil der Frauen in Schlüsselpositionen aus dem Jahr 2009 bis 2014 um mindestens 50% zu erhöhen.

Nachhaltige Wertschöpfung

Unser wichtigster Beitrag für die Gesellschaft ist und bleibt die Erforschung und Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, die kommerziell erfolgreich sind und dabei helfen, die gesellschaftlichen Herausforderungen von heute zu meistern. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit die Schaffung gemeinsamer Werte. Dabei haben wir alle unsere Anspruchsgruppen im Blick — Patienten und Ärzte, Mitarbeitende, Investoren und die Gesellschaft als Ganzes. Wie erfolgreich wir das Leben von Patienten verbessern können, hängt zu einem grossen Teil davon ab, wie es uns gelingt, die Elemente der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit in alle Aspekte unserer Tätigkeit zu integrieren.

Aus diesem Grund haben wir uns für alle unsere Aktivitäten die folgenden Ziele gesteckt:

  • Fokussierung auf Innovation bei Diagnostika und Pharmaprodukten,
  • Verbesserung des Zugangs zu unseren Produkten für Patienten, die neue Medikamente benötigen, und
  • Respekt für unsere Mitarbeitenden, der auch in qualitativ hochwertiger, lohnender Beschäftigung seinen Ausdruck findet.

Indem Nachhaltigkeit bei uns fester Bestandteil der täglichen Arbeit ist und von unserem Corporate Sustainability Committee koordiniert wird, fördern wir eine Unternehmenskultur, die ein Höchstmass an Nachhaltigkeit anstrebt. Darüber hinaus erkennt Roche die «Guiding Principles on Business and Human Rights» der Vereinten Nationen an und setzt die internationale Norm ISO 26000 um, den Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung.

Wie wirksam diese Herangehensweise ist, wurde 2011 abermals deutlich: Zum dritten Mal in Folge ist Roche im Dow-Jones-Nachhaltigkeits-Index als weltweit nachhaltigstes Unternehmen der Gesundheitsbranche ausgezeichnet worden.

Vorteile personalisierter Medizin

Wissenschaftlerin Dr. Shirin Khambata Ford
«Als Wissenschaftlerin, die sehr daran interessiert ist, die personalisierte Medizin voranzutreiben, schätze ich die entscheidenden Vorteile, die sich daraus ergeben, dass die Divisionen Roche Pharma und Roche Diagnostics im gleichen Unternehmen sind.»
«In der Onkologie ist es besonders hilfreich, die Diagnostik möglichst frühzeitig in die klinische Entwicklung einzubeziehen. Dadurch lassen sich die Effizienz und das Tempo bei der Entdeckung und Entwicklung von Markern erhöhen, die benötigt werden, um jene Patienten auszuwählen, die für eine bestimmte Therapie in Frage kommen. Diese Marker können für die Behandlung eine wichtige Rolle einnehmen und das Leben von Patienten entscheidend verbessern. Damit dies in hoher Zahl für unsere Arzneimittelkandidaten über mehrere Indikationen hinweg ohne Zeitverlust getan werden kann, muss intern eine entsprechende Diagnostik-Sparte vorhanden sein – und Roche verfügt zweifellos über eine der grössten und stärksten der Branche.»
Wissenschaftlerin
Dr. Shirin Khambata Ford
Labormediziner Dr. José Gilberto Vieira
«Unsere Aufgaben haben sich enorm gewandelt. Mit der Entwicklung der personalisierten Medizin gewinnen diagnostische Dienstleistungen schnell an Bedeutung, weil unsere Testergebnisse bei der Entwicklung moderner Behandlungsstrategien einen festen Platz einnehmen.»
«Immer öfter stützen sich Behandlungsentscheidungen bei komplexen Erkrankungen, so zum Beispiel bei Krebs, auf hochentwickelte Laboranalysen. Mit Hilfe moderner diagnostischer Verfahren können wir exakte Daten und damit eine zuverlässige Grundlage für solche Entscheidungen liefern. Dank dieser Strategie kann schnell die richtige Behandlung eingeleitet werden, und die begrenzten Ressourcen unserer Gesundheitssysteme werden gezielt eingesetzt. Das nutzt sowohl den Patienten als auch der Gesellschaft.»
Labormediziner
Dr. José Gilberto Vieira
Ärztin Dr. Caroline Robert
«Es ist eine sehr aufregende Zeit für uns. Wir alle sind uns bewusst, dass wir eine neue Ära in der Behandlung von Hautkrebs beginnen!»
«Hautkrebs war ein Gebiet mit hohem, ungedecktem medizinischen Bedarf. Aber dank der neuen Substanzen, die nun verfügbar werden, können wir die Überlebenszeit unserer Patienten verbessern. Die Stratifizierung und die gezielte Behandlung dieser tödlichen Krankheit sind ein wichtiger Schritt nach vorne. Als Nächstes müssen wir die Untersuchung auf die entsprechenden genetischen Mutationen etablieren. Daneben ist es wichtig zu verstehen, wie wir die verschiedenen Substanzen, manche noch in Entwicklung, ideal kombinieren. Damit können wir Erfolg und Nutzen für die Patienten maximieren.»
Ärztin
Dr. Caroline Robert
Versicherer Prof. Thomas Szucs
«Aus meiner Sicht wird die personalisierte Medizin die einzige Möglichkeit sein, eine optimale Ressourcenbewirtschaftung zu ermöglichen!»
«Personalisierte Medizin ist für uns Versicherer extrem wichtig, weil das Giesskannenprinzip, Medikamente oder Technologien den Patienten sozusagen unselektiert zur Verfügung zu stellen, einfach in Zukunft nicht mehr zahlbar ist. Es gibt mittlerweile hervorragende ökonomische Analysen, die zeigen, dass eine Diagnostik-basierte, optimierte Therapie, z.B. die Behandlung der Hepatitis–C-Infektion, auch aus gesundheitsökonomischer Sicht wirtschaftlicher als eine traditionelle Strategie ist.»
Versicherer
Prof. Thomas Szucs
Patientin Doretha 'Dee' Burrell
«Die Option einer gezielten Therapie gab mir Hoffnung und eine bessere Lebensqualität»
«Die Wörter Sie haben Brustkrebs waren die schlimmsten, die ich je gehört hatte. Ich war völlig verunsichert, nicht mehr sicher, wie mein Leben weitergehen würde. Dass mein Onkologe von der gezielten Behandlung überzeugt war, gab mir eine gewisse innere Sicherheit, und ich bin extrem dankbar dafür, dass ich eine solche Behandlung erhalten habe. Sie hat meine Lebensqualität in den letzten vier Jahren eindeutig verbessert.»
Patientin
Doretha «Dee» Burrell
Klinischer Forscher Prof. Henry Lik-Yuen Chan
«Die unmittelbare Kombination von Diagnose, Behandlung und Monitoring des Erfolges bei der Behandlung der Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus ist ein sehr grosser Schritt nach vorne. Dies verbessert den Nutzen für unsere Patienten erheblich!»
«Weltweit sind etwa 350 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert, hiervon leben ungefähr 75 Prozent in Asien. Die bessere und frühere Vorhersage, welcher Patient auf die Therapie ansprechen wird, ermöglicht es uns, effizienter zu behandeln. Diese verbesserte Prognose hilft unseren Patienten zudem, die Behandlung wie geplant durchzuführen, eine wichtige Voraussetzung zum Erreichen des gewünschten Erfolges. Für Patienten, bei denen die Behandlung nicht gut wirkt, können wir mit anderen Vorgehensweisen eventuell die Chance wahren, von modernen Therapien Nutzen zu ziehen.»
Klinischer Forscher
Prof. Henry Lik-Yuen Chan
Pause

Personalisierte Medizin (PHC)

Wie funktioniert personalisierte Medizin?

Von zehn Patienten mit gleicher Behandlung profitiert im Durchschnitt etwa die Hälfte. Bei den anderen zeigt sich kein Effekt oder sie erleiden sogar Nebenwirkungen.

Heute können Forscher die Ursachen von Krankheiten dank neuer Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung viel besser verstehen. Sie ermöglichen ihnen, Untergruppen von Patienten zu identifizieren, bei denen unterschiedliche Ursachen zu einem traditionell als «gleich» betrachteten Krankheitsbild führen. Basierend auf diesen genetischen Unterschieden kann die passende Therapie für die richtige Patientengruppe ermittelt werden.

Personalisierte Medizin (PHC)

Wie wird PHC bei Roche umgesetzt?

Weltweit machen Forscher grosse Fortschritte bei der Aufklärung von Krankheitsmechanismen und -ursachen. Diese Erkenntnisse führen zu einem rasanten Anstieg möglicher biologischer Ansatzpunkte für die Behandlung von Krankheiten. Bei Roche kombinieren wir die im Unternehmen vorhandenen Forschungskapazitäten und unser Know-how mit den neusten extern erzielten wissenschaftlichen Fortschritten, um potenzielle Medikamentenkandidaten und Biomarker zu identifizieren.

Personalisierte Medizin (PHC)

Intervention auf molekularer Ebene

Das metastasierende Melanom ist die aggressivste und tödlichste Form von Hautkrebs. Es entsteht, wenn sich die Pigment-bildenden Zellen der Haut unkontrolliert vermehren. Wird ein malignes Melanom früh erkannt, ist es gut behandelbar. Wenn es jedoch Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet und sich im Körper ausgebreitet hat, sind die Heilungsaussichten gering.

Personalisierte Medizin (PHC)

Personalisierte Behandlungskonzepte

Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) können akute und chronische Lebererkrankungen verursachen, mit Leberversagen, Leberzirrhose und Leberkrebs als möglichen Folgen. Rund 170 Millionen Menschen sind weltweit mit HCV infiziert.

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    Highlights aus dem Jahresberichts 2011 von #Roche #PHC #RocheIR #RocheAnnualReport2011