Von zehn Patienten mit gleicher Behandlung profitiert im Durchschnitt etwa die Hälfte. Bei den anderen zeigt sich kein Effekt oder sie erleiden sogar Nebenwirkungen.
Heute können Forscher die Ursachen von Krankheiten dank neuer Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung viel besser verstehen. Sie ermöglichen ihnen, Untergruppen von Patienten zu identifizieren, bei denen unterschiedliche Ursachen zu einem traditionell als «gleich» betrachteten Krankheitsbild führen. Basierend auf diesen genetischen Unterschieden kann die passende Therapie für die richtige Patientengruppe ermittelt werden.
Die Unterscheidung von Patientenuntergruppen ist ein Kernelement unserer Strategie der personalisierten Medizin – für gezieltere und effizientere Therapien.
Insgesamt sind wir dank der personalisierten Medizin in der Lage
die Heterogenität von Krankheiten besser zu verstehen,
Unterschiede zwischen Patientengruppen zu identifizieren,
bessere Angriffspunkte für Medikamente zu finden,
die entsprechenden Biomarker und Therapien zu entwickeln sowie
die Qualität und Effizienz unserer Forschung und Entwicklung zu verbessern.
Weltweit machen Forscher grosse Fortschritte bei der Aufklärung von Krankheitsmechanismen und Ursachen. Diese Erkenntnisse führen zu einem rasanten Anstieg möglicher biologischer Ansatzpunkte für die Behandlung von Krankheiten. Bei Roche kombinieren wir die im Unternehmen vorhandenen Forschungskapazitäten und unser Know-how mit den neusten extern erzielten wissenschaftlichen Fortschritten, um potenzielle Medikamentenkandidaten und Biomarker zu identifizieren.
Pharma und Diagnostics: Unter einem Dach vereint
Unsere beiden Divisionen Pharma und Diagnostics können ihre jeweilige Expertise von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Vermarktung eines neuen Wirkstoffs oder diagnostischen Tests austauschen und zum gegenseitigen Vorteil nutzen. Diese divisionsübergreifende, enge Zusammenarbeit unserer Wissenschaftler in Forschung und Entwicklung ist einzigartig und unterscheidet Roche von anderen Unternehmen.
Das metastasierende Melanom ist die aggressivste und tödlichste Form von Hautkrebs. Es entsteht, wenn sich die Pigment-bildenden Zellen der Haut unkontrolliert vermehren. Wird ein malignes Melanom früh erkannt, ist es gut behandelbar. Wenn es jedoch Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet und sich im Körper ausgebreitet hat, sind die Heilungsaussichten gering.
Die Aktivierung eines spezifischen Rezeptors initiiert eine Signalkaskade innerhalb der Zelle, die letztendlich Zellwachstum und Überleben verursacht. Beim metastasierendem Melanom liegt ein bestimmtes Protein bei etwa 50% der Fälle in veränderter Form vor und es resultieren ein übermässiges ‚Vorwärts‘-Signal und vermehrte Zellteilung. Daher ist dieses onkogene Protein ein potentielles Objekt für eine gezielte Behandlung des metastasierenden Melanoms. Eine bestimmte Untergruppe dieser Mutationen verursacht eine fortwährende stimmulierende Signalgebung unabhängig von jeglichen ‚Rück‘-Signalen.
Der Grossteil dieser Mutationen kann verlässlich mit einem validierten und zugelassenen Test nachgewiesen werden. Das fortwährend Signale gebende Protein aktiviert in mehreren Schritten eine weitere Substanz welche dann in den Zellkern geht und an bestimmte Transkriptionsfaktoren bindet. Die fortwährende Signalgebung durch dieses onkogene Protein verursacht eine exzessive Transkription der Gene, die Zellwachstum und deren Überleben im Körper fördern, dies führt zu Tumorwachstum.
Im Sommer 2011 haben die US-Gesundheitsbehörden gleichzeitig einen neuen, oral zu nehmenden Hemmer dieses spezifischen onkogenen Proteins und dessen Begleittest zugelassen. Im späteren Verlauf des Jahres wurden Medikament und Test in der Schweiz verfügbar.
Dieses Medikament wurde für eine gezielte Blockade des onkogenen Proteins entwickelt, dies seinerseits soll die Aktivierung weiterer Schritte vermeiden und soll damit das ‚Vorwärts‘-Signal hemmen. Man geht davon aus, dass dadurch Zellwachstum gehemmt wird und zur Apoptose führt und somit eine Rückbildung des Tumors verursacht.
Screening der Patienten auf diese Mutation hin mit Hilfe eines validierten Begleittests hilft diejenigen Patienten zu identifizieren, die gute Chance haben, von dieser Behandlung Nutzen zu ziehen.
Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) können akute und chronische Lebererkrankungen verursachen, mit Leberversagen, Leberzirrhose und Leberkrebs als möglichen Folgen. Rund 170 Millionen Menschen sind weltweit mit HCV infiziert.
2001 erhielt Roche die erste Zulassung für ihre Kombinationstherapie für die Behandlung von Patienten mit Hepatitis-C-Infektion, dies wurde zur Standardbehandlung. Die Zulassung war für einen Zeitraum von 48 Wochen.
Heute weiss man, dass es verschiedene Untertypen des Hepatitis-C-Virus gibt. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrem molekularen Aufbau, sondern auch in ihrer Behandelbarkeit. Die verschiedenen Varianten lassen sich mit molekularen Tests von Roche bestimmen, die eine Voraussage erlauben, ob die Behandlung z.B. 24, 48 oder 72 Wochen erfolgen muss, um einen dauerhaften Therapieerfolg zu erzielen, und wie erfolgversprechend sie verlaufen wird.
Personalisierte Medizin – bessere Prognose und Anpassung der Behandlungsdauer bei HCV-Infektionen
Die Kenntnisse der modernen Molekularbiologie werden bei Roche im Rahmen der personalisierten Medizin beispielsweise genutzt, um
den Erfolg einer Therapie zu kontrollieren,
die Dauer einer Behandlung an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anzupassen,
ein Medikament zum optimalen Zeitpunkt einzusetzen sowie
diagnostische Tests und Medikamente gezielt und effizient zu entwickeln.
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